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Einbrecher knacken fünf See-Container / Bundesweite Fahndung / Pleitner zum zweiten Mal Opfer

Das waren Profis – Reifenklau im großen Stil

Hessisch Oldendorf (ube). „Das waren echte Vollprofis“, sagt Vulkaniseurmeister Dieter Pleitner (57) aus Hessisch Oldendorf. „Die haben sich nur die hochwertigen Sachen herausgepickt.“ Zum zweiten Mal in diesem Jahr ist der Chef der Firma „Reifen Pleitner“ am Münchhausenring Opfer von Reifen-Dieben geworden. „Ich konnte mir noch keinen Überblick verschaffen, was die Anzahl der gestohlenen neuen Winterreifen angeht. Ich weiß nur: 44 eingelagerte Sommer-Kompletträder von Kunden sind weg“, sagt Pleitner. Die Zahl der Winterreifen sei groß. „Das ist schon eine Transporter-Ladung“, schätzt der Händler. Bereits im Februar waren Pleitner 112 hochwertige Autoreifen auf Felgen gestohlen worden. Geschätzter Wert der Beute seinerzeit: ein großer fünfstelliger Euro-Betrag. Die Täter (22, 26, 28) wurden auf der Autobahn 12 bei Frankfurt (Oder) geschnappt. Die drei polnischen Staatsbürger legten Geständnisse ab, doch der Haftrichter ließ die Männer zum Entsetzen von Dieter Pleitner wieder laufen. Sind die Diebe nach Deutschland zurückgekehrt? Oder war eine andere Bande am Werk? Die Polizei hat auf diese Fragen noch keine Antwort. Sie konnte am Tatort Spuren sichern, weiß, wie die Einbrecher vorgegangen sind. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag stiegen die Gesuchten zunächst in einen Steinmetzbetrieb, der an „Reifen Pleitner“ angrenzt, ein. Neben einem Laptop nahmen die Kriminellen diverse Spezialwerkzeuge mit. Dann schnitten die Diebe einen Maschendrahtzaun auf und gelangten so auf den Hof des Reifenhandels. Sicherheitsschlösser von fünf Übersee-Containern wurden geknackt. An drei weiteren fanden sich Aufbruchspuren. Zum Abtransport der Reifen müssen die Unbekannten ein größeres Fahrzeug oder einen Anhänger benutzt haben. Die Polizei (Ruf: 05151/933222) hofft, dass jemand verdächtige Beobachtungen gemacht hat. Sie bittet unsere Leser um Mithilfe. „Für Hinweise, die zur Festnahme der Täter führen, würde ich eine kleine Belohnung springen lassen“, sagt Pleitner. Er schließt nicht aus, dass die Diebe gestört wurden. „Sie haben nämlich 20 Reifen zurückgelassen.“ Vielleicht war aber auch nur ihr Lkw voll. Bereits in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar brachen Diebe auf dem Gelände des Autohändlers „Volvo Lange“ an der Straße „Langes Feld“ in Afferde einen Container auf und stahlen daraus 17 Komplettsätze Volvo-Reifen auf Leichtmetallfelgen. Am 17. Februar fand dann der erste Einbruch bei „Reifen Pleitner“ statt.

veröffentlicht am 12.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:41 Uhr

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Reifen-Klau im großen Stil ist nicht neu: Im März 2007 hebelten Einbrecher auf dem Gelände einer Autowerkstatt am Reimerdeskamp in Hameln eine Garage auf, in der Sommerreifen von Kunden gelagert wurden. Die Täter erbeuteten 92 Reifen auf Felgen. Diebstähle dieser Art sind nach Angaben des Landeskriminalamtes in Hannover nicht selten. Bundesweit passiere so etwas regelmäßig, sagt Kriminalhauptkommissar Falco Schleier. „Man kann davon ausgehen, dass der überwiegende Teil der Räder nach Osteuropa transportiert wird.“ Die Ermittlungen gestalteten sich sehr schwierig. Zum einen passierten solche Taten nachts, würden die gestohlenen Güter so schnell wie möglich über die Grenze gebracht. „Zum anderen ist es nicht einfach, sichergestellte Reifen einem Tatort zuzuordnen“, weiß Schleier.

Spurensicherung am Tatort: Eine Expertin der Polizeiinspektion Hameln im Einsatz bei „Reifen Pleitner“.



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