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Seit über 20 Jahren lebt Ruth Wendorff in Fischbeck – gestern feierte sie ihren 90. Geburtstag

Das Leben im Stift ist „eine reine Gefühlsentscheidung“

Fischbeck (ah). „Mir war sofort klar: Das Stift Fischbeck muss es sein – wegen der Kirche – das war eine reine Gefühlsentscheidung“, erinnert sich Ruth Wendorff. Über 20 Jahre liegt das zurück, gestern feierte die Seniorin des Stifts ihren 90. Geburtstag.

veröffentlicht am 23.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 11:21 Uhr

Der Garten liegt Ruth Wendorff immer noch am Herzen.  Foto: ah
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Als ältestes von fünf Kindern wuchs Ruth Wendorff in Hinterpommern auf dem Lande auf, wurde von einem Hauslehrer unterrichtet, bevor sie bei der Großmutter in Stettin ihr Abitur ablegte. In Danzig machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, dann erkrankte sie selbst sehr schwer. Durch die Vertreibung kam sie nach München, wo sie Krankengymnastin lernte und in diesem Beruf in Krankenhäusern in München, Berlin und Norddeutschland tätig war. Von ihrer letzten Station in Oldenburg aus suchte sie Anfang der 80er Jahre die Klosterkammer auf, ließ sich die Adressen aller Stifte und Klöster geben und sah sich jedes einzelne an. Ihre Entscheidung ist bekannt. Ruth Wendorff stellte sich der damaligen Äbtissin im Stift Fischbeck vor, bewarb sich, wurde gewählt und 1988 als neue Kapitularin eingeführt.

„Von Anfang an lag mir der Garten am Herzen“, erzählt sie. Außerdem übernahm Ruth Wendorff Gästeführungen, bis heute kümmert sie sich zudem um Pilger. „Nicht nur die ästhetische Schönheit, sondern auch das, was sie aussagen will, die Symbolkraft, mit der ich mich intensiv beschäftigt habe“, möchte sie den Gästen bei den Führungen nahebringen. „Zweimal habe ich in der Vergangenheit auch die Äbtissin vertreten“, fällt Ruth Wendorff ein.

Fest zu ihrem Alltag als Stiftsdame gehören die Andacht am Samstag um 18 Uhr im Damenchor, der sonntägliche Gottesdienst, Kapitelzusammenkünfte und -sitzungen. Wenn sie sich zurückzieht, liest sie in ihrer Wohnung gerne ein gutes Buch oder strickt. Gerade ist ein Kapuzenpulli für Münchner Freunde fertig geworden, die ihr die Wolle und einen alten Pulli als Muster zugeschickt hatten.

Sie verspüre innere Dankbarkeit, sagt die Seniorin ruhig, mit nachdenklichem Blick. Kurz danach lächelt sie wie ein junges Mädchen, die blauen Augen blitzen, als sie sagt: „Ich bin sehr gerne in Fischbeck und im Stift, und die Aufgaben hier erledige ich bis heute gerne.“ Und wie ist das mit dem Älterwerden? „Das bedeutet für mich, nicht mehr so beweglich zu sein und zu werden wie die Kinder“, erklärt sie.



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