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Warum selbst Namen von Persönlichkeiten wie Michael Schumacher nicht nach außen dringen würden

Die BDH-Klinik und ihre prominenten Patienten

Hessisch Oldendorf. Nach seinem schweren Skiunfall liegt Michael Schumacher seit über drei Wochen im Universitätsklinikum von Grenoble im Koma. Vor allem in den ersten Tagen löste der prominente Patient einen wahren Ansturm von Medienvertretern aus, der den Klinikalltag einer Belastungsprobe unterzog. Im Anschluss an die Erstversorgung in Akut-Kliniken kommen Menschen mit neurologischen Schädigungen infolge eines Unfalls oder Schlaganfalls zur Rehabilitation in Einrichtungen wie die BDH-Klinik. Dort werden sie mit therapeutisch übergreifenden Maßnahmen weiter versorgt. Wie ist es, wenn ein Prominenter nach Hessisch Oldendorf verlegt wird? Wir fragen den ärztlichen Direktor, Professor Jens D. Rollnik: „Selbst wenn Michael Schumacher bei uns wäre – er ist es natürlich nicht – würde das niemand erfahren. Wir hatten schon einige Prominente bei uns, die im Übrigen nicht anders als alle anderen behandelt werden.“ In jedem Fall gelte die absolute Schweigepflicht. „Dass die eingehalten wird, beweist die Tatsache, dass wir wegen prominenter Patienten noch nie Nachfragen von Medienvertretern hatten. Wer als Mitarbeiter die Schweigepflicht bricht, ist ja auch arbeitsrechtlich angreifbar“, betont Rollnik. Was den Gesundungsprozess Prominenter angehe, sei der Erfolgsdruck für Ärzte und Therapeuten nicht größer als bei jedem anderen Patienten auch, erklärt er. An einen Fall erinnert er sich, bei dem auch sein Herz etwas schneller geschlagen habe: „Wir hatten mal den Vater eines Prominenten hier, der im gepanzerten Wagen vorfuhr und von einem Personenschützer begleitet wurde.“ Klinik-Geschäftsführer Uwe Janosch gibt zu bedenken: „Sollte bei uns jemals die Reha-Maßnahme eines Prominenten öffentlich werden, hätten wir weitaus größere Probleme als die Klinik in Grenoble. Schließlich zielt unsere Behandlung darauf ab, dass Erkrankte wieder erste Schritte nach draußen unternehmen, abgesehen von der Intensivstation ist unsere Einrichtung also bewusst offen gehalten.“

veröffentlicht am 23.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

Autor:

Anette Hensel
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