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Lutz Göhmann stellt sein Können als langjähriger Leiter des Musikkorps erneut unter Beweis

Der Weg bis zur Aufführung ist mitunter steinig

Hessisch Oldendorf (boh). Zu den Aufgaben eines Dirigenten gehört es, Partituren im Sinne des Komponisten zu interpretieren und diese dem Orchester näher zu bringen. Lautstärkebezeichnungen wie piano oder forte müssen ebenso berücksichtigt werden wie das Schlagen des Taktes. Trotzdem hat der Leiter eines Orchesters eine gewisse Gestaltungshoheit bei den einzelnen Stücken und setzt individuelle Akzente. Mit dem Taktstock fungiert er gewissermaßen als „Nadelöhr“ zwischen den Musikern und dem musikalischen Produkt. Lutz Göhmann ist so ein versierter Dirigent. Seit Jahren leitet er das Musikkorps der Stadt Hessisch Oldendorf. Liest er zu Hause eine Partitur, hat er sofort eine Vorstellung davon, wie etwas klingen muss. „Der kreative Schaffensprozess mit dem Orchester setzt allerdings beträchtliche Übungszeit voraus“, erklärt er.

veröffentlicht am 21.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:21 Uhr

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Göhmann müsse zunächst seinen über 50 Musikern die Partitur näherbringen, danach wird montags in den Übungsräumen des Baxmann-Zentrums am Barksener Weg fleißig geprobt. „Der Weg von der Vorbereitung bis zur Aufführung ist mitunter steinig“, weiß der Leiter der Schaumburger Kreisjugendmusikschule aus langjähriger Erfahrung. Mit seiner Persönlichkeit formt er schließlich bei jedem Stück den Klangkörper zu einer musikalischen Einheit.

Und davon konnten sich auch beim mittlerweile 41. Jahreskonzert des Orchesters die über 500 Zuhörer im Baxmann-Zentrum überzeugen. „Helden“, so der programmatische Titel des Konzertes, wurden gleich in Massen musikalisch auf der Bühne zelebriert. Der feierliche Auftakt des Vor- und Jugendorchesters – immerhin fast 40 Kinder und Jugendliche – gab die musikalische Marschrichtung des Abends vor, ehe sie sinfonisch in die „unendlichen Weiten des Universums im Jahr 2200“ eintauchten und sich vor der 60er Jahre Kultserie „Star Trek“ verbeugten. Aufhorchen ließ auch das Stammorchester bereits früh mit einer Komposition von Therry Deleruyelle, die einem „Helden“ sinfonisch huldigt, der bis heute auch „La Grande Nation“ spaltet: Napoleon Bonaparte. Mit Emperor schuf der französische Komponist Thierry Deleruyelle ein dreisätziges Werk, das vom Leben des großen Korsen erzählt: Der erste Satz beschreibt die Charakterzüge des Kaisers, bei dem Brillanz und Schwermut dicht beieinander liegen. Der sehr lyrische zweite Satz widmet sich seiner großen Liebe Josephine Beauharnais. Im Kontrast dazu steht der Schlusssatz. Wie die Ruhe vor dem Sturm wandern zunächst Melodiefetzen durch die einzelnen Instrumentengruppen, ehe sich ein Schlachtengetümmel infernalischen Ausmaßes erhebt.

Die Auswahl der einzelnen Stücke, die der musikalische Leiter des Orchesters getroffen hat, überzeugte auf ganzer Linie. Aufhorchen ließ unter anderem ein Marsch von Julius Fucik, der berühmt wurde durch seinen „Einzug der Gladiatoren“ oder den „Florentiner Marsch“. Schwungvoll präsentierte das Orchester ein selten gespieltes Stück des böhmischen Komponisten, den Marsch der olympischen Meistersinger. Aber auch musikalische Reminiszenzen an die Leinwandhelden der jüngeren Film- und Fernsehgeschichte rundeten das 41. Jahreskonzert ab. Schlag auf Schlag gaben sich Helden wie James Bond, die Spielfiguren aus „Toy Story“ oder Louis de Funès die Klinke in die Hand, ehe mit dem der Tatort-Erkennungsmelodie und dem musikalischen Thema aus „Hawaii Fünf-Null“ dieses musikalische Helden-Feuerwerk den abschließenden donnernden Applaus geradezu herauskitzelte.

Klarinetten im Wohlklang: Die Auswahl der einzelnen Stücke, die der musikalische Leiter des Orchesters getroffen hat, überzeugte
  • Klarinetten im Wohlklang: Die Auswahl der einzelnen Stücke, die der musikalische Leiter des Orchesters getroffen hat, überzeugte.

Für die musikalische Einheit sorgt der Mann mit dem Taktstock: Dirigent Lutz Göhmann führt seine Musiker.

Fotos: boh



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