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Friedrich Wilhelm I. alias Friedrich Wilhelm Lange übt fleißig Reiten, um für die Schlacht und das Fest fit zu sein

Den Hallenboden hat Seine Majestät auch schon geküsst

Dehmkerbrock/Hemeringen (ris). „Ruhig, steh, so ist brav“, besänftigt Seine Majestät Friedrich Wilhelm I. die Stute Blinka. Das Aufsteigen ihres Reiters gefällt ihr nicht besonders, sie steht nicht still und dreht sich weg. Eine Aufstieghilfe wird herbeigeholt, und jetzt lässt die Stute ihren Reiter ohne weiteres in den Sattel.

veröffentlicht am 22.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:21 Uhr

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„Brav, so ist fein“, beruhigt der neue Schützenkönig aus Hemeringen das Pferd und vielleicht auch ein wenig sich selbst. Blinka indes mag immer noch nicht stehen bleiben, und so setzen sich Pferd und Reiter in Bewegung und drehen ein paar Runden im Schritt auf dem Sandplatz an der Reitanlage Dehmkerbrock. Majestät Friedrich Wilhelm I. wirkt ein bisschen angespannt, sagt aber lächelnd: „Wenn ich erstmal drauf bin und auch drauf bleibe, macht es mir Spaß und ich bin entspannt.“

Den Hallenboden geküsst hat Seine Majestät auch schon. Aber nichts kann ihn davon abhalten, das Reiten zu lernen. Voll ausgestattet mit Reithose, Stiefeln und Kappe, sieht alles schon ganz professionell aus. In der Reithalle angekommen, beginnt die harte Arbeit: Die Reitlehrerin nimmt die Stute an die Longe. „Komm, komm“, versucht Friedrich Wilhelm die Stute zu motivieren und schickt ein paar Schnalzer hinterher. Die aber denkt gar nicht daran zu traben, sondern wirkt, als würde sie lieber auf der Weide stehen und grasen. Ihr Reiter wird energischer, die Kommandos lauter und bestimmter. Erst als er sie mit den Schenkeln antreibt, trabt die Stute schließlich ein paar Runden. Mit hochrotem Kopf sitzt seine Majestät fest im Sattel und übt nun, sein Pferd in die gewünschte Gangart zu bekommen oder wieder durchzuparieren.

Bis zum historischen Schützenfest in Hemeringen bleibt nicht mehr allzu viel Zeit für Training. Deshalb zeigt seine Majestät, alias Friedrich Wilhelm Lange, weiter vollen Einsatz und will fleißig weitere Reitstunden nehmen. Nicht nur er muss bis dahin sicher im Sattel sitzen, auch sein Pferd muss schreck- und vor allem schusssicher sein. Der Aufruf des Oberst und Bataillonskommandeurs von Kirchberg zur Mobilmachung am 8. Mai ist bereits erfolgt. Angetreten wird um 19 Uhr auf dem Exerzierplatz an der Schule Hemeringen. Das Schützenfest findet vom 18. bis 21. Juni statt. Regelmäßig wird alle vier Jahre die Schlacht am Hemeringer Berg nachgestellt.

Während der napoleonischen Kriege zogen marodierende, sich in die Heimat zurückziehende französische Soldaten auch durch Hemeringen. Bei den Plünderungen kam ein Einwohner ums Leben, woraufhin eine Bürgerwehr für Ruhe und Ordnung sorgte. Aus dieser Geschichte sind die beiden großen Kompanien des Schützenfestes entstanden. Die Schützenkompanie und die Räuberkompanie. Aus „Klein Berlin“, so heißt Hemeringen im Volksmund, und seinem Ortsteil Wahrendahl beteiligen sich etwa 500 Einwohner. Sie machen das Fest zu einem unvergessenen Erlebnis. Für die Dorfbewohner selbst ist es ein großer Spaß, der sich über Wochen hinzieht und die Gemeinschaft fördert.

Majestät Friedrich Wilhelm I, alias Friedrich Wilhelm Lange, Schützenkönig von Hemeringen, mit seiner Stute Blinka.

Foto: ris

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