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Stadt sucht neue FSJler mit Führerschein Klasse B

Dieser Job ist so vielfältig wie das Leben

HESSISCH OLDENDORF. „Ich wusste nicht genau, was ich nach meinem Abitur machen sollte“, gesteht Jonas. Als er eine Stellenausschreibung entdeckt, dass die Stadt in den Bereichen der Kindertageseinrichtungen und Krippen sowie der Jugendpflege FSJler sucht, bewirbt er sich. „Ich fand es interessant, die Facetten der Verwaltung kennenzulernen und mit Kindern zu arbeiten“, sagt der 19-jährige Fischbecker.

veröffentlicht am 21.06.2018 um 12:50 Uhr
aktualisiert am 21.06.2018 um 16:00 Uhr

„Es sieht vielleicht für andere chaotisch aus, ist aber total strukturiert“ – Aaron Winkel (li.) und Jonas Bente bei der Arbeit im Büro des Stadtjugendpflegers. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin
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Aaron (20) sieht seine berufliche Zukunft nach dem Abitur im sozialen Bereich, will zuvor aber den Umgang mit Jugendlichen sowie Verwaltungsabläufe näher kennenlernen. Er beginnt am 1. Juli 2017 sein FSJ bei der Stadtjugendpflege, findet sich „durch gute Einweisung“ schnell ein und steigt gleich in den Ferienspaß mit ein. „Da habe ich viel fotografiert und bei der Durchführung von Veranstaltungen geholfen“, erzählt Aaron.

Zwei Monate später stößt Jonas zum Team dazu – rechtzeitig zur Vorbereitung des Herbstspaßes. Dafür erstellen die beiden FSJler einen Plan, was sie wann zu erledigen haben. „Anfangs habe ich Tarik genau beobachtet, aufgesogen, wie er arbeitet und versucht, das dann umzusetzen“, verrät Jonas und fügt hinzu: „Tarik als Vorgesetzter – besser kann man es nicht treffen. Auch wenn sein Büro für Außenstehende beengt und deshalb manchmal chaotisch aussieht: Das hat bei ihm alles System, ist total strukturiert.“

Kopieren, Akten abheften, Daten eingeben, für die Statistik Excel-Tabellen führen, Briefe und Berichte schreiben – klingt nicht gerade prickelnd, was die FSJler im Büro des Stadtjugendpflegers zu erledigen haben. Doch beide sagen: „Auf diese Weise haben wir nicht nur gelernt, Briefe an unterschiedliche Behörden zu formulieren ...“

Daneben gehört zu ihren Aufgaben, das in einer städtischen Kita zubereitete Mittagessen mit dem Auto zu anderen Kitas zu transportieren. „Außerdem unterstützen wir die Nachmittagsbetreuung im Kinder- und Jugendhaus, wechseln uns wöchentlich mit Ausfahren und Betreuung ab“, erklärt Aaron. Seit einigen Jahren besteht eine Kooperation zwischen der Stadtjugendpflege und der Oberschule. „In deren Rahmen haben wir auch eine Sport- und Spiel-AG geleitet, Fünft- und Sechstklässlern Mannschaftssportarten näher gebracht, um Teamgeist, Zusammenarbeit und Fairness zu stärken“, so der Hessisch Oldendorfer. Sport-Abiturient Jonas findet es wichtig Kindern beizubringen, dass Sport nicht nur Bewegung bedeutet, sondern auch Auswirkungen auf Fitness und Gesundheit hat. „Ich wollte, dass die Schüler mehr aus so einer AG mitnehmen, habe mit ihnen über ihre Freizeitaktivitäten geredet und dann sportliche Alternativen zur Beschäftigung am PC aufgezeigt“, erzählt er. Beide FSJler sind sich einig: „Die AG – das war unser Ding“, und Aaron ergänzt: „Wir fühlen uns wohl bei Sachen, die wir gut können.“ Für ihn seien die zwölf Monate ein Lernprozess gewesen, er habe sich weiterentwickelt und sehe klarer, was er machen wolle: Soziale Arbeit – als duales Studium an der IUBH Hannover in Kooperation mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont. „Ich bin reifer, erwachsener, strukturierter geworden und weiß jetzt, wie ich besser lernen, mehr Dinge im Kopf aufnehmen kann“, sagt Aaron, für den das Freiwillige Soziale Jahr ebenso wie für Jonas „eine gute Entscheidung“ war.

„Ich habe viele Erfahrungen gesammelt – unter anderem, dass ich Sport vermitteln möchte“, erklärt Jonas, der ein Lehramtsstudium im Bereich Sport, Deutsch, Soziales anstrebt. In den vergangenen Monaten habe er zudem gelernt mit anderen Mitarbeitern umzugehen, effektiv zu kommunizieren, aber auch herausgefunden, was er nicht wolle, ergänzt er.

Tarik Oenelcin, seit 14 Jahren Jugendpfleger der Stadt Hessisch Oldendorf, stehen alljährlich FSJler zur Seite. In diesem Jahr sind bislang nur wenige Bewerbungen bei der Stadt eingegangen. „FSJler sind als Ersatz der früheren Zivis eine gute Unterstützung: Sie arbeiten mir zu, nehmen mir wirklich viel ab“, betont Oenelcin und sagt: „Neben pädagogischen Konzepten, Verwaltungsaufgaben und Organisationsstrukturen lernen FSJler bei mir selbstständiges Arbeiten kennen und gehen selbstbewusster aus dem Jahr hervor.“

Ab sofort sucht die Stadt weibliche wie männliche Schulabgänger ab 18 Jahren mit Führerschein Klasse B, die Lust und Spaß an Verwaltungsaufgaben und der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben. „Ich brauche FSJ’ler, die willig sind aktiv etwas zu machen. Für mich sind sie Mitarbeiter, die ins Arbeitsgeschehen eingebunden und gefordert werden“, so Oenelcin.

Auch die Kitas der Stadt bieten noch freie FSJ-Plätze an. FSJler können in Kindertagesstätten und Krippen Einblick in die pädagogische Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen gewinnen und werden zur Unterstützung des Fachpersonals eingesetzt.

Kontakt: Bewerbungsunterlagen können per Mail an die Personalabteilung der Stadt, AKoellner@stadt-ho.de geschickt werden.



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