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Keine Chance für Nazis – Käfertreffen beschert Storchennest und „Augen auf!“ Geldsegen

Ein klares Zeichen gesetzt

Hessisch Oldendorf. Insgesamt 2150 Euro sind im Rahmen des Internationalen Käfertreffens bei der Aktion „Schwimmwagen gegen rechts“ zusammengekommen. „Damit wollten die Schwimmwagen-Fahrer deutlich machen, dass sie die braune Schiene weit von sich schieben“, betont Christian Grundmann und verweist auf den Bericht einer Autozeitschrift. Darin war behauptet worden, die im Auftrag der Wehrmacht erbauten Kübelwagen würden die rechte Szene anziehen.

veröffentlicht am 12.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Annette Hensel und Peter Jahn
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Zur Vorgeschichte: Der braune Mob sei dabei, die Oldtimer-Szene zu unterwandern – das zumindest hat die Zeitung Auto-Bild behauptet. Im Osten sickerten die Nazis schon länger in die Szene ein, bevorzugt über die Marke VW, konnte man in der Fachzeitschrift lesen. Das VW-Veteranentreffen in Hessisch Oldendorf war in eine Reihe mit dem Pfingsttreffen in Bautzen, dem VW-Blasen am Lausitzring und dem Maikäfertreffen in Hannover gestellt worden. In Bautzen waren Gruppen mit rechtslastigen Symbolen und entsprechendem Gebaren aufgefallen.

Traugott Grundmann war stocksauer, dass so etwas wie ein Generalverdacht ausgesprochen worden war. Er verwies darauf, dass er bereits fünf Treffen mit Gästen aus aller Welt durchgeführt hatte und keine Rechtsradikalen dabei aufgefallen sind. Traugott Grundmann betonte auch, dass man sich immer von Nazis distanziert habe. „Solche Leute haben bei uns nichts zu suchen“, daran lässt Traugott Grundmann keinen Zweifel.

In der Zeit, als die Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht waren, wurden die ersten Käfer und später auch die Kübelwagen gebaut. Die Technik fasziniert heute noch, wie der Zuschauerandrang beim nunmehr sechsten VW-Veteranentreffen in Hessisch Oldendorf zeigte. Vor allem auch die Schwimmwagen wurden bestaunt. In Großenwieden, wo sie am Fährloch ins Wasser und aus dem Fluss an Land fuhren, drängten sich die Zuschauer. „Welch eine Technik“, staunten die Menschen am Ufer. Und genau die Technik ist es auch, die Sammler dieser die Amphibienfahrzeuge fasziniert.

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In Dieter Krebernik aus der Steiermark hatten Traugott und Christian Grundmann als wenige Tage vor dem Internationalen Treffen in Hessisch Oldendorf der Verdacht aufkam, dass historische Militärfahrzeuge und rechte Szene in Zusammenhang stehen, einen Mitstreiter gefunden, als es darum ging, sich entschieden abzugrenzen. Zusammen mit den Grundmanns und anderen Teilnehmern des Treffens wurde eine Aktion gegen Rechts gestartet. Wer von den Besuchern einen Betrag ab zehn Euro lockermachte, konnte im Schwimmfahrzeug auf der Weser mitfahren. Das Geld sollte für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Beim großen Festabend des VW-Veteranentreffens im Baxmann-Zentrum überreichten Traugott und Christian Grundmann Bürgermeister Harald Krüger die 2150 Euro. Das Geld wurde zu gleichen Teilen an die Initiative „Augen auf!“ so wie den Kindergarten Storchennest verteilt. Christian Grundmann hebt hervor, dass im Kindergarten Storchennest „Traumarbeit geleistet wird“. Als „vorbildhaft“ bezeichnet der Bürgermeister, „wie die Grundmanns die Dinge so miteinander verbinden“ und führt aus: „Die Aktion ,Schwimmwagen gegen Rechts’ kommt bei ,Augen auf!‘ genau jenen Schwachen und Migranten zugute, gegen die sich die rechte Szene wendet.“

Kurz vor Abfahrt ins Konficamp nach Landesbergen bei Nienburg überraschen Bürgermeister Harald Krüger und Christian Grundmann die zehn Teamer der Kirchengemeinde St. Marien. Im Gepäck haben sie ein mit Geldscheinen gefülltes Glas. „Da sind 1075 Euro drin, mit denen wir Eure Arbeit in der Initiative ,Augen auf!‘ unterstützen möchten“, erklärt Christian Grundmann. „Dankeschön, super Idee“, freut sich nicht nur das Vorstandsmitglied von „Augen auf!“, Isabel Voltmer. Welche Projekte die Jugendlichen damit auf die Beine stellen werden, wollen sie während des Konficamps beraten.

Kurz darauf gibt es noch eine Überraschung zum Nachtisch für Birgit Elfving und Elisabeth Feldmann. Die Vorsitzende und die Schatzmeisterin des Fördervereins Baxmannbad, die beim Griechen auf dem Kirchplatz gerade Mittag essen, erfahren von Christian Grundmann von einem warmen finanziellen Regen in die Vereinskasse. Beim Käfertreffen waren auch Führungen durch das Automuseum der Familie Grundmann angeboten worden. Dabei kamen 800 Euro zusammen, die Gäste gespendet hatten. „Die Summe soll Ihrem Verein zugute kommen, da er sich unermüdlich für die Steigerung der Attraktivität des Bades einsetzt“, erklärt Christian Grundmann. „Diesen Geldsegen lassen wir in die Anschaffung zweier Tierwippen für die Kleinsten einfließen“, erklären die Vorstandsmitglieder des Fördervereins Baxmannbad.



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