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Heßlingen nun besser vor Hochwasser geschützt

Bypass für den Bach

HESSLINGEN. Überschwemmungen nach Starkregen – die Bürger in Hesslingen hatten im September des vergangenen Jahres darunter zu leiden. Inzwischen hat die Stadt Hessisch Oldendorf Maßnahmen ergriffen, damit sich derartige Überflutungen nicht wiederholen.

veröffentlicht am 04.03.2018 um 17:44 Uhr

Am Rischkampweg hat die Stadt unter anderem einen Bypass gelegt, damit mehr Wasser abfließen kann. Foto: jsp
Jens Spickermann

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Vorher ist das noch nie passiert – zumindest kann sich keiner der Anwohner daran erinnern: Beim Starkregen am 30. September vergangenen Jahres ist der Heßlinger Bach an der alten Mühle über die Ufer getreten und hat die Straße sowie anliegende Grundstücke überflutet. Andere Bereiche des Dorfes leiden immer wieder unter Überschwemmungen und die Bürger machen sich Sorgen. Deshalb erläuterte Heiko Wiebusch am Freitag bei einer Besichtigung verschiedener Gewässerabschnitte, was die Stadt inzwischen unternommen hat, um die Anwohner künftig vor Hochwasser zu schützen.

Am Rischkampweg sei der Durchlass unter der Brücke zu eng gewesen, sagte Karlheinz Gottschalk (CDU). Auf Initiative seiner Ortsrats-Fraktion war die Bereisung zustandegekommen. An der Mühle war Teil des Problems, dass das Schott zum Zeitpunkt des Starkregens geschlossen war. An der Schatzstraße waren unter anderem Heuballen schuld an der Überschwemmung – sie waren am Ufer gelagert und ins Wasser gespült worden. Das Problem mit dem Schott an der Mühle war relativ einfach zu lösen: Bisher war das Mühlengebäude verschlossen, sodass ein Schlüssel nötig war, um das Schott hochzuziehen, erläuterte Gottschalk. Inzwischen bleibt das Gebäude dauerhaft geöffnet, damit bei Unwetter schnell reagiert werden kann.

Damit das Wasser besser abfließt, seien an der Mühle 30 bis 40 Kubikmeter Sohlsubstrat entfernt worden, berichtete Wiebusch. An der Schatzstraße sind Bäume gefällt worden, deren Wurzeln in den Bach gewachsen sind. An einem nahegelegenen Gewässerabschnitt sollen demnächst noch Randsteine gesetzt werden, um zu verhindern, dass das Wasser überschwappt. Die aufwendigste Maßnahme hat die Stadt am Rischkampweg vorgenommen: Das Bachbett ist verbreitert worden und unterhalb der Brücke wurde ein zusätzliches Rohr verlegt, damit sich das Wasser an der Unterführung nicht mehr so schnell staut. Falls das Wasser künftig doch noch über die Ufer tritt, soll es über eine gepflasterte Senke abgeleitet werden. Die muss allerdings noch angelegt werden.

Am Bachlauf wurden Bäume gefällt. Foto: jsp
  • Am Bachlauf wurden Bäume gefällt. Foto: jsp
An der alten Mühle wurden 30 Kubikmeter ausgebaggert. Foto: jsp
  • An der alten Mühle wurden 30 Kubikmeter ausgebaggert. Foto: jsp

Trotz dieser Maßnahmen könne es allerdings keinen 100-prozentigen Schutz vor Hochwasser geben, stellte Wiebusch klar. Auch eine Verbreiterung der Kanäle, die einige Anwohner gefordert hatten, würde letztendlich keine vollständige Sicherheit schaffen, da das Gefälle für große Wassermassen zu gering sei.

Die Kanäle seien im gesamten Stadtgebiet ausreichend dimensioniert – es könne aber kein Kanalsystem die 30 Liter aufnehmen, die es am 30. September auf jeden Quadratmeter regnete. Beim Ausbaggern des Bachbettes müsse außerdem auch die Ökologie im Auge behalten werden. Einfach alle Bäume am Bach zu fällen sei auch deshalb keine Lösung, weil das Ufer dann erodieren könne.

„Die Wurzeln sind extrem wichtig, um das Gewässerprofil zu erhalten“, erklärte Wiebusch. Er appelliert an die Bürger, ihre Grundstücke auch selbstständig gegen Hochwasser zu wappnen: „Jeder muss im vertretbaren Maße zum Hochwasserschutz beitragen.“

Dazu seien die Einwohner gesetzlich verpflichtet. Im Laufe der Jahre sei der Anteil der versiegelten Fläche im Dorf immer weiter gestiegen und viele Anwohner hätten ihre Grundstücke abschüssig gepflastert, so dass Regenwasser auf die Straße fließt. Das sei unzulässig, so Wiebusch.



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