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Der Mais kommt fast nur noch in die Biogasanlage

Hessisch Oldendorf (ll). Die Maisflächen in der Region sind nun vollends abgeerntet. „Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Ertrag bei konstant gebliebener Anbaufläche jedoch deutlich geringer aus“, sagt Rainer Sander. Der stellvertretende Geschäftsstellenleiter des Landvolks im Weserbergland rechnet mit einem Minderertrag für 2009 von etwa zehn bis 15 Prozent. Die anhaltende Trockenheit im Sommer habe nicht nur zu einer früheren Ernte, sondern auch für den geringer ausgefallenen Maisertrag gesorgt.

veröffentlicht am 16.10.2009 um 15:33 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 03:21 Uhr

Mais
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Hessisch Oldendorf (ll). Die Maisflächen in der Region sind nun vollends abgeerntet. „Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Ertrag bei konstant gebliebener Anbaufläche jedoch deutlich geringer aus“, sagt Rainer Sander. Der stellvertretende Geschäftsstellenleiter des Landvolks im Weserbergland rechnet mit einem Minderertrag für 2009 von etwa zehn bis 15 Prozent. Die anhaltende Trockenheit im Sommer habe nicht nur zu einer früheren Ernte, sondern auch für den geringer ausgefallenen Maisertrag gesorgt.
 Dabei ist der Mais zu einem äußerst wertvollen Rohstoff in der Landwirtschaft geworden: Während Mais vor ein paar Jahren noch hauptsächlich als schmackhaftes und nährstoffreiches Futter für Rinder diente, hat sich mittlerweile die Nutzung des biologischen Kraftfutters grundlegend verändert. Kraft gibt der Mais indes immer noch – allerdings zu veränderten Bedingungen. Denn ein erheblicher Anteil des angebauten Maises landet in den heimischen Biogasanlagen – und sorgt hier für Energieversorgung mit reichlich Strom und Wärme. „90 Prozent der Maisernte im Weserbergland sind für die Energiegewinnung bestimmt“, erklärt Sander. Er erklärt den überaus großen Anteil des sogenannten Energiemaises mit der deutlichen Abnahme der Viehhaltung bei den Landwirten. Lukrativer als die Tierzucht ist der Anbau von Energiemais allemal.
13 000 Tonnen
Mais braucht die Anlage

 In den Biogasanlagen in Hessisch Oldendorf und Hemeringen herrscht deshalb Hochbetrieb bei der Anlieferung von gehäckseltem und energetisch höchsttauglichem Silomais. 13 000 Tonnen Mais benötigt allein die Biogasanlage in Hessisch Oldendorfs westlichem Gewerbegebiet. Das entspricht einer Anbaufläche von etwa 200 Hektar. Laut Aussage von Claus-Dieter Dubbel, Verantwortlicher für die Betriebsorganisation auf der Anlage in der Hessisch Oldendorfer Kernstadt, würden pro Jahr zusätzlich rund 4000 Tonnen geschrotetes Getreide zu Wärme und Strom verarbeitet. In Zukunft gehören womöglich auch 3000 Tonnen Putenmist jährlich zu den Energieträgern in Hessisch Oldendorf (wir berichteten).
 Ein ähnlich großer Maisbedarf besteht in der Biogasanlage am Hemeringer Kreisel. Wie Betreiber Jörg Pape berichtet, stelle der Mais mit etwa 70 bis 80 Prozent der benötigten Gesamtmasse den größten Anteil. 10 000 Tonnen Silomais werden in der Hemeringer Anlage gehäckselt, aufgeschüttet und luftdicht verpackt. Die entstehende Maissilage dient als Bakterienfutter zur Energiegewinnung und macht ebenfalls den Löwenanteil am Rohstoffbedarf in Hemeringen aus. Grünroggen und anderer Getreidearten decken laut Pape den Gesamtbedarf an regenerativen Energiequellen ab.  „Zur Zeit besteht kein weiterer Maisbedarf“, erklärt Rainer Sander. Die Mais-Anbauflächen im Landkreis reichten im Moment – und unter Berücksichtigung, dass keine weiteren Biogasanlagen gebaut würden – als regenerative Energieträger aus. Den Mais zur Deckung eines steigenden Bedarfs hingegen aus weit entfernten Regionen nach Hessisch Oldendorf zu karren, sei ausgeschlossen. Ökonomisch nicht rentabel, so die einhellige Meinung der Beteiligten. „Wir haben uns einen Umkreis von 15 Kilometern für anliefernde Landwirte gesetzt“, sagt Claus-Dieter Dubbel. „Ein weiter Transport mit dem LKW ist auch ökologischer Nonsens“, ergänzt Jörg Pape.

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