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Glocken in der Stiftskirche sind gestimmt / Zum Erntedankgottesdienst am Sonntag läuten sie wieder

Das Ende der Stille

Fischbeck. Glücklich reckt Uda von der Nahmer, Äbtissin des Fischbecker Damenstifts, acht Finger in die Höhe und zeigt damit, dass erstmals acht Kirchenglocken in Fischbeck zu hören sind. „Ist das nicht grandios? Im kleinen Fischbeck ein solch großartiges volles Jubelgeläut“, bringt auch Kapitularin Ursula Schroeder ihre Freude über diesen Moment zum Ausdruck. „Ein gelungenes Geläut mit ungewöhnlicher Tonfolge“, äußert sich Andreas Philipp zufrieden. Der Glockensachverständige der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover ist nach Fischbeck gekommen, um das Geläut der Stiftskirche zu intonieren. „Knapp fünf Monate lang war in Fischbeck kein Glockenton zu hören. Im Zuge der Sanierung des Westwerks der Stiftskirche wurden alle sieben Glocken abgenommen, einige repariert und eingelagert“, erklärt Dr. Tim Wameling, Dezernent der Klosterkammer Hannover. Die Möglichkeit, eine achte Glocke in das Geläut einzubauen, ist bei den Überlegungen zur Sanierung des Glockenstuhls entstanden. „Damals habe ich aus statischen Gründen vorgeschlagen, für die fünf kleineren Glocken einen neuen Glockenstuhl zu bauen und die zwei großen Glocken wieder in den alten Glockenstuhl zu hängen“, erinnert sich Matthias Rüttinger, verantwortlich für die Planung und Berechnung des Glockenstuhls. Ob denn in dem neuen Glockenstuhl nicht auch Platz für eine weitere Glocke sei, habe er sich daraufhin von Andreas Philipp fragen lassen müssen und diese Frage bejaht. „Wir haben da natürlich Appetit bekommen, kennen aber auch unsere finanziellen Möglichkeiten. Dass nun in der Tat acht Glocken im Kirchturm hängen, haben wir der großzügigen Spende des Ehepaares Möhlmann zu verdanken“, erklärt Uda von der Nahmer, während sie auf den ersten Glockenton wartet. Mittlerweile ist Stefan Beck, Chef der auf Lieferung, Montage und Wartung von Glocken spezialisierten Firma aus Kölleda, in den Turm gestiegen, um das Geläut anzuschalten. Konzentriert lauscht Andreas Philipp dem Ton jeder einzelnen Glocke, die sich schließlich zum achtstimmigen Festgeläut vereinigen. Dann macht er sich mit Matthias Rüttinger auf den Weg hoch hinauf in die Glockenstube, denn „wir wollen die Glocken nicht nur hören, wir wollen sie auch sehen“. Während Philipp dort mit Stefan Beck und dessen Mitarbeiter Frank Kübitz letzte Feinabstimmungen vornimmt, wirft der Statiker prüfende Blicke auf die mächtigen Balken und die Glockenjoche, an denen die Glocken schwingen.

veröffentlicht am 02.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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„Es ist immer ein berührender Moment, wenn man beim Guss dabei gewesen ist und dann die Glocke das erste Mal hört“, betont Christian Beck und kann damit gut das Gefühl von der Äbtissin und Ursula Schroeder nachempfinden. Denn auch sie haben im Juni erlebt, wie in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe die neue Glocke gegossen wurde. „Frau Bachert hat uns damals bereits versprochen, dass wir mit unserer neuen Glocke, die auf Platz fünf in unser Geläut integriert ist, ein ganz besonderes Geläut hören werden“, sagt Uda von der Nahmer. Damit man in der Stiftskirche künftig den richtigen Glockenton trifft, überlässt Andreas Philipp der Äbtissin die neue Läuteordnung, mit der Bitte, die Vorschläge zum Geläut über ein Jahr auszuprobieren. Das Festgeläut jedenfalls werden die Stiftsdamen bereits am kommenden Sonntag ausprobieren. Die Äbtissin verbindet damit die Hoffnung, „dass die Glocken das Dorf überschallen und man sie überall hören wird. Wir werden mit einem großen Festgottesdienst den Abschluss der Sanierung des Westwerks feiern. Der Präsident der Klosterkammer Hannover, Hans-Christian Biallas, wird unsere neue Glocke weihen und wir möchten uns mit diesem Gottesdienst bei allen Beteiligten bedanken“, lädt die Äbtissin von der Nahmer zum Besuch des Erntedankgottesdienstes ein, der um 10 Uhr in der Stiftskirche beginnt.

Freude bei Äbtissin Uda von der Nahmer: Die acht Glocken sind intoniert und läuten am Sonntag das erste Mal seit fünf Monaten. bj (2)


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