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Professor Henkel soll zum Leader-Auftakt Impulse geben – und schweift dabei ab

Der „Dorfpapst“ erfordert Sitzfleisch

HESSISCH OLDENDORF. „Professor Hastig erklärt die Welt im ländlichen Bereich“, kritisiert Christel Detmer, Vorsitzende des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit, den Vortrag von Professor Dr. Gerhard Henkel zur Auftaktveranstaltung Leader+ im Kulturismusforum. Als „Leader-Abend“ deklariert – und nein, es ist keine neue Rechtschreibreform an den Start gegangen, auch wenn die Jagdhornbläser, die musikalisch den würdigen feierlichen Rahmen bieten, das vielleicht zunächst vermuten lassen – bedarf es bei den etwa 70 Zuhörern schon eine gehörige Portion Sitzfleisch und noch mehr Geduld, um die Veranstaltung zu überstehen. Ländliche Beispiele von Kyritz an der Knatter bis nach Posemuckel geistern durch den einstündigen Vortrag, der immer wieder von der eigentlichen Thematik, ähnlich wie bei einem Abend des Kabarettisten Piet Klocke, weiträumig abschweift. „Mit fehlte einiges in diesem Vortrag“, bemängelt Gudrun Philipp vom Heimatverein Fischbeck. „Impulse gab der Redner wenige!“ Dabei ist die Stadt Hessisch Oldendorf gemeinsam mit der lokalen Aktionsgruppe (LAG), was „Leader+“-Projekte betrifft, bereits ebenso auf einem guten Weg wie die Gemeinden Auetal, Rinteln, Aerzen und die Stadt Hameln. Gemeinsam bilden sie das Leader-Projekt westliches Weserbergland.

veröffentlicht am 27.05.2016 um 20:15 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:58 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Und im Rathaus Hessisch Oldendorf sind mit Heiko Wiebusch, Hermann Faust und vor allem mit Ellen Pukall als Regionalmanagerin gleich drei Menschen am Start, die maßgeblich Verantwortung übernehmen, um Hessisch Oldendorf zukunftssicher zu gestalten. Markantes wie die Schillathöhle oder die Aussichtsplattform an Niedersachsens höchstem natürlichen Wasserfall in Langenfeld sowie der Skulpturenpfad aus vergangenen mit Leader-Mittel geförderten Projekten sind wegweisende und vor allem gelungene Beispiele dafür. Bleibt jetzt die Aufgabe, zukunftsfähige Dörfer zu gestalten. Für die Jahre 2016 bis 2022 hat sich die Verwaltung so einiges vorgenommen. Die bauliche und die gesellschaftliche Entwicklung in den Dörfern müsse gefördert werden, heißt es aus dem Rathaus. Eine klare Kampfansage unter anderem an die zahlreichen Leerstände in der Langen Straße und in den einzelnen Dorfkernen. Ist Dorferneuerung eine Spielwiese für auswärtige Experten?, fragt Gerhard Henkel in die Runde. Mitnichten, Veränderungen kommen immer von innen heraus. Das hat man im Rathaus bereits vor Jahren erkannt. Verwaltung und Kommunalpolitik verstehen sich als ständiger Vermittler und Impulsgeber und ziehen an einem Strang. Nur so seien eine Revitalisierung der Ortskerne und ein damit verbundener Ausbau der Infrastruktur zu gewährleisten. Dazu gehöre ebenso, die Vielfalt und Identität der umgebenden Kultur- und Naturlandschaft zu erhalten, Vereine zu fördern und Traditionsgut zu bewahren und vor allem gerade jungen Menschen eine Chance zu geben, dauerhaft in der ländlichen Region zu leben und nicht in die Großstädte abzuwandern. Insgesamt 2,4 Millionen Euro an Fördermitteln stehen für die nächsten sechs Jahre aus EU-Mittel bereit, damit neue Projekte gefördert werden können, die unterm Strich die gesamte Region „Westliches Weserbergland“ voranbringen sollen – quasi als Fitnessprogramm für die Zukunft. Verständlich dabei, den einzelnen Bürger mit ins Boot zu holen und maßgeblich zu beteiligen oder wie es Henkel formuliert: „Nicht den Bürger als Untertan sehen, sondern als Edelmann.“

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  • Und auch Niedersachsens höchster natürlicher Wasserfall ist im Förderprogramm. Foto: boh

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