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DLRG schreibt sich Erhalt des Süntelbads auf die Fahnen / Fest zum 50-jährigen Bestehen

Den Blick richtet sie in die Zukunft

veröffentlicht am 02.09.2018 um 17:05 Uhr

Bewegte Geschichte: das Süntelbad. Viele Helfer machen es möglich, die Freizeiteinrichtung zu erhalten. Foto: pj

Autor:

Peter Jahn
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HADDESSEN. „Um den Fahrtenschwimmer zu bekommen, muss man aus drei Meter Höhe ins Wasser springen. Im Süntelbad gibt es aber nur ein Ein-Meter-Sprungbrett. Für Bademeister Horst Klein in den siebziger Jahren kein Problem. Er stellt einfach eine Leiter auf das Ein-Meter-Brett, wir klettern hinauf und springen ins Wasser“, daran erinnern sich Ursula Semel und viele andere noch genau. Geschichten, die das Leben schreibt, heute zwar undenkbar, aber bei einem Anlass wie dem 50-jährigen Jubiläum der DLRG-Ortsgruppe Haddessen gern erzählt und gehört.

Über 1500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in den letzten fünf Jahrzehnten bei der Ortsgruppe das Schwimmen gelernt, über 600 Rettungsschwimmer haben Herm Henkel und seine Mitstreiter in dieser Zeit ausgebildet. Zahlen, auf die man bei den Lebensrettern in der Ortschaft Süntel stolz ist. Und dies in einer Zeit, wo darüber geklagt wird, dass über 50 Prozent der Zehnjährigen noch nicht schwimmen können. Für die Kinder aus Pötzen, Haddessen, Bensen, Höfingen und Fischbeck war und sind das Süntelbad und die DLRG mehr als der Ort, an dem man Schwimmen lernt.

Johannes Albrecht ist über den Ausgleichssport zur DLRG-Ortsgruppe gekommen. „Mit Schulfreunden habe ich mich im Bad getroffen, um Sport zu treiben. 1999 machte ich meinen Rettungsschwimmschein, danach, als ich mit der Schule fertig war, engagierte ich mich beim Rettungswachdienst und dann arbeitete ich im Vorstand mit“, beschreibt er seinen Weg. Heute lebt er mit der Familie in Hannover, „aber immer, wenn es geht, bin ich im Bad und helfe vor allem bei Veranstaltungen mit“.

Herm Henkel und Ursula Semel eröffnen den festlichen Teil der Jubiläumsfeier. Foto: PJ
  • Herm Henkel und Ursula Semel eröffnen den festlichen Teil der Jubiläumsfeier. Foto: PJ
Die Band Reher Klinik sorgt mit Rocksongs und Country-Klassikern für musikalischen Schwung und gute Unterhaltung. Foto: pj
  • Die Band Reher Klinik sorgt mit Rocksongs und Country-Klassikern für musikalischen Schwung und gute Unterhaltung. Foto: pj

Noch weiter weg hat es Herm Henkel, den Vorsitzenden der DLRG, vor mehr als drei Jahrzehnten verschlagen. Er lebt in der Nähe von Braunschweig. „Ich bin Wochenendpendler, nur viermal im Jahr bin ich nicht in Pötzen und im Süntelbad“, erzählt er.

Und noch etwas haben beide gemeinsam: Albrechts Sohn Fynnegan ist DLRG-Mitglied, seit er zwei Wochen alt ist, Henkels drei Kinder von Geburt an. Keine Frage, dass sie im Süntelbad Schwimmen gelernt haben. Auch Ursula Semels inzwischen erwachsene Tochter Mareike hat wie fast alle Jungen und Mädchen aus den Sünteldörfern im 1939 erbauten Bad erste Erfahrungen mit dem kühlen Nass gemacht.

Und kühl ist es immer – den Luxus einer Heizung können sich DLRG und Trägerverein nicht leisten. Dabei wird alljährlich Geld ins Bad investiert, um es für kommende Generationen zu erhalten. Erweiterungspläne sind in Arbeit. Doch damit Kinder Schwimmen lernen, fährt die DLRG mit den Kindern heute ins Hamelner Hallenbad Einsiedlerbach. Für das Schwimmtraining und zu Schwimmprüfungen geht es in die Hallenbäder nach Emmerthal oder Steinbergen.

Zu ihrem 50-jährigen Jubiläum hat die Ortsgruppe eine neue Satzung verabschiedet. Ein wichtiger Punkt, der darin formuliert ist: Erhalt des Süntelbades. Henkel verweist in seiner Festrede auf „jährlich 1500 freiwillige Arbeitsstunden, die für Pflege, Wartung und Reparaturen aufgebracht werden“. Wer so viel arbeitet, der darf auch feiern. Und dies wird beim Jubiläum wörtlich genommen. Den Auftakt bildet der Abend mit der Band Reher Klinik, die im großen Festzelt für fetzige Musik aus dem letzten halben Jahrhundert sorgen und die Gäste begeistert. Am gestrigen Sonntag reichen die Plätze im großen Zelt nicht aus, als Politiker und befreundete Vereine Glückwünsche überbringen. Anschließend geht es weiter mit Spiel und Spaß auf der Wiese und im Wasser für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.



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