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Bischöfliches Generalvikariat lässt sich viele Jahre Zeit mit der Erschließung von längst verkauften Grundstücken

Die Anwohner am Wallgraben haben die Nase voll

Hessisch Oldendorf (doro). Die Anwohner im Neubaugebiet „Am Wallgraben“ in Hessisch Oldendorf sind sauer. Rund sieben Jahre warten sie inzwischen darauf, dass die Erschließung ihrer Grundstücke abgeschlossen wird. Aber bis heute hat sich der nichtkommunale Erschließungsträger, das Generalvikariat Hildesheim, nicht gerührt.

veröffentlicht am 29.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

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Zunächst wurde der vereinbarte Termin verschoben, weil nicht genug Baugrundstücke verkauft worden waren. 60 Prozent sollten vor der endgültigen Erschließung mindestens veräußert werden, spätestens aber 2005 wollte man beginnen.

Durch den zögerlichen Verkauf der Grundstücke wurde auch diese Vereinbarung außer Kraft gesetzt, mit der Begründung, durch zeitlich nachgelagerte Bautätigkeit auf den Grundstücken die Erschließungsanlagen nicht zu beschädigen. Also unterzeichneten die Stadt Hessisch Oldendorf und das Generalvikariat eine Änderung der Vereinbarung, die den Endausbau auf Dezember 2008 festschrieb. Aber auch zu diesem Zeitpunkt passierte nichts, obwohl 70 Prozent der Grundstücke bebaut waren. Gründe gab das Generalvikariat, das die Verträge mit den Grundstückskäufern geschlossen hat, nicht an.

„Das hängt mit der Vermarktung der Grundstücke zusammen“, ist die wenig konkrete Aussage, die das Generalvikariat dazu macht. Schuld sei außerdem der harte Winter – begonnen werde, „sobald das Wetter gut sei“.

„Das Generalvikariat hat seine Glaubwürdigkeit in dieser Angelegenheit längst verloren“, sagt Anwohner Walter Picht, der sich nicht nur über das „wenig christliche Verhalten“ des Bischöflichen Generalvikariats ärgert, sondern auch die Stadt Hessisch Oldendorf kritisiert, die es offenbar nicht fertigbringe, vom Erschließungsträger die fristgerechte Einhaltung der Vertragsleistungen für Haus- und Grundbesitzer des Wohngebietes zu verlangen. Nicht nur Walter Picht ist verärgert, auch andere Anwohner, die am Wallgraben wohnen, üben Kritik: Seher Yasaroglu ärgert sich über den ständigen Staub und merkt an, dass doch inzwischen genug gebaut worden sei. „Ärger ohne Ende“, urteilt Radovan Tomic und Siegfired Buss ist es leid, immer wieder vertröstet zu werden, „schließlich haben wir die Erschließung bereits bezahlt“.

„Wir drängen nicht darauf“, sagt Thomas Breitkopf von der Arbeitsgemeinschaft Straßenwesen, Räumliche Planung und Gewässer. Die endgültige Erschließung halte man bei der Stadt allgemein erst dann für sinnvoll, wenn die Bebauung fast abgeschlossen ist. Solange die Baufahrzeuge zu den Baugrundstücken führen und Schäden verursachten, wie zum Beispiel das Wegbrechen der Hoch- und Tiefborde, sei das nicht sinnvoll, so Breitkopf.

Für die entstehenden Kosten müsste am Ende der Steuerzahler aufkommen. Darüber hinaus werde am Wallgraben nicht mehr allzuviel passieren, lediglich eine zwei bis drei Zentimeter dicke Asphaltschicht werde neu aufgebracht. Auch sei der Zustand der Straße besser als in anderen, wesentlich älteren Baugebieten, wie zum Beispiel in Fischbeck auf dem Frauenkamp oder auf der Höhe.

Dass die Anwohner ein Recht auf die Einhaltung des Vertrages haben, den sie mit dem Generalvikariat geschlossen haben, sagt Ortsbürgermeister Claus Clavey; das könne man auch von einer kirchlichen Behörde erwarten. Die Vorgehensweise und der Umgang mit den Käufern, die schließlich das Geld für die Erschließung längst bezahlt haben, sei nicht korrekt.

Die Erschließung der Straße „Am Wallgraben“ wurde immer wieder hinausgezögert.



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