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Bereits gesammelte Spendengelder werden anderweitig, aber zweckgebunden, eingesetzt

Eigener Jugendraum bleibt vorerst ein Traum

Ursprünglich war ein Anbau an der Malschule geplant, doch dafür finden sich nicht genug Sponsoren.

veröffentlicht am 05.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 23:21 Uhr

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Foto: doro

Hessisch Oldendorf (doro). Jugendarbeit ist weiterhin Chefsache. Das bekräftigte Harald Krüger erst kürzlich, als sich der Verein für Kinder- und Jugendarbeit und die Stadt Hessisch Oldendorf wieder zusammenrauften, um in der Jugendarbeit gemeinsam neue Wege zu gehen. Und um den Zuschuss über 150 000 Euro vom Bundesamt für Migration nicht zu gefährden. In Bälde wird es darum gehen, tragfähige Konzepte zum Thema vorzulegen.

Ein seit langem gehegter Wunsch auf der Liste des Bürgermeisters ist ein eigener Raum für Jugendliche. Dafür sammelte das Stadtoberhaupt an seinem Geburtstag sogar selber – rund 450 Euro kamen dabei zusammen. 2780 Euro wurden bereits im September 2008 bei einer Benefizveranstaltung ertanzt.

„Eine tänzerische Kreuzfahrt“ hieß die von Sabine Bormann, Leiterin des Tanzvereins Hessisch Oldendorf, organisierte zweckgebundene Veranstaltung in der ausverkauften Stadthalle. Acht Vereine mit insgesamt 150 Tänzern und Tänzerinnen zwischen fünf und 80 Jahren waren dabei. Sämtliche Einnahmen sollten zusammen mit Spenden von 40 Sponsoren ebenfalls der Errichtung eines Jugendraumes zugutekommen. Doch was ist eigentlich mit dem Geld passiert? Warum hat sich nichts getan? Das fragen sich nicht nur die Jugendlichen, sondern zwischenzeitlich auch so mancher Sponsor.

„In absehbarer Zeit wird es keinen Jugendraum geben“, erklärt Harald Krüger heute, gut eineinhalb Jahre später. Es fehle schlicht das Geld. Denn für einen Anbau an der Malschule – so der ursprüngliche Plan – reichen 3220 Euro natürlich nicht. Der rund 120 000 bis 150 000 Euro teure Anbau sollte nicht mit städtischen Mitteln finanziert werden, sondern vor allem durch ortsansässige Firmen, die sich nach Vorstellung von Krüger nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern auch mit Arbeitskraft und Material engagieren sollten. „Ein ambitioniertes Projekt, das gebe ich zu“, sagt der Bürgermeister, und in der Zwischenzeit habe sich die wirtschaftliche Lage schließlich nicht verbessert. Kaum einer Firma sei ein solches Engagement gegenwärtig zuzumuten.

Aber war das nicht schon länger klar? „Doch“, sagt Krüger, der dennoch gehofft hat. Das Projekt sei für ihn auch jetzt noch nicht gestorben – nur auf Eis gelegt. Was wird, hänge jedoch von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wo die geplante Kinderkrippe in Hessisch Oldendorf unterkommt. Wird es ein Gebäude wie die zunächst angepeilte Brautlecht-Villa, in der man Malschule, Kinderservice- und Familienbüro und Krippe unter einem Dach gehabt hätte, wäre die Malschule für die Jugendlichen frei. Ein solches Gebäude aber – wo auch immer – ist im Moment die unwahrscheinlichste Variante. Im ehemaligen Feuerwehrhaus des Senioren- und Pflegezentrums Poppelbaum, mit dem die Stadt derzeit Gespräche führt, wäre lediglich Platz für die Krippe und das Familienbüro. Auch auf dem ehemaligen Reupke-Gelände, dass für den Bau einer Kinderkrippe ebenfalls im Gespräch ist, gibt es nur begrenzt Platz.

Eine weitere Rolle kommt dem Verein für Kinder- und Jugendarbeit zu. Für die geplante Zusammenarbeit müsse ein Konzept erstellt werden, das auch Einfluss auf die Jugendarbeit der Stadt haben wird und somit auch auf die Frage nach einem Jugendraum. Übergangsweise soll der Jugendtreff nach dem Fortgang von Streetworkerin Stefanie Söhlke an drei bis vier Abenden in der Woche in der Malschule weiterlaufen. Wer die Aufgabe übernimmt, steht allerdings noch nicht fest.

Die Frage, ob es bei dem offensichtlichen Leerstand in der Hessisch Oldendorfer Innenstadt nicht eine Möglichkeit gäbe, dort einen Jugendraum unterzubringen, stellt sich für Harald Krüger nicht: Aus Erfahrung gibt es mit den Anwohnern, die Angst vor Randale und Lärm haben, schon im Vorfeld jede Menge Stress.

Damit die Jugendlichen in naher Zukunft trotzdem etwas von den Spenden haben, ist angedacht, einen Speedhockeytisch anzuschaffen. Möglich sei auch, einen leistungsfähigen Beamer mit Leinwand und gutem Soundsystem für Kinoabende und einen Boxsandsack anzuschaffen.

Diese Gerätschaften könnten die Jugendlichen später ohne Probleme mitnehmen. Irgendwann, wenn irgendwer Geld für die Jugendlichen übrig hat.



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