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Mit einem Handballtag in der Schule gegen drohenden Schwund in Vereinen

Damit die Mädchen am Ball bleiben

Hemeringen (ah/doro). Konzentriert folgen Rebecca, Lara und Emily mit den Augen dem Ball, den sie gerade in die Luft geworfen haben. Dann breiten sie die Arme aus, um ihn aufzufangen. Später gelingt es ihnen, während der Ball in der Luft ist, in die Hände zu klatschen, sogar hinter dem Rücken, bevor sie ihn in die Arme schließen. Übung macht die Meisterin in der Turnhalle der Hemeringer Grundschule, in der die Mädchen unter sich sind.

veröffentlicht am 05.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:41 Uhr

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„Wir spielen Handball – alle Mädchen machen mit“ lautet das Motto des „Tages des Mädchenhandballs“, zu dem der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) erstmals aufgerufen hat. Mitgliedsvereine wurden gebeten, Organisation und Durchführung zu übernehmen. Damit strebt der HVN an, „allen Schülerinnen, zum Beispiel auch solchen mit Migrationshintergrund, den Zugang zu Sportvereinen durch die Zusammenarbeit von Schule und Verein zu ermöglichen“. Knapp 6000 Teilnehmerinnen aus 87 Grundschulen haben sich landesweit zu dem Aktionstag unter Schirmherrschaft von Niedersachsens Kultusminister Dr. Bernd Althusmann angemeldet. Auch die Grundschule am Rosenbusch in Hessisch Oldendorf sowie 70 Zweit- und Viertklässlerinnen der Grundschule Groß Berkel in Kooperation mit dem TSV Groß Berkel nehmen teil.

Das Ziel: Mehr Mädchen für Teamsportarten begeistern. Denn Fakt ist, dass diese sich ab einem bestimmten Alter weit weniger als ihre gleichaltrigen Geschlechtsgenossen in Ballsportarten engagieren. Der demografische Wandel mache sich sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen bemerkbar, aber: „Uns brechen vor allem die Mädchen im C-Jugend-Alter weg“, sagt Katja Klein, Bildungsreferentin des HVN. „Viele suchen sich im Alter von 13, 14 Jahren andere Sportarten, oft solche, die sich individueller gestalten lassen“, sagt sie. Ein anderer Grund, warum dieser Tag extra für die Mädchen ausgerufen wurde, ist die Angst des schwachen Geschlechts vorm Ball. Um Hemmschwellen abzubauen, arbeitet man an diesem Tag nicht nur ohne die „wilden“ Jungen, sondern auch mit Bällen, die keine Verletzungen verursachen können. Wichtig ist dem HVN überdies, auch den Lehrern das Handballspiel näher zu bringen, denn wer sich mit den Regeln nicht auskenne, bei dem stehe Handball meist auch nicht auf dem Stundenplan.

In Hemeringen stimmen Hartwig Fink und Anja Handke von der HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf die 35 Hemeringer Grundschülerinnen ein. Mit Bällen Ziele treffen, sie von einer Bank herab prellen und auffangen - da ist Koordination gefragt. Danach trainieren die Mädchen hoch motiviert in der richtigen Haltung zu werfen. „Handball könnte mir als Sportart gut gefallen“, meint Johanna (9), gesteht aber, dass sie zu viele andere Termine habe. Sportlehrerin Annette Himler verrät, wie sehr die Mädchen es genießen, jahrgangsübergreifend unter sich zu sein.

„Wir bieten an mehreren Grundschulen Handball-AGs und das Grundschul-Turnier an“, berichtet Trainer Hartwig Fink. Gravierende Nachwuchsprobleme habe die HSG noch nicht, aber die Zahlen in der Jugend nehmen entsprechend der Demografie eben doch ab. Insofern sei die Idee gut, sich über den Aktionstag Schülern direkt vorzustellen. Begeistert sind die Mädchen dabei, als sie in Teams gegeneinander spielen und auf die Tore zielen - wie echte Handballer. Am Ende bekommen alle einen Spieler-Pass, auf dem auch die Trainingszeiten der HSG für Mädchen eingetragen sind.

Die Hemeringer Mädchen lernen die richtige Körperhaltung einzunehmen, bevor sie den Handball werfen.. Fotos: ah



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