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Langerfelderinnen starten Online-Petition gegen die Erweiterung des Steinbruchs

„Diese Rodung ist hemmungslos“

SEGELHORST/LANGENFELD. Der Steinbruch bei Segelhorst soll erweitert werden. Auf einer Fläche von zusätzlichen zwölf Hektar soll in Zukunft mehr Kalkstein abgebaut werden können. Kritik an dem Vorhaben gibt es jedoch viel. Zwei Langenfelderinnen haben jetzt im Internet eine Petition gegen die Erweiterung gestartet.

veröffentlicht am 06.06.2017 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 06.06.2017 um 18:00 Uhr

Für die Rodung von rund 3,2 Hektar hatte das Gewerbeaufsichtsamt eine vorläufige Erlaubnis erteilt. Foto: wal
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Der Steinbruch bei Segelhorst soll erweitert werden. Auf einer Fläche von zusätzlichen zwölf Hektar soll in Zukunft mehr Kalkstein abgebaut werden können (wir berichteten). Viel Kritik an dem Vorhaben kommt jedoch vonseiten der Anwohner und Umweltschützer. Zwei Langenfelderinnen haben jetzt im Internet eine Petition gegen die Erweiterung gestartet.

„Große Teile des Süntels sind ein naturnaher schützenswerter Waldmeister-Buchenwald“, erklärt die Langenfelderin Brigitte Klein, die gemeinsam mit ihrer Tochter die Petition ins Leben rief. Dieser sei Heimat für viele seltene Pflanzen und geschützte Tierarten, wie die Mopsfledermaus, die Wildkatze oder der Luchs, zudem brüteten dort jedes Jahr viele Vogelarten.

„Ein Teil der Fläche, die noch gerodet werden soll, ist außerdem ein sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet“, fährt Klein fort. Diese Gebiete wurden zum Schutz der einheimischen Natur in Europa aufgebaut. Durch die Erweiterung würden diese Flächen unwiederbringlich zerstört. Zudem würden durch den Abbau umliegende Natur- und Vogelschutzgebiete „stark gefährdet“, etwa durch Erdrutsche, Wasserverknappung, Wind- oder Schattenwurf. „Diese Rodung ist hemmungslos“, sagt Klein. „Die Umwelt interessiert dabei gar nicht.“

Martin Drelichowski (li.) verteilte am Pfingstmontag Flugblätter gegen die Rodung weiterer Flächen des Sgelhorster Steinbruches. Foto: wal
  • Martin Drelichowski (li.) verteilte am Pfingstmontag Flugblätter gegen die Rodung weiterer Flächen des Sgelhorster Steinbruches. Foto: wal

Eine endgültige Entscheidung über die Erweiterung ist noch nicht getroffen. Im März wurden jedoch bereits 3,2 Hektar Waldfläche als vorbereitende Arbeiten gerodet. Dafür hatte das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hannover, das in diesem Fall die zuständige Genehmigungsbehörde ist, die Erlaubnis erteilt, da keine Gründe gegen eine spätere Genehmigung sprachen (wir berichteten).

Sollte die Genehmigung erfolgen, könnten mehr als acht weitere Hektar gerodet werden. „Wir haben aber die Hoffnung, dass wir durch den Druck auf die Öffentlichkeit noch etwas erreichen können“, sagt Klein.

Die Petition richtet sich an den Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel, Ministerpräsidenten Stephan Weil, die Umweltministerin Barbara Hendricks sowie an die Landesforsten Niedersachsen. Knapp 300 Unterschriften liegen seit dem Start der Petition vor einer Woche bereits vor.

Um noch mehr Leute auf die Petition aufmerksam zu machen, ließ Brigitte Klein auf eigene Kosten Flyer drucken und verteilte diese mit einigen Mitstreitern am Pfingstmontag in der Nähe des Wanderparkplatzes Langenfeld. „Wir haben viele Leute getroffen, die spontan unterschreiben wollten“, berichtet Klein, die sich mit dem Ergebnis der Aktion zufrieden zeigt. Die Reaktionen seien überwiegend positiv ausgefallen, „für den Steinabbau war niemand.“

Um den Abbau von Kalkstein langfristig zu sichern, plant der Betreiber Norddeutsche Naturstein GmbH (NNG), denbislang rund 35 Hektar großen Steinbruch bei Segelhorst um 11,8 Hektar nach Osten und Südosten zu erweitern. Im vergangenen Jahr konnten Anwohner und Organisationen Einwendungen gegen das Vorhaben einreichen. Es kamen ungefähr 100 Einwände zusammen, die sich unter anderem auf Belästigung der Anwohner durch Lärm, Licht, Staub, Verkehr und Erschütterungen sowie Bedenken bezüglich des Schützes von Tieren, Pflanzen, Wasser und Boden bezogen. Bei einem Erörterungstermin am 21. Februar wurden diese Einwendungen noch einmal mündlich vorgetragen.

Wann die endgültige Entscheidung über die Genehmigung für die Erweiterung fallen werde, sei noch immer nicht absehbar, heißt es vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover auf Nachfrage der Dewezet. „Es ist alles noch offen.“


Wer selbst einen Blick auf die Petition werfen oder sie unterzeichnen möchte, kann dies unter dem Link https: //weact.campact.de/petitions/stoppt-steinbruch-erweiterung-langenfeld tun.

Wir haben aber die Hoffnung, dass wir durch den Druck auf die Öffentlichkeit noch etwas erreichen können.

Brigitte Klein, Initiatorin der Online-Petition


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