weather-image

Nach dem Vorbild der schottischen Highland-Games flogen in Welsede wieder Steine und Stämme

„Ein Kilt wäre eine neue Herausforderung“

Welsede. Den Zuschauern bietet sich ein Bild wie im schottischen Hochland: eine satte hügelige Landschaft, im Hintergrund eine auf dem Berg thronende Burg. Im Tal Dutzende Schwerathleten, die bei ihren sportlichen Übungen schon mal mit hochrotem Kopf ganz dicke Backen machen. Gestoßene Natursteine bollern nach einem dumpfen Aufprall den Boden entlang. Und immer wieder fliegen Baumstämme durch die Gegend, fast zwei Meter lang und über elf Kilogramm schwer. Fast so, wie man sich das auch bei den Highland-Games in Schottland vorstellt. Einiges ist in dem kleinen Dorf unterhalb der Schaumburg dann aber doch anders. Dudelsackklänge sind beim alljährlichen Fünfkampf des TV Jahn Welsede auf dem Sportplatz im Siek nicht zu hören und statt auf den Kilt – den karierten Schottenrock – setzt man funktionelle Sportbekleidung. Auch von den Royals lässt sich hier keiner blicken, die besuchen naturgemäß die „Highland-Games“ im Schottischen Braemar, ganz in der Nähe von Schloss Balmoral, dem Sommersitz der Queen. „Aber Bürgermeister Harald Krüger hat uns vor zwei Jahren besucht und zugeschaut“, erzählt der erste Vorsitzende Heinrich Bekedorf vom Besuch des Hessisch Oldendorfer Stadtoberhaupts. „Mit einem Auge haben wir nach Schottland geschaut, ein bisschen guckt man sich ab“, berichtet Bekedorf über die Anfänge des Welseder Wettkampfs, „aber unsere Baumstämme sind leichter“. Und an manchen Stellen erinnert der selbst zusammengestellte Fünfkampf mit Baumstammwerfen, Standweitsprung, Vollballwurf, Steinstoßen und Schleuderballwurf eher den Disziplinen der Bergturnfeste.

veröffentlicht am 10.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:08 Uhr

Gar nicht leicht: Jens Buddensiek beim Steinstoßen
Frank Neitz

Autor

Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Rasenkraftsport kennt Günter Janosch noch aus seiner richtig aktiven Zeit. Janosch war Ende der Sechziger zweimal Dritter der Deutschen Meisterschaften im Steinstoßen und maß sich damals mit Athleten wie Hammerwurf Europameister Uwe Beyer. Im Vorjahr feierte der 65-Jährige Premiere beim Welseder Fünfkampf und lobt die hervorragende Kameradschaft bei den Sportlern: „Diese Truppe macht richtig Spaß“. Gegen einen Start im Schottenrock hätte er nichts einzuwenden. „Den würde ich sofort anziehen“, spaßt der Hamelner. „Ein Kilt wäre sicherlich interessant und eine neue Herausforderung“, sagt Seriensieger Thomas Riechert vom TSC Fischbeck zu einem Wettkampf im Kilt.

An richtigen Highland-Spielen, allerdings auf Deutschem Boden in Achtum, hat Karl Krüger von der SG Hildesheim-Sarstedt selbst einmal teilgenommen. „Das ist schon ähnlich. Allerdings sind dann die Baumstämme bedeutend länger und man wirft mit Anlauf. Und der Stein war dreimal so groß. Damals war ich aber noch in der Männerklasse“, erzählt der mit seinen 84 Jahren älteste Teilnehmer. Trotz aller Ähnlichkeit mit den schottischen Spielen gehen die Sportler neben dem Spaßfaktor mit einer gewissen Ernsthaftigkeit in den Wettkampf. Schließlich fliegen die Baumstämme nur einmal im Jahr im Siek, am zweiten Oktoberwochenende 2011 dann zum zwanzigsten Mal.

2 Bilder
Heiko Hartmann gibt alles beim Vollballwurf.


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt