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Krippe am Seniorenheim wieder aktuell / Neue Pläne in der Kernstadt und Ausweichplätze in Fuhlen

Die Betreuungs-Diskussion reißt nicht ab

Fischbecker Grundschüler tun ihre Meinung im Klassenzimmer kund (links).

veröffentlicht am 07.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 00:21 Uhr

Kiga Fuhlen, Kevin, Anna, Emily und Luis, Foto: Dana
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Das ehemalige

Nachdem die Möglichkeit, hier eine Krippe unterzubringen, verworfen worden ist, sind die Gespräche zwischen Stadt und Trägerverein des Seniorenheims nun wieder intensiviert worden.

Foto: doro

Voll in Aktion: Kevin, Anna, Emily und Luis vom Kindergarten Fuhlen. Foto: Dana

Fuhlen/Fischbeck (doro). „Wir wollen unseren Kunstraum behalten“, steht auf den bunten Plakaten, die die Schüler und Schülerinnen der 4 a gemalt haben. Ihr Klassenraum war am Mittwochabend gut gefüllt – die Eltern der Fischbecker Grundschüler waren zum Teil sogar mit Nachwuchs gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen und der Entscheidung der Politiker hautnah beizuwohnen. Der Kunstraum der Grundschüler war neben anderen Lösungsvorschlägen in Betracht gezogen worden, um den akuten Mangel an Vormittagsplätzen im Stadtgebiet in den Griff zu bekommen.

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Fischbecker Grundschüler tun ihre Meinung im Klassenzimmer kund, in dem auch die Sitzung des Ausschusses stattfand. Foto: doro

„In diesen Raum, den die Kinder für die verschiedensten Aktivitäten nutzen, haben die Eltern seit 2003 rund 47 000 Euro investiert“, hielt die Fördervereinsvorsitzende Sabrina Lange den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Familie und Sport vor. Eine solche Entscheidung sei den Eltern, die sich in dieser Zeit mit Geld und Einsatz engagiert haben, nur schwer zu vermitteln. Die Elternratsvorsitzende vergaß auch nicht, die Politiker mit ihrer klammen Haushaltskasse darauf hinzuweisen, dass es ohne die Gelder der Fördervereine zappenduster in vielen Schulen aussehen würde. Dass man bei fehlenden Räumlichkeiten für Kindergartenplätze nicht immer zuerst an die Schule denken solle, sagte Fischbecks Grundschulleiter. Dr. Michael Nimsch-Faron betonte, dass man die Kindergärten und Schulen nicht gegeneinander ausspielen sollte.

Geradezu erleichtert schienen an diesem Abend die Politiker, dass sie sich am Ende weder für Fischbeck noch für die Unterbringung in den Räumen der Jugendbegegnungsstätte in Haddessen entschieden haben – auch hier war Ärger programmiert. Vom „großen Wurf“ sprach Gleichstellungsbeauftragte Margareta Seibert bei dem Vorschlag, eine weitere Kindergartengruppe in Fuhlen aufzumachen, die bei Rückgang des Kindergartenplatzbedarfs in eine Krippengruppe umgewandelt werden kann. „Fuhlen ist die vernünftigste und nachhaltigste Lösung“, erklärte Seibert. Für Fuhlen spreche neben der zentralen Lage die Möglichkeit, die leere obere Etage des stadteigenen Kindergartengebäudes für eine weitere Kindergartengruppe auszubauen. Damit würde sich das derzeitige Platzangebot von 25 auf 50 Plätze erhöhen. Die Umbaukosten werden auf 85 000 Euro geschätzt. Bei einer Zwei- Drittel-Finanzierung durch den Landkreis betrüge der Stadtanteil 28 333 Euro.

Insgesamt stehen im Stadtgebiet von den 107 benötigten Plätzen erst 34 zur Verfügung. 2010 kommen 15 Krippenplätze in Hemeringen dazu, 2010/2011 sollen weitere 30 in der Kernstadt folgen – wo, ist weiterhin unklar. Nach wie vor werde nach der „günstigsten Lösung gesucht und nicht rumgeeiert, wie vielleicht manche denken“, betonte Bürgermeister Harald Krüger. 750 000 Euro für die Lange Straße/Paulstraße seien nicht gerade wenig, so Krüger.

Ein Grund, weshalb das Seniorenheim Eberhard Poppelbaum – bisher nur zweite Wahl und vor Jahren verworfen – wieder verstärkt im Gespräch ist. Eine mögliche Übernahme des Senioren- und Pflegeheims in der Schulstraße durch das DRK hatten die Pläne der Stadt, hier zu investieren, gebremst.

Seit die Übernahme vom Tisch ist, gewinnt die Idee „Jung und Alt unter einem Dach“ wieder an Attraktivität. „Die Stadt ist auf uns zugekommen“, erklärt Hans-Jörg Böhne, Vorsitzender des Trägervereins. Diskutiert wird momentan, das alte Feuerwehrgerätehaus mit rund 400 Quadratmetern Fläche plus Grundstück zu nutzen. Derzeit werden die Räume dort vor allem für Betreuungsaufgaben genutzt. Zwar wären beide Seiten froh, wenn diese Lösung verwirklicht werden könnte, es bestehen allerdings sowohl seitens der Stadt als auch vom Trägerverein erheblich Zweifel, ob man zusammenkommt.

Entscheidend sein wird der Preis, den die Stadt bereit ist zu zahlen. Denn mit dem Geld müssen die derzeitigen Betreuungsräume des Heims ersetzt werden, und zwar so zentral, dass die Bewohner des geplanten Neubaus keine langen Wege haben, wie Vorstandsmitglied Dieter Kaul erklärt. Stimmt der geforderte Preis für die Stadt nicht, sei die Vermietung der Räume für den Trägerverein eine alternative Lösung. Einstimmig beschlossen wurde bei der Mitgliederversammlung bisher nur die Bauplanung: Ob der Bau überhaupt finanziert werden kann, werde sich im Anschluss zeigen.

Um konkrete Zahlen zu nennen, sei es zu früh, betonte Dieter Kaul. Um einen Überblick über Kosten und mögliche Kredite zu bekommen, stehen noch ein Gutachten bezüglich des Wertes des alten Feuerwehrgerätehauses und weiterführende Gespräche aus. Der Trägerverein werde voraussichtlich im Frühjahr einen konkreten Plan haben, mit dem Gutachten wird kurzfristiger gerechnet. Die Planungen für das ehemalige Reupke-Gelände würden durch diese neue Entwicklung nicht beeinflusst. „Es entsteht kein Zeitverzug“, betonte Krüger. Für das Gelände gibt es nach Aussage des Bürgermeisters derzeit einen Investor.



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