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Heiner Bartling und Thomas Sewald – nur einer kann für die SPD im Wahlbereich kandidieren

„Da fällt die Entscheidung ganz schwer“

Hessisch Oldendorf. Wer auf einen Schlagabtausch gehofft hatte, wurde enttäuscht. Sie gehen eher freundschaftlich miteinander um, die beiden Kandidaten der Sozialdemokraten für den Wahlbereich 38, Heiner Bartling und Thomas Sewald. Während der Politiker aus Steinbergen den Hessisch Oldendorfern durch seine politische Tätigkeit, und auch als früherer Innenminister, bereits gut bekannt ist und vielleicht deshalb einen Bonus hat, punktet auch Thomas Sewald. „Zwei sehr gute Kandidaten, da fällt die Entscheidung ganz schwer“, urteilt Hessisch Oldendorfs Altbürgermeister Walter Stock.

veröffentlicht am 10.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

Peter Jahn
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Ebenso sehen es auch die Mitglieder von 60plus, bei denen sich Heiner Bartling und Thomas Sewald am Nachmittag in Fischbeck vorstellen. Nach einigen Daten zur Person gehen sie auf die bevorstehende Landtagswahl ein. Beide sind zuversichtlich, dass diese gewonnen werden kann. Nur wer die SPD im Wahlkreis anführen wird, das muss zunächst noch entschieden werden. „Wir wollen das Kreuz an der richtigen Stelle machen“, betont Waltraud Ahrens, die Vorsitzende des Ortsvereins Sonnental. Am Donnerstagabend haben sich die Kandidaten im Sportheim in Heßlingen den Mitgliedern vorgestellt. Bartling und Sewald fragt sie nach ihren „Vorstellungen, wie der Regierungswechsel in Hannover herbeigeführt werden kann“. Die Kandidaten verständigen sich kurz darüber, wer anfängt. „Bisher haben wir dies nach Alphabet gemacht, bleiben wir dabei, das hat sich eingespielt.“ Dann geht es politisch weiter. Heiner Bartling und Thomas Sewald sind sich einig, dass die Koalition in Hannover „nach zehn Jahren Verschleißerscheinungen zeigt; der Wechsel ist deshalb dringend notwendig“.

In der Auseinandersetzung mit der aktuellen Politik in Hannover kritisiert Heiner Bartling „die Geisteshaltung und die Vorstellung: Wir sind die Entscheidungsträger“. Thomas Sewald spricht von „Klientelpolitik hoch drei, da werden Gesetze für bestimmte Gruppen gemacht“. Er führt in diesem Zusammenhang die Neufassung des Gaststättengesetztes an. „Wenn dann Otto Deppmeyer sagt, das war alles nicht so gemeint, zeigt dies die Arroganz, mit der über solche Dinge hinweggegangen wird“, erklärt Sewald. Die SPD-Kandidaten sind sicher, dass „es nicht einfach wird, den Wahlkreis zurückzugewinnen“. Heiner Bartling sagt: „Bis zum Wechsel haben wir noch eine Menge Arbeit vor uns, die Chance, den Wahlkreis zu gewinnen, hängt nicht allein von der politischen Stimmung ab.“ Thomas Sewald ist „der Überzeugung, dass wir den Wahlkreis wieder zurückgewinnen können und müssen, damit der Spuk ein Ende hat und wieder Gerechtigkeit einzieht“.

SPD-Ratsherr Kai-Uwe Eggers will von den beiden Kandidaten wissen, wo sie politische Schwerpunkte setzen. Heiner Bartling erklärt, dass „zunächst wieder kommunale Handlungsfähigkeit hergestellt werden muss“. Dazu sei es notwendig, an Einnahmequellen heranzukommen, damit die Kommunen, die mit der Schuldenbremse konfrontiert werden, Bewegungsfähigkeit behalten. In der Bildungspolitik möchte er „die Freiheit, auch andere Schulformen zuzulassen“.

Thomas Sewald möchte Schwerpunkte dort gesetzt wissen, wo der demografische Wandel durchschlägt. „Wir müssen uns um die örtliche Versorgung kümmern, um den Nahverkehr, damit die Dörfer nicht vom ÖPNV abgeschnitten werden.“ Auch auf den Atomausstieg und die Folgen geht er ein. Es gelte, die Folge vernünftig zu regeln. Wichtig sei es, die Bürger einzubeziehen. Sewald nennt in diesem Zusammenhang den Begriff der Bürgersolaranlagen. „Man muss gestalten“, fordert er.

Beiden Kandidaten ist klar, dass der Wahlausgang am 16. März, das ist der Tag, an dem die Delegierten entscheiden, wer für den Wahlbereich gegen den Christdemokraten Otto Deppmeyer antreten wird, völlig offen ist. Und noch mal sind sie sich einig: Danach, sollte die SPD im Land die Regierung stellen, „wird es kein Zuckerschlecken, immer, wenn es Schwierigkeiten gab, mussten die Sozis ran“ (Bartling allgemein), und „der Topf wird nach einem Regierungswechsel nicht größer“ (Sewald auf die Frage, wie man den Kommunen helfen könne). Und deshalb sei es wichtig, wie Heiner Bartling und Thomas Sewald betonen, „im Wahlkampf keine Versprechungen zu machen, sondern noch intensiver die Wahrheit zu sagen“.

Nach den Veranstaltungen in Fischbeck und Heßlingen lässt sich nicht herauslesen, wer mit besseren Aussichten in der nächsten Woche in die Kandidatenkür geht. Und da sind sich Senioren und Mitglieder des Ortsvereins einig: „Zwei starke Persönlichkeiten, die sicher auftreten, etwas zu sagen haben und die politisch etwas bewegen können.“



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