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400 Gäste aus 20 Nationen, darunter auch zahlreiche Männer, feiern Fest zum Internationalen Frauentag

Die Einbürgerungsurkunde hängt über dem Bett

Hessisch Oldendorf. Internationaler Frauentag in Hessisch Oldendorf, das ist längst einer der kulturellen Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Stadtverwaltung. Auf Einladung des Gleichstellungsbüros feiern am Samstagabend 400 Gäste aus etwa 20 Nationen im Baxmann-Zentrum, darunter auch weitaus mehr Männer als in den Vorjahren. Einer wickelt sie alle um den Finger: Jacqueline de la Rouge.

veröffentlicht am 12.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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Die Frauentags-Premiere von Travestie-Künstler Thorsten „Jacqueline“ Wiegand aus Welliehausen-City ist wahrlich gelungen. Vom glamourösen Auftritt in hautenger Abendrobe und High Heels über die charmante Unterhaltung, Schlager und Evergreens inbegriffen, bis hin zur Präsenz, die im Bad in der Menge mündet, da passt alles, geht so gut wie nichts die Gürtellinie herunter. Junge Mädchen jagen Schnappschüssen hinterher, an den Tischen schütteln sich Gäste aller Altersklassen vor Lachen oder singen lauthals mit.

Es ist nicht einfach, mit Kabarett und Comedy nahtlos an dieses Stimmungshoch anzuknüpfen. Auch nicht für Serpil Pak im Original-Dirndl im „sexy style“ mit Hornknöpfen und einer frisch aufgebügelten Hose von „Deutscher und Albaner“. Zur Feier des Tages möchte sie live einen Hammel beschneiden, „oder wahlweise einen der Baxmänner. Ali, der Techniker, ist schon beschnitten...“, verrät sie.

Sie erzählt, wie ihre Eltern als Gastarbeiter vor 40 Jahren nach Deutschland gekommen waren, wie aus Ausländern mit migrantischem Hintergrund Migranten mit ausländischem Hintergrund werden. „Dazwischen waren wir auch mal Mitbürger, heute sind wir Passdeutsche“, so die Diplom-Psychologin, bei der die Einbürgerungsurkunde über dem Bett hängt. Zustimmendes Nicken im Publikum, als Serpil Pak berichtet, wie sie mit neun Jahren „nachgeholt“, ohne Sprachkenntnisse in eine Schulklasse gesetzt wird.

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  • Großes Finale: Fast 40 Mädchen von Selda Yasaroglus Tanzgruppen wirbeln über die Bühne.

An ebenfalls noch „ganz andere Zeiten“ erinnert Hessisch Oldendorfs stellvertretende Bürgermeisterin Waltraut Brümmer: Als vor 20 Jahren versucht wird, die Frauenbeauftragte in Hessisch Oldendorf zu installieren, habe ein Ortsbürgermeister gefragt, ob diese nun die letzten intakten Ehen gefährden solle. Heute sei die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten, Margareta Seibert, nicht mehr wegzudenken. Erstmals beim Internationalen Frauentag dabei ist der französisch-afrikanische Gospelchor. Mit viel Gefühl stimmt die sechsköpfige Gruppe afrikanische Negro-Spirituals aus Amerika zur Zeit der Sklaverei an und sorgt damit für Momente des Innehaltens.

Selda Yasaroglus international besetzte Mädchentanzgruppen, die Sugar Girls, Honey Girls und Sweet Teenies, machen dazwischen Stimmung. Sie rocken die Party, zeigen tänzerisches Potenzial und vor allem Spaß am Auftreten vor so vielen Zuschauern. Riesenapplaus erntet auch die 14-jährige Jüliet Yasaroglu, die mit Gitarre und Superstimme ihre selbst geschriebene Ballade „Miss you“ vorträgt. Mit Evergreens umrahmt die Baxmann-Kapelle des VfL Hessisch Oldendorf das Programm. Jenseits der Bühne sind die Tombola, süße wie pikante kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt, angeboten vom Mädchentreff und von Seldas Tanzgruppen, heiß begehrt.

Von Moderatorin Sabine Bormann als „Show“ ankündigt, entpuppt sich der Frauentag als große Samstagabendunterhaltung, die Jüngere wie Ältere, Frauen wie Männer begeistert. „Anfangs war ich etwas skeptisch“, gesteht Reinhold Schaffeld aus Rumbeck. „Aber das Programm ist wirklich gut gemacht und abwechslungsreich“, ergänzt er.

Vorne an der Bühne verfolgt die fünfjährige Mina aus Coppenbrügge das Programm. Für den Abend hat sie sich besonders schickgemacht, die Tanzdarbietungen der Jugendlichen gefallen ihr am besten. Und wie findet ihre Mutter Nihal Buran das Programm? „Einfach super“, lautet die Antwort.



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