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Zusätzlich neue Halle für Putenmist / Wirtschaftsdünger soll Qualität des Biogases erhöhen

Effizienter durch moderne Getreidemühlen

Hessisch Oldendorf (doro). Effizienter soll die Biogasanlage im Westerfeld in Hessisch Oldendorf bald laufen. Das hat das Unternehmen e.on Westfalen Weser Energie Service angekündigt. Bisher werden nach Angaben von e.on nur 80 Prozent der durch Biogas erzeugten Energie genutzt. Damit sich das ändert, wurden jetzt Förderanlagen und zwei moderne Getreidemühlen an den bereits im Sommer aufgestellten Getreidesilos installiert. Ende des Monats sollen sie in Betrieb genommen werden.

veröffentlicht am 12.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:21 Uhr

Der Weg von der Putenmisthalle zum Futtermischersoll kurz sein,
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Zurzeit wird das Getreide mehrmals wöchentlich von den örtlichen Landwirten angeliefert, gemahlen und in zwei Silos, die je 12 Tonnen Schrot fassen, aufbewahrt. Bevor das Getreide den Fermentern zur Vergärung zugeführt wird, muss es gemahlen und mit bereits vorhandener Biomasse vermischt werden. Diesen Mahlvorgang übernimmt im Moment noch eine mobile Mühle, die viermal in der Woche zur Biogasanlage fährt. Ein Verfahren, das aufwendig ist. Außerdem hat sich die Mühle beim Vermengen mit der vorhandenen Biomasse als störanfällig erwiesen. Ein Problem sei, dass die Mühle immer an ihrer Leistungsgrenze arbeite, da sie 24 Stunden am Tag im Einsatz sei und dadurch ein hoher Verschleiß entstehe. Auch die Luftfeuchtigkeit im Winter mache der Mühle zu schaffen, es kommt zu Verklebungen und in der Folge zu Verstopfungen.

Um diese Störungen zu vermeiden, wurden die vorhandenen Silos gegen größere (für je 50 Tonnen Getreide) mit integrierten Mühlen ausgetauscht, so dass der Getreideschrot direkt in die beiden Fermenter gegeben wird. Das soll das Störungsrisiko reduzieren und für eine Verkehrsentlastung sorgen.

Den Vorwurf einiger Einwohner, dass es durch die Biogasanlage immer wieder zu Geruchsbelästigungen komme, nehmen die Betreiber gelassen: Eine Geruchsbelästigung wie zu der Zeit, als die Maissilage noch nicht abgedeckt war und noch keine Ablaufrinnen im Boden vorhanden waren, gebe es schon seit Jahren nicht mehr. Das, was man ab und an unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel eine bestimmte Windrichtung, riechen könne, lasse sich nicht vermeiden. „Das passiert nur dann, wenn die Abdeckung geöffnet wird, damit der Radlader neue Maissilage holen kann“, erklärt Thomas Windiks, Geschäftsführer der e.on Westfalen Weser Energie Service GmbH. Ortsbürgermeister Claus Clavey meint dazu: „Das Problem ist, dass alle nach regenerativen Energien schreien, aber keiner sie vor der Haustür haben will.“ Mehr Unbehagen bereitet dem Ortsbürgermeister die Halle für Putenmist und Weizen, für die am 18. Oktober die Fundamente gegossen werden sollen. Der Putenmist wird nach Aussage von Windiks getrennt vom Weizen gelagert. Kleine Mengen des Mists würden dann von der Halle „auf kürzestem Weg“ dem Futtermischer zugeführt, damit sich der Methananteil in der Biomasse erhöhe und die Qualität des Gases steige.

Bei der Versorgung mit Fernwärme kündigt e.on an, durch den Einbau eines Reservekessels nun eine sogenannte Vollwärmeversorgung anbieten zu können. Für Gebäude, die an der Fernwärmetrasse liegen, „sei das eine interessante Alternative zur jetzigen Heizenergie“, so Win-diks. Verglichen mit Heizöl und Erdgas, liege der Preis um 10 Prozent niedriger und sei langfristig garantierbar. Derzeit befinde sich e.on in Gesprächen mit dem Landkreis, um diesen für den Umbau des Schulzentrums von den Vorteilen der Fernwärme zu überzeugen.

Wer allerdings glaubt, dass e.on mit dem Biogas einen Tarif bietet, bei dem der Kunde Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energien beziehen kann, liegt falsch. Die Zusammensetzung des gesamten Stromangebots von e.on, also dem Unternehmens- und Produktmix, setzt sich aus erneuerbaren Energien, fossilen Energieträgern und der Kernkraft zusammen. Letztere bildet den Hauptanteil.

Die Tarifexperten von Check24 haben den Strommix der 25 wichtigsten Grund- und Alternativversorger verglichen (Basisjahr ist 2008, reine Ökostromtarife wurden dabei nicht berücksichtigt). Den höchsten Anteil an der umstrittenen Atomenergie hat demnach der Stromriese Energie Baden-Württemberg (EnBW) und dessen Tochterunternehmen Yello Strom mit jeweils 45 Prozent. Im Bundesdurchschnitt sind es gerade einmal 25,8 Prozent. Auch der Energiekonzern e.on speist laut Vergleichsergebnis mit seinen Tochtergesellschaften E wie einfach, e.on Hanse, e.on Westfalen - Weser, e.on Bayern und e.on Mitte besonders viel Atomstrom für seine Kunden in die Netze ein (41,4 bis 43,8 Prozent).

In der Biogasanlage Hessiisch Oldendorf werden 10 900 Megawattstunden Wärme erzeugt. Mit der Wärmemenge können rund 550 Einfamilienhäuser beheizt werden. Die Strommenge von 10 620 Megawattstunden, die gleichzeitig in dem Blockheizkraftwerk erzeugt wird, reicht für den Jahresverbrauch von 2360 Familien.

Die neue Getreidemühle ist nicht mehr mobil, sondern fest installiert. Foto: doro



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