weather-image

Firma hat für den Austausch europaweit gesucht

Das beste Seil für die Fähre haben die Italiener

Großenwieden (bj). „Vor einem Jahr haben wir mit der europaweiten Suche nach einem neuen Seil für die Fähre begonnen, schließlich sind wir in Italien fündig geworden und können nun mit der Arbeit beginnen“, sagt Wilhelm Ossenkop, Seniorchef der Firma OKO-tech, die ihr Stammhaus in Großenwieden hat. Die Firma wartet seit vielen Jahren die Großenwiedener Fähre und ist vom Landkreis Hameln-Pyrmont, zu deren Liegenschaften die Weserfähre gehört, beauftragt worden, die Seile auszutauschen.

veröffentlicht am 14.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:41 Uhr

270_008_5563946_lkho109_1406.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Weserfähre, die die Hessisch Oldendorfer Ortsteile Großenwieden und Rumbeck miteinander verbindet, wurde 1960 von der Bayerischen Schiffbaugesellschaft als Gierseilfähre gebaut. Dieser Fährtyp nutzt zur Fortbewegung die Strömung des zu überquerenden Flusses. „Das über die Weser gespannte Gierseil und das über die Ortsdurchfahrt reichende Spannseil der Fähre Großenwieden sind 30 Jahre alt. Bei der Grundüberholung im letzten Jahr hat der TÜV Nord festgestellt, dass das Gierseil beschädigt ist und ausgetauscht werden muss“, erklärt Wilhelm Ossenkop. „Obwohl das Spannseil nicht beanstandet wurde, soll es aufgrund des gleichen Alters wie das Gierseil, an dem die Weserfähre geführt wird, aus Sicherheitsgründen auch erneuert werden“, lässt die Pressesprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont, Sandra Lummitsch, wissen.

Dass der Auftrag nicht ganz einfach sein wird und intensive logistische Vorbereitungen erforderlich würden, war allen Verantwortlichen klar. Und dass ein Reststück einer Seilbahn schließlich in Großenwieden montiert werden würde, war nicht vorhersehbar. „Das Seil ist 160 Meter lang, hat einen Durchmesser von 42 Millimetern und wiegt 2,5 Tonnen“, beschreibt Wilhelm Ossenkop die Größenordnung.

Nachdem alle Vorkehrungen getroffen waren, wurde das tonnenschwere alte, beschädigte Seil abgebaut. Interessant daran sei, dass man nicht wisse, ob die Beschädigungen normale Verschleißerscheinungen sind oder ob diese durch Blitzschlag entstanden sind. „Um diese Frage zu klären, wird das alte Seil in der Universität Karlsruhe untersucht werden“, führt Wilhelm Ossenkop aus.

2 Bilder

Wenn in diesen Tagen zehn Mitarbeiter der verschiedenen Firmen auf beiden Seiten der Weser im Einsatz sind, wird auch Werner Budde, Fachdienstleiter für Liegenschaften beim Landkreis Hameln-Pyrmont, vor Ort sein. „Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 50 000 Euro. Wir gehen davon aus, dass wir durch Leader fünfzig Prozent kofinanziert bekommen“, erklärt der Fachdienstleiter.

Zwei Tage dauerten die Vorarbeiten und die Demontage der alten Seile. Erst dann wurde mithilfe eines Autokrans, einer Forstwinde und einer Hubbühne das neue Gierseil auf der Rumbecker Seite montiert, durch die Weser gezogen und auf der Großenwiedener Seite gespannt. Während dieser Arbeiten war die Weser für einige Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt.

Landwirte, Einwohner und Touristen mussten bereits seit Montag etwas Geduld aufbringen, da die Fähre außer Betrieb war und die Ortsdurchfahrt in diesem Bereich gesperrt werden muss. Heute stehen noch Rückbauarbeiten an, dann eine Testfahrt, am Ende wird die Baustelle abgebaut. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, kann die nördlichste Hochseilfähre auf der Weser ihren Betrieb wieder aufnehmen. Damit ist für die Landwirte die Verbindung zu ihren Feldern wieder hergestellt und auch die Radfahrer, für die die Fähre seit einigen Jahren eine touristische Attraktion ist, können wieder rufen: „Fährmann, hol röver.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt