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Nach acht Jahren fällt erstmals wieder der Hammer / Großer Andrang bei der Versteigerung von Fundsachen

„Da wollen wir doch mal ein bisschen Musik reinbringen“

Hessisch Oldendorf (bj). „Es ist genial, die Leute haben tatsächlich auf alles geboten und wir sind alles los“, lacht Ina Kraus, Mitarbeiterin im städtischen Bürgerbüro, und freut sich über den Erfolg bei der Versteigerung der Fundsachen. „Es ist acht Jahre her, dass ich zum letzten Mal solch eine Versteigerung gemacht habe“, erinnert sich Hans-Georg Hoeger, damals Mitarbeiter im Ordnungsamt. Dementsprechend groß ist die Anzahl der Fundsachen, die nun unter den Hammer kommen.

veröffentlicht am 13.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:41 Uhr

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Ina Kraus und ihr Kollege Sascha Tönsgöke sind vom Ansturm der Interessenten überrascht. „Ich bin gespannt, wie es laufen wird“, hat Sascha Tönsgöke noch kurz vor Versteigerungsbeginn gesagt. Da herrscht im Kultourismusforum schon lautes Stimmengewirr, und viele Menschen begutachten mit kritischen Blicken die Fahrräder, den Schmuck, die Handys oder stöbern in der Kiste voller Videokassetten. „Einige haben in den letzten Tagen schon durch das Schaufenster geschaut und sich informiert. Die wissen schon, was sie haben wollen“, hat Ina Kraus beobachtet. Pünktlich fällt der Startschuss zur Versteigerung – und schon nach wenigen Minuten wird das erste Fahrrad vom neuen Besitzer aus dem Raum geschoben. Während die einen mit angespanntem Gesicht die Gebote verfolgen, haben andere ihren Spaß daran, den Preis hochzutreiben. „Da wollen wir doch mal ein bisschen Musik reinbringen“, lacht ein Mann und bietet einen Euro höher als sein Nebenmann. Souverän behält Sascha Tönsgöke den Überblick, preist kurz noch einmal das „modische Herrenrad“ an und tatsächlich steigt das Gebot weiter. „Es ist doch unglaublich, dass die Leute nicht merken, wenn ihnen ihr Fahrrad fehlt“, wundert sich eine junge Frau, die gekommen ist, um ein Kinderrad zu ergattern.

Der fehlende Sattel eines Qualitätsmarkenfahrrads hält die Interessenten nicht davon ab, sich gleich in Fünf-Euro-Schritten zu überbieten. Erst bei 80 Euro fällt der Hammer, und der neue Besitzer räumt ein: „Wenn der Preis noch höher gestiegen wäre, wäre ich ausgestiegen. Glück gehabt, denn einen Sattel habe ich noch zu Hause.“ Deutlich weniger hat Ina Kraus vom neuen Besitzer des Rades bekommen, das niemand haben wollte und das sogar schon aus dem Saal gebracht worden war. „Dann kam noch jemand und hat einen Euro geboten“, erzählt sie.

Auch als Sascha Tönsgöke nach geraumer Zeit beginnt, die anderen Gegenstände zu versteigern, hat das Interesse nicht nachgelassen. „Wir übernehmen für keinen der Artikel Garantie“, hat Sascha Tönsgöke zu Beginn der Versteigerung betont. Das hält niemanden ab, der sich vorgenommen hat, ein Schnäppchen zu machen. Und so gehen auch die Handys zügig an ihre neuen Besitzer. „Beim Schmuck haben sogar professionelle Schmuckhändler geboten“, sagt Ina Kraus. Als teuerstes Stück kann sie eine Brosche für 57 Euro in die Liste eintragen. Sie habe nicht gedacht, dass der Pappkarton mit den gut zwanzig Videokassetten einen Abnehmer findet, „aber selbst dafür hat noch jemand elf Euro bezahlt.“

Ein leergefegtes Kultourismusforum, strahlende Gesichter bei den Schnäppchenjägern und zwei zufriedene Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind das positive Ergebnis eines unterhaltsamen Vormittags. „Das hat richtig Spaß gemacht“, versichert Ina Kraus, während sie in Gedanken vermutlich schon die nächste Versteigerung plant. Das Geld, das eingenommen wurde, fließt in die Stadtkasse.



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