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1966 zerstörte eine Flutwelle Teile von Fischbeck / Nun wurde die Talsperre für 65 000 Euro saniert

Der Tag, an dem der Damm brach

Fischbeck. Als die Flutwelle über Fischbeck hereinbrach, riss sie alles mit sich. Sie zerstörte Brücken, Häuser und Ställe. Menschen kamen nicht zu Schaden, doch es ertranken zahlreiche Kühe und Schweine. Der Notstand wurde ausgerufen, damals, am 19. Juli 1966.

veröffentlicht am 06.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:41 Uhr

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Vor fast 50 Jahren trafen die Regenmassen im Tal des Nährenbachs oberhalb von Fischbeck auf das bereits vollgelaufene Rückhaltebecken. Der sechs Meter hohe Erddamm der 1906 in Betrieb genommenen Anlage konnte dem Druck nicht standhalten. Er brach. Die Wassermassen schossen ins Tal, beschädigten mehr als 150 Gebäude und richteten einen Schaden von rund 3,2 Millionen D-Mark an. „Man möchte am liebsten gar nicht mehr darüber sprechen“, sagte Zeitzeuge Karl Heinz Beerberg einst dieser Zeitung. Vergessen kann er den Tag aber nicht: „Die Erinnerungen sind schlimm. Einen Tag später wollten wir eigentlich in den Urlaub fahren. Erst gab es Entwarnung, der Wasserstand sei leicht gefallen, hieß es, doch dann die schreckliche Nachricht: Der Damm ist gebrochen.“

Die Katastrophe hatte gezeigt, dass die Talsperre keinen ausreichenden Schutz bot. Daher wurde der Erddamm verstärkt und auf fast zwölf Meter erhöht. Ein in den Jahren 1968 und 1969 eingebauter Abfluss ermöglicht seitdem ein kontrolliertes Ablassen des Wassers. Zwar wird die Anlage regelmäßig gewartet, dennoch stellten Experten im vergangenen Jahr fest: Weitere Vorkehrungen sind notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Stadt Hessisch Oldendorf investierte daher im Jahr 2013 etwa 65 000 Euro in die Anlage. Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen.

So mussten im Laufe der Jahre porös gewordene Dichtungen erneuert und der hölzerne Zugangs- und Bedienungssteg durch eine Metallkonstruktion ersetzt werden. Dass auch an Beton der Zahn der Zeit nagt, zeigte sich an den Wänden des rechten Durchgangsstollens. Dort brachten Arbeiter Spezialmörtel auf.

Auch die Alarmierungsanlage entsprach nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und wurde erneuert. Nun überwacht sie permanent den Wasserspiegel des Nährenbaches und alarmiert im Notfall den Betriebsleiter, der dann den weiteren Verlauf des Hochwassers kontrolliert. Im Notfall kann es sogar dazu kommen, dass Menschen evakuiert werden müssen; ein entsprechender Plan liegt vor. red/rom

Alle Artikel über das Unwetter von 1966 gibt es im Internet unter der Adresse:

archiv.

dewezet.de

65 000 Euro steckte die Stadt 2013 in die Sanierung der Talsperre am Nährenbach. Vor fast 50 Jahren berichtete die Dewezet tagelang über das Unwetter und seine Folgen.Wal/Archiv



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