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Zivilstreife im Einsatz: Jugendliche werden beim Karnevalsumzug stärker kontrolliert

„Der Schnaps kommt doch wie eine Keule“

Polizei, Kreisjugendamt und der OCC wollen durch strenge Kontrollen Alkoholmissbrauch beim Narrenumzug weitestgehend verhindern.

veröffentlicht am 04.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 21:41 Uhr

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Foto: Wal

Hessisch Oldendorf (mau). Die Hessisch Oldendorfer Jugendlichen müssen sich beim Karnevalsumzug am 14. Februar wieder auf starke Kontrollen einrichten. „Wir werden beim Umzug aus taktischen Gründen in Zivil kontrollieren.“ Aber nicht nur entlang der Strecke, sondern im Stadtgebiet und am Bahnhof, sind Mitarbeiter der Polizei und des Jugendamtes im Einsatz, sagt Kriminalhauptkommissar Ulrich Mathies.

Zusammen mit der Kreisjugendpflege Hameln-Pyrmont und Polizeibeamten des Fachkommissariats 6, das zuständig für Jugendkriminalität ist, werden unter anderem Rucksäcke von Jugendlichen überprüft. „Wenn wir hochprozentigen Alkohol bei unter 18-Jährigen finden, dann haben sie die Möglichkeit, den Inhalt der Flasche vor unseren Augen auszuschütten oder wir nehmen die Flasche mit ins Kommissariat. Die Flasche muss dann von den Eltern abgeholt werden.“

In extremen Fällen wird die Polizei betrunkene Jugendliche mit auf das Revier nehmen: „Wir hatten letztes Jahr solch einen Fall“, schildert Ulrich Mathies. „Wir mussten einen jungen Rintelner, der kurz vor seinem 18. Geburtstag stand, mit auf das Revier nehmen. Dass ihn sein Vater abholen musste, war eine totale Blamage für ihn.“

Beim Karnevalsumzug im Einsatz: (v.li.) Ulrich Mathies, Werner Achilles, Claus-Dieter Kauert, Julian Hartmann, Marcus Rehse. Foto: mau

Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, wird schon im Vorfeld in den Geschäften verstärkt kontrolliert und an das Jugendschutzgesetz erinnert, das den Verkauf von hochprozentigen Alkoholika an Jugendliche unter 18 Jahren verbietet. „Die Prävention steht im Vordergrund“, sind sich Kreisjugendpflege und Polizei einig.

Es handele sich ohnehin meistens um zwei Handvoll Personen, die zu viel getrunken hätten, sagt Werner Achilles, Zugmarschall beim Oldendorfer Carneval Club. „Wir appellieren an die Eltern, dass sie ihren Kindern sagen, sie sollen nicht aus dem Rahmen fallen.“ Hochprozentiges wie Wodka sei meistens das Hauptproblem. „Der Schnaps kommt doch wie eine Keule. Bei Wein und Bier hat man noch ein Sättigungsgefühl“, erklärt sich Werner Achilles, dass einige Menschen am Rande des Narrenumzuges extrem betrunken sind.

„Während des Umzugstages sind elf Kollegen und Kolleginnen aus Hessisch Oldendorf im Einsatz. Vier Hamelner Beamte unterstützen uns noch. Und für die Abendstunden habe ich noch zwei Diensthundeführer angefordert“, sagt Ulrich Mathies, Leiter der Polizeistation in Hessisch Oldendorf. Das Polizeiaufgebot sei völlig ausreichend. „Aus Erfahrung weiß ich, dass die Auflagen beim Jugendschutz fast zu hundert Prozent eingehalten werden. Die meisten Umzugsteilnehmer verhalten sich außerdem angemessen.“ Kreisjugendpfleger Kauert stellt noch klar: „Wir haben es nicht mit 15 000 Hooligans zu tun. Es sind nur einige, die aus dem Rahmen fallen.“

Die Polizei ist nach dem Umzug weiter in Alarmbereitschaft. „Wir gehen bis in die Nachtschicht rein. Wenn Unruhen herrschen, dann bleiben wir natürlich noch länger“, sagt Ulrich Mathies. Für die Sicherheit an und in der Stadthalle, wo es für viele Karnevalisten nach dem Umzug zum Weiterfeiern hingeht, wird der Sicherheitsdienst Schweinebart zuständig sein.

Gedanken macht sich Zugmarschall Werner Achilles um das Wetter. „Wenn es zu kalt und glatt ist, kann es sein, dass sich die Versicherung weigert. Oder eine leicht abgeänderte Strecke befahren werden muss.“ Was das Wetter anbelange, helfe nur Hoffen – planen könne man da nichts, sagt der Karnevalist, der am Sonntag, 14. Februar, den Zug anführen wird.



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