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Junge Menschen engagieren sich und wollen Fuhlen zukunftsfähig machen / Morgen Umweltaktion

Dorfgemeinschaft hat sich viel vorgenommen

Fuhlen (pj). Ganz allmählich fiebern die Fuhlener dem Bezirkswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ entgegen. Jeden zweiten Montag im Monat trifft sich der Arbeitskreis um 19.30 Uhr im Wirtshaus Bücher. „Bis die Kommission am 19. Juni kommt, gibt es noch einiges zu tun“, sagt Heiko Eggers. Die Ärmel hochzuschlagen, und wenn nötig, in der Freizeit kräftig anpacken, das können die Weserdörfler. Und sie tun es gern, wenn es darum geht, ihr Heimatdorf voranzubringen, dies beweisen sie schon seit Jahrzehnten.

veröffentlicht am 30.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:21 Uhr

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Ob Fuhlen beim Bezirkswettbewerb gewinnt oder nicht, für viele, die den Ort kennen, ist es ein Dorf, das sich zu besuchen lohnt. Das weiß auch der Hessisch Oldendorfer Culturverein. Am 29. und 30. September läuft das Projekt „Kunst am Weg“. Eingeladen hat dazu der Culturverein. Bisher haben bereits mehr als zehn renommierte Künstler, die zumeist aus dem norddeutschen Raum kommen, ihre Teilnahme zugesagt. Ausgewählt wurden vom Culturverein für „Kunst am Weg“ die Dörfer Lachem, und wie könnte es anders sein, natürlich auch Fuhlen. Bis zum dritten Wochenende im September wird das Weserdorf sicher noch um einiges attraktiver sein.

Was die Weserdörfler besonders stolz macht: Es kommen Menschen nicht nur zu ihnen in den Ort, um sich umzusehen. In den letzten Jahren haben sich junge Leute auch dazu entschieden, sich in Fuhlen niederzulassen, hier zu wohnen und sich hier Existenzen aufzubauen. Da sie aus Begeisterung gekommen sind, engagieren sich einige von ihnen auch, wenn es darum geht, das Dorf für die Zukunft fit zu machen.

Auf der Liste mit den Arbeiten, die sich die Mitglieder der Dorfgemeinschaft zunächst vorgenommen haben, stehen noch Maßnahmen an den Beeten, die bepflanzt werden sollen, an den Buswartehäuschen, am Platz „Nagels Eck“ soll eine Pergola angebracht werden. Heiko Eggers, sein neuer Stellvertreter Heiko Wiebusch und ihre Mitstreiter denken aber nicht nur an den Wettbewerb. Sie wollen auch ein größeres Projekt wie die Gestaltung des Fährlochs beginnen. Doch die lassen sich nicht von heute auf morgen verwirklichen. „Am Fährloch soll es wieder möglich sein, dass Boote und Flöße leicht zu Wasser gelassen werden können“, erklärt Heiko Eggers. Das käme auch den beiden örtlichen Flößergruppen um Jürgen Zarwell und Uwe Dorndorf zugute, die zurzeit in ihrem Heimatort nicht anlanden können und deshalb in Großenwieden ihre Flöße verladen müssen.

In den zurückliegenden Jahren konnte in Fuhlen bereits vieles in ehrenamtlicher Arbeit geschaffen werden. Großen Anteil daran hat die Dorfgemeinschaft. Das Backhaus und die Bäckerscheune, der Dieter-Grabbe-Platz entstanden auf Initiative der Dorfgemeinschaft. Dass die Beete und Anlagen im Dorf so gepflegt sind, ist auch den zahlreichen Helfern der Dorfgemeinschaft zu verdanken. Den Erfolg beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ dürfen sich die Gemeinschaft und die Mitglieder des extra gebildeten Arbeitskreises auf die Fahnen schreiben. Kein Wunder, dass die Stimmung gut war, als sich die Mitglieder im Wirtshaus Bücher trafen, um neue Aktionen vorzubereiten. Mit drei Sonntagsspaziergängen wurde im vergangenen Jahr Dorfbewohnern die Gelegenheit geboten, sich ihren Ort aus verschiedenen Perspektiven anzusehen. Die Spaziergänge sollen auch in diesem Jahr angeboten werden. Konkrete Termine gibt es allerdings noch nicht, wie Heiko Eggers erklärt.

An ein ehrgeiziges Projekt haben sich Christoph und Rudolf Wallbaum herangemacht. Sie erstellen eine Dorfchronik. Bei den Fuhlener Dorfgesprächen mit der Reihe „Ich weiß was...“, die vom Arbeitskreis „Unser Dorf hat Zukunft“ ins Leben gerufen worden war, stellten die Wallbaums im letzten Herbst vor, was sie schon zusammengetragen haben. „Wir möchten die Gefühle, die Anekdoten und Erinnerungen einfangen und aufschreiben“, erklären Christoph und Rudolf Wallbaum. Die lebendigen Erzählungen über die Hausschlachtung, das Kalthaus, das Bad in der Weser sowie die Ankunft als Flüchtling im Weserdorf sollen den Reiz der Chronik ausmachen.

Im Dezember 2011 konnte der Fuhlener Kalender vorgestellt werden. Heiko Wiebusch zeichnet dafür verantwortlich. Der Erlös des Verkaufs der Kalender fließt in die Kasse der Dorfgemeinschaft und hilft, Projekte zu finanzieren. Vor einigen Jahren war am Dieter-Grabbe-Platz eine Obstbaumwiese angelegt worden. Eltern pflanzten für ihre Kinder verschiedene Obstbäume. Gemeinsam mit der Siedlergemeinschaft Hessisch Oldendorf konnte im Februar ein Schnitt der Bäume durchgeführt werden. Ein Fachberater der Siedlergemeinschaft zeigte den Baumpaten, wie Stein- und Kernobstbäume richtig eingekürzt werden.

Gern würde die Dorfgemeinschaft weitere Bäume pflanzen. „Wir sind auf der Suche nach geeigneten Flächen“, sagt Heiko Eggers. An den Feldwegen Bäume zu pflanzen, halten er und sein Vorstand für ungeeignet. „Die Landwirte haben heute so große Fahrzeuge, wir wollen auf keinen Fall, dass sie behindert werden, wenn sie zu ihren Feldern fahren“, betont der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft.

Ein Erfolgsmodell im Weserdorf ist die Fuhlener Theatergruppe. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind mit großer Freude dabei, die Aufführungen sind sehr gut besucht. Damit die Theatergruppe, die von Heike Liedtke geleitet wird, noch besser unterstützt werden kann, soll diese unter das Dach der Dorfgemeinschaft geholt werden. Um Unterstützung geht es auch, wenn die Dorfgemeinschaft ihre Mitglieder zur Teilnahme am stadtweiten Umwelt-Aktionstag aufruft. Die Feuerwehr soll am morgigen Sonnabend Hilfe bekommen, wenn im und rund ums Weserdorf Müll gesammelt und aufgeräumt wird. Aber es wird noch viel mehr getan: Plätze werden hergerichtet und Beete bepflanzt. Neben Feuerwehr und Dorfgemeinschaft sind auch die Mädchen und Jungen des Kindergartens und die Konfirmanden am morgigen Aktionstag beteiligt.



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