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Multitalent Bärbel Boyer erhält den SPD-Heimatpreis / Sie kann alles – außer Hochdeutsch

Das Erfolgsrezept: Sie ist immer zur Stelle

Hessisch Oldendorf (ah). Zum neunten Mal hat der SPD-Stadtverband in Anerkennung ehrenamtlichen Engagements zum Wohle der Bürgerschaft in der Heimat den mit 750 Euro dotierten SPD-Heimatpreis verliehen. Einstimmig fiel die Wahl der Vertreter aller SPD-Ortsvereine 2010 auf Bärbel Boyer, die seit 1990 in der Kernstadt wohnt.

veröffentlicht am 14.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:41 Uhr

Im Einsatz für den guten Zweck: Bärbel Boyer backt Kartoffelpuff
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Was sind es für Persönlichkeiten, die derartig gewürdigt werden? Allseits beliebt, immer zurückhaltend und freundlich?! Das trifft so wohl kaum auf die unüberhörbar in Süddeutschland geborene Hotelfachfrau zu. Bärbel Boyer ist eine, die sich mit 21 Jahren selbstständig machte, Imbiss wie Hotel führte, früh lernte, die Ärmel hochzukrempeln und sich durchzusetzen. Eine, die sich nicht den Mund verbieten lässt, die ausspricht, was andere nur zu denken wagen – und das mitunter mit spitzer Zunge.

Immer gehört sie aber auch zu den Ersten, die Ja rufen, wenn Hilfe benötigt wird, neue Ideen entwickelt und durchgeführt werden müssen. „Sie ist ein Multitalent“, hebt Tarik Oenelcin in seiner Laudatio hervor und bescheinigt der Preisträgerin, stets anzupacken, wenn sie gebraucht wird und dabei in der Region viel bewegt zu haben. Zugleich lobt er ihr „Organisationstalent, ihren ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihre Geradlinigkeit“.

Bärbel Boyer leistete schon früh Integrationsarbeit, unterstützte von Abschiebung bedrohte Migrantenfamilien und vermittelte ihnen, dass sie dazugehören. Mangels Plätzen gründete sie mit weiteren Frauen Ende der 80er Jahre den ersten privaten Kindergarten in Fuhlen, wo sie seit 1987 lebte. Nach ihrem Umzug in die Kernstadt machte sie sich jahrelang verdient um den Kindergarten-Basar, wirkte aktiv im Förderverein mit. Vor zehn Jahren übernahm Bärbel Boyer den Mädchentreff; „dafür habe ich extra die JuLeiCa gemacht“, erzählt sie. Vieles stellt sie mit den Mädchen auf die Beine, etwa den Fernsehauftritt beim Pippi-Langstrumpf-Weltrekord 2007 in Hameln. Selbstverständlich ist es für die 62-Jährige, sich zugunsten des Mädchentreffs am Martinimarkt mit ihren Mitstreiterinnen hinzustellen und stundenlang Kartoffelpuffer zu backen.

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Als 2001 die Stelle des Stadtjugendpflegers vakant wurde, sorgte sie für den Erhalt des Ferienspaßes und entwickelte dafür gleich ein neues Programm. „Seitdem ist der Ferienspaß ohne Bärbel Boyers Hilfe kaum vorstellbar“, fährt Oenelcin fort und vergisst nicht, ihr Engagement im Kinder- und Jugendrat hervorzuheben.

2001 war sie Mitbegründerin des Vereins für Kinder- und Jugendarbeit. Kommunalpolitischer Frauentreff, Internationaler Frauentag, Durchführung des Frauenkinos, Mitwirken im Baxmann-Spiel, Organisation der ersten historischen Stadtführung, Seniorenbetreuung und Mitarbeit im DRK-Shop – an so vielen Stellen sei die Preisträgerin ehrenamtlich aktiv (gewesen), zählt der Laudator auf.

Seinen Glückwünschen schließen sich Ortsbürgermeister Claus Clavey und der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Volker Rödenbeck, an, der noch heute Bärbel Boyers „Vesperbrettle“ beim Baxmann-Spiel rühmt.

Mit dem Zubereiten von Speisen hat sie es, am liebsten kocht die Badenerin für ihre sechs Männer: Ehemann Michael, Sohn Brian, als dessen wandelnder Terminkalender sie fungiert, ihre beiden Söhne aus erster Ehe und ihre beiden Enkel. Dass sie seit mehr als 25 Jahren die Frau an der Seite Michael Boyers ist, hat Vorteile, aber auch den Nachteil, häufig auf „die Gattin des Rattenfängers“ reduziert zu werden! Dabei versteht sie es selbst, für Stimmung zu sorgen. Legendär sind ihre Weihnachtsbeleuchtungseröffnungsfeiern in der Schulstraße bei Gulasch aus der Kanone, Glühwein und Weihnachtskeksen, umjubelt aber auch die Auftritte beim Karnevalsumzug.

„Gerne wäre ich hier mal Karnevalsprinzessin geworden“, verrät Bärbel Boyer, die Flohmärkte liebt und mit Wonne Wohnungen besichtigt. Wer zwischen Hameln und Hessisch Oldendorf ein Dach über dem Kopf sucht, muss nur nachfragen – sie weiß genau, wo was leer steht.

Der Traum von Bärbel Boyer für die Zukunft? „Am liebsten würde ich das im Eberhard Poppelbaum Senioren- und Pflegezentrum geplante Café übernehmen“, erklärt die Preisträgerin.

Nicht nur Ortsbürgermeister Claus Clavey (li.) gratuliert Bärbel Boyer (2.v. li.), sondern auch Vorstandsmitglieder des SPD-Stadtverbandes und Tarik Oenelcin (re.).

Foto: ah



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