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Freiherr Otto von Blomberg stellt beim Culturverein Werke berühmter Vorfahren vor

Die Münchhausens: Gedichte und Geschichten

Hessisch Oldendorf (boh). Wer kennt sie nicht, die tolldreisten Geschichten des Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, als er abends sein Pferd bei dichtem Schneetreiben an einen Pflock band, der sich am Morgen nach der Schneeschmelze als Kirchturmspitze entpuppte, an dem das edle Ross hing. Nicht zu vergessen, der berühmte Ritt auf der Kanonenkugel zur Inspektion der feindlichen türkischen Linien.

veröffentlicht am 07.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 20:21 Uhr

Der Protagonist des Abends: Otto von Blomberg. Foto: boh
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Mit diesem berühmten, das Abenteuer suchenden Vorfahren, beschäftigte sich Freiherr Otto von Blomberg ebenso wie mit dem feinsinnigen, wissbegierigen Ludolf von Münchhausen, der im Schloss zu Oldendorf eine einzigartige wissenschaftliche Bibliothek mit mehr als 13 000 Bänden eingerichtet hatte. Mit Anna von Bismarck, die er als 15-Jährige am 19. Mai 1600 heiratete, hatte er 18 Kinder. Ludolfs Bruder Claus feierte eine der größten Hochzeit im Wesertal. Diese kostete den Pappenstil von 2445 Talern. In einer Zeit, als eine Kuh für zehn Taler zu haben war. Mit viel Verve, Augenzwinkern und feinsinniger Ironie begeisterte Otto von Blomberg die mehr als 100 Zuhörer im Kultourismusforum. „Mit Münchhausen auf der Kanonenkugel durch Hessisch Oldendorf“, dazu hatte der Culturverein – völlig überrascht von der Resonanz – eingeladen. Auch etliche Adelige gaben sich im Rathaus an dem Abend die Klinke in die Hand. Als äußerst fruchtbar beschreibt der Freiherr die „schwarzen“ und „weißen“ Nachkommen der Familie. „In Niedersachsen dürfte es keinen Adligen geben, der nicht von den Münchhausener Stammvätern abstammt“, erklärt von Blomberg augenzwinkernd. Auch das Stift Fischbeck, mit dem Otto von Blomberg als Schirmvogt eine enge Verbindung pflegt, wurde bei der historischen Betrachtung nicht ausgespart. Schließlich „mussten oder durften dort viele Münchhausen-Töchter als Nonnen oder Stiftsdamen leben“. Ein kulturell bekannter Vorfahre des Besitzers des Rittergutes Nienfeld im Auetal war dessen Großonkel, der Balladendichter Börries von Münchhausen, der von 1874 bis 1945 lebte. Als Gast war es für Otto von Blomberg selbstverständlich, dass er Gedichte und Balladen des bis heute gern gelesenen Lyrikers vortrug. Vor allem „Die Lederhosen Saga“ erfreute die Zuhörer. Otto von Blomberg schaffte es, die Kulturbegeisterten so zu fesseln, dass sie am Ende einfach nicht aufstehen wollten. Mit einem weiteren Gedicht als Zugabe entließ er die Gäste des Culturvereins, die nicht mit Beifall geizten.



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