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Frank Suchland fasziniert mit Erzählungen über Wein in der Literatur

Der Saft, der Künstler beflügelt

HESSISCH OLDENDORF. Wohl mundende Grauburgunder, halbtrockener Vinian TS, ein Condel Pine Tinto aus Spanien oder vollmundiger Anciens Temps rouge und dazu Anekdoten, Gedichte, Zweizeiler und andere literarische Kunstwerke präsentierte der Multikünstler Frank Suchland am Freitagabend im Kultourismusforum.

veröffentlicht am 22.10.2017 um 15:41 Uhr

Passend begleitet wurde der Themenabend zum Wein mit einer Weinprobe für die Zuhörer. Foto: hek
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Autor

Henner-E. Kerl Reporter
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Wohl mundende Grauburgunder, halbtrockener Vinian TS, ein Condel Pine Tinto aus Spanien oder vollmundiger Anciens Temps rouge und dazu Anekdoten, Gedichte, Zweizeiler und andere literarische Kunstwerke – welche Mixtur könnte eine Weinprobe besser zu einem ganz besonderen Erlebnis machen? Umso mehr, wenn im Mittelpunkt all dessen ein Multikünstler wie Frank Suchland steht? Die Antwort gab jetzt der Culturverein Hessisch Oldendorf. Im voll besetzten KultourismusForum servierte er unter der Regie ihrer Vorsitzenden Barbara Jahn-Deterding in Zusammenarbeit mit der Rintelner Vinothek diese in jeder Beziehung köstliche Mischung und fand dafür ein rundum zufriedenes und begeistertes Publikum.

Der Wein spielte schon immer in der Literatur eine überragende Rolle. Die Reihe der Künstler, die durch den Rebensaft in ihrer künstlerischen Arbeit angeregt und beflügelt wurde oder über ihn schrieben, ist unendlich. Entsprechend bunt war das Repertoire von Frank Suchland: Der in Kassel geborene und in Rinteln lebende Autor, Komponist und Rezitator las Texte von Wilhelm Busch, Eugen Roth, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz, Joseph von Eichendorff oder Carl Zuckmayer, streute Anekdoten ein und wusste sein Publikum mit eigenen Werken, Zweizeilern, Wortspielereien und Wissenswertem über Wein bestens zu unterhalten. Das ganze untermalte der Pianist Stephan Winkelhake mit ebenso heiterem wie nuancierten Spiel. Selbst, die dem Wein bisher eher wenig zugewandt waren, mussten dabei zumindest in Versuchung kommen, Gefallen an Rotem und Weißem und geselligen Runden in der Schänke zu finden und den Worten beispielsweise von Wilhelm Busch getreu dem Motto, dass im Wein de Wahrheit liegt, volle Überzeugung zu schenken: „Ein Trinkgefäß, sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr“.

Frank Suchland zeigte sich als Meister seines Fachs. Obwohl der 55-jährige studierte Musiker und Germanist selbst, wie er zugab, kein Weinkenner sei, enthielt sein kurzweiliger Potpourri wunderbar viel charmant vorgetragenes Wissens- und Liebenswertes rund um die Köstlichkeiten aus den Kellereien aller Herren Länder. Egal, was er zum Besten gab: Weil er die Kunst des Vortrags beherrscht und Betonung, Stimmlage, Dynamik sowie Tempo brillant vereint, machte er jeden Text, ob das Gedicht von Erich Kästner, die Verse von Wilhelm Busch oder die eingestreuten Zwei- und Vierzeiler zu einem Hörerlebnis.

Frank Suchland (li.) begab sich auf die Suche nach Wein in der großen Literatur. Stephan Winkelhake untermalte die Erzählungen am Klavier. Foto: hek
  • Frank Suchland (li.) begab sich auf die Suche nach Wein in der großen Literatur. Stephan Winkelhake untermalte die Erzählungen am Klavier. Foto: hek

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