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„Beetgeflüster“ im Fischbecker Stift mit Jens F. Meyer

Der „Gelbe Heinrich“ – und andere sonderbare Gesellen

FISCHBECK. „Was will der Huflattich bei der Johannisbeere?“ Das ist nur eine der vielen Fragen, die sich dem Dewezet-Redakteur und passionierten Hobbygärtner Jens F. Meyer immer wieder stellen. Mal geht er ihnen vor dem Computer sitzend nach und verarbeitet sie – ob nun beantwortet oder nicht – für seine Wochenendkolumne „Beetgeflüster“, mal stellt er sie im Rahmen einer Autorenlesung vor Publikum vor. Am Samstag hatte er zu gleich zwei Vorträgen an einen ganz besonderen Ort eingeladen: die herrlichen Gärten des Damenstifts Fischbeck.

veröffentlicht am 05.08.2018 um 18:10 Uhr

Prosa, Lyrik und Gedichte im Stiftsgarten: Jens F. Meyer präsentiert sein „Beetgeflüster“ Foto: br.
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Äbtissin Kathrin Woitack fand ihre Gärten indes gar nicht so prächtig. Zwar lobte sie den unverdrossenen Einsatz ihrer Gärtnerinnen gegen die andauernde Trockenheit, musste aber gleichwohl bekümmert auf die vertrockneten Rasenflächen verweisen. Jens F. Meyer fand jedoch Worte des Trostes für die Äbtissin: „Ein brauner Rasen ist ein Beweis für einen guten Sommer“, lieferte der Autor sogleich ein Beispiel seiner ganz persönlichen Gartenphilosophie. Und die besteht, wie er seinem Publikum sehr schnell zu vermitteln wusste, vor allem aus einem gerüttelt Maß an Humor, verbunden mit jeder Menge gärtnerischem Sachverstand und ganz viel Liebe zu allem, was da grünt und blüht. Wenn Meyer über die Regel im buddhistischen Königreich Bhutan berichtet, für jeden gefällten Baum zwei neue zu pflanzen, wenn er darüber geradezu in Schwärmerei gerät über dieses „Wunderwerk“, dessen Schatten kein Sonnenschirm zu ersetzen vermag, wird diese Liebe spür-, ja greifbar. Und wer würde ihm nicht beipflichten wollen, zumal bei hochsommerlichen Temperaturen und wolkenlosem Himmel im Schutze eben eines solchen Wunderwerks?

An drei verschiedenen, bewusst nach „Schattenqualität“ gewählten Orten im Stiftsgarten und zum Abschluss im Kreuzgang trug Jens F. Meyer aus seinen beiden – ebenfalls „Beetgeflüster“ betitelten – Büchern vor, las Prosa daraus ebenso wie eigene Lyrik, griff auch auf Gedichte anderer Autoren, wie beispielsweise Hermann Hesses „Regen“, zurück, fand aber vom Melancholischen auch immer wieder zum Heiteren. So zum Beispiel bei dem Bericht über die Pflanze mit dem höchst sonderbaren Namen „Gelber Heinrich“, die sich später – nüchtern betrachtet – als „Gilbweiderich“ (Felberich) entpuppte. An der letzten Station, dem Kreuzgang, angekommen, widmete Jens F. Meyer sich dann dem Thema „Liebe“ und traf mit dem Vortrag der Verse „Für Einen“ von Mascha Kaléko haargenau den sanften Ton, der der Stille des Ortes gebührte.



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