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Viele Landwirte stiegen beim Anbau aus

Dr. Coenen: Die eigentliche Fabrik ist ihr Rübenfeld

Hessisch Oldendorf (pj). „Wir haben eine Bilderbuchkampagne hingelegt, das hat richtig Spaß gemacht“, erklärte Dr. Hans Coenen, Geschäftsführer der Zuckerfabrik Pfeifer&Langen in Lage, bei der Bezirksversammlung der Rübenanbauer in der Hessisch Oldendorfer Stadthalle. Im Zuge der Restrukturierung der Landwirtschaft säten im letzten Jahr 201 Landwirte im Bereich der Fabrik in Lage keine Rüben mehr aus, die verbliebenen 833 Betriebe machten dies mit besseren Erträgen fast wett.

veröffentlicht am 06.02.2009 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 19:21 Uhr

Gerrit Abel sprach über Probleme bei Fruchtfolgen von Raps und M
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Nach später Aussaat

dennoch Rekordernte

Alexander Sommermeier ging in seinem Rückblick auf die Restrukturierung und die damit verbundene Kürzung der Quoten ein. Der Fischbecker Landwirt führte aus, dass vor allem die Bauern, die unter fünf Hektar Rüben angebaut hatten, mit finanziellen Abfindungen der Ausstieg schmackhaft gemacht worden war.

Dass eine Rekordernte eingefahren werden konnte, habe an den optimalen Witterungsbedingungen ab Ende April gelegen. Bis dahin konnten auf vielen Feldern noch keine Rübensamen in die Erde gebracht werden, denn es war viel zu nass. Doch dann folgte eine für Rüben ideale Witterung mit viel Sonne im Herbst, was sich auf den Zuckergehalt auswirkte, und da in und nach der Ernte keine Kälte zu verzeichnen war, kam es auch nicht zum in anderen Jahren üblichen Zuckerabfall.

„Landwirte machen

weniger Fehler“

Der Ertrag von durchschnittlich über 73 Tonnen Rüben pro Hektar mit einer Zuckerausbeute von „über 13 Tonnen sind kein Zufall und kein Glücksfall“, betonte Dr. Coenen. Er ist sich sicher: „Das wird sich wiederholen.“ Neue Technik und neue Sorten seien dafür verantwortlich, und: „Landwirte machen weniger Fehler.“ Dass es bei der Zuckerproduktion vor allem auf die Bauern ankommt, beschrieb Dr. Hans Coenen so: „Sie sind die Fabrikbesitzer, denn die eigentliche Fabrik ist ihr Feld. In unserer Fabrik wird nur Zucker von Nichtzucker getrennt.“

Werden Rüben nach Mais angebaut, kann es Probleme bei der Lageru
  • Werden Rüben nach Mais angebaut, kann es Probleme bei der Lagerung in Mieten geben. Foto: Dana

Der Geschäftsführer der Zuckerfabrik Pfeifer&Langen in Lage ging auch darauf ein, was die Restrukturierung für Europa bedeutet. Um die Zuckerproduktion zu senken, wurden seit der Jahrtausendwende 201 Betriebe geschlossen. Heute gibt es in den 27 EU-Mitgliedstaaten nur noch 104 Fabriken. Vor allem in Spanien, in Italien und im östlichen Polen gibt es ganze Landstriche, in denen keine Fabrik mehr arbeitet. Das führte dazu, dass einige Länder nur noch den Eigenbedarf decken und etliche Staaten mittlerweile Zucker importieren müssen. Als Exportländern sind Deutschland, Belgien und Frankreich geblieben. „Der Verkauf von Zucker läuft heute nach anderen Spielregeln“, weiß Dr. Hans Coenen. Der größte Teil geht als Lebensmittel in den Handel und in die Regale der Geschäfte. Die chemische Industrie braucht zunehmend mehr Zucker, der als Industriezucker bezeichnet wird. Als sie hörten, dass Lenkräder und Armaturenbretter von Autos heute auf Zuckerbasis gefertigt werden, erstaunte dies die Landwirte, die in großer Zahl der Einladung zur Bezirksversammlung gefolgt waren. Auch in Biogasanlagen und bei der Herstellung von Bioethanol findet Zucker Verwendung.

Während die heimischen Landwirte für ihre Vorjahresernte für die Quotenrüben fast 32 Euro pro Tonne erhielten, konnte sich auch der Preis für die Industrierüben sehen lassen, der bei etwas mehr als 29 Euro lag. Insgesamt waren im lippischen Lage im Vorjahr zwischen dem 1. Oktober und dem 23. Dezember 585 153 Tonnen Quotenrüben und 80 255 Tonnen Industrierüben verarbeitet worden.

Problem bei Fruchtfolge

nach Mais und Raps

Gerrit Abel ging auf das Rapsproblem beim Rübenanbau ein. Die dicken harten Stiele lassen sich in der Fabrik nicht rausspülen und bringen das Schneidwerk zum Stehen. Auch die Fruchtfolge nach Mais birgt Gefahren, denn sie fördert die Rotfäule in den Mieten. In Emmerthal musste eine Miete deshalb vorzeitig abgefahren werden, um größeren Schaden zu verhindern. „Mais vor Zuckerrüben passt nicht“, betonte Gerrit Abel, der damit auch auf ein Problem hinweist, das sich für das Grundwasser ergeben kann, wenn in dieser Fruchtfolge bestimmte Herbizide eingesetzt werden.



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