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Wer soll das bezahlen? – Diskussion um fünf Tage länger Schwimmen

Bürokratie trifft Badespaß

Hessisch Oldendorf. Nachdem der Förderverein Baxmannbad 2013 für ein Großspielgerät 18000 Euro bereitgestellt hat, greift er auch 2014 wieder tief in die Tasche: 12000 Euro stellt er für die Errichtung einer neuen Schaukelkonstruktion und eines Kinderspielhauses zur Verfügung. Nicht nur die Neuanschaffungen bringen Spaß und kosten Geld, auch die Öffnung des Schwimmbads selbst will geregelt und bezahlt sein. Für die Sommersaison 2014 liegt da der Knackpunkt.

veröffentlicht am 07.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Annette Hensel und Nina Reckemeyer
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Nach Abstimmung zwischen Verwaltung und Förderverein wird das Bad je nach Wetterlage voraussichtlich am 24. Mai, spätestens aber am 29. Mai (Himmelfahrtstag) öffnen, letzter Badetag soll der 31. August beziehungsweise der 5. September sein. Da die Sommerferien bis zum 10. September dauern, diskutieren die Mitglieder des Fördervereins, inwieweit die Öffnungszeit bei gutem Wetter verlängert werden könnte. „Eine Verlängerung muss politisch beschlossen werden, die Haushaltsmittel sind auf 100 Tage beschränkt“, erklärt Fachbereichsleiterin Margareta Seibert und teilt mit: „Inhaber einer Saisonkarte, die der Förderverein am 9. Mai von 9 bis 12.30 Uhr im Kultourismusforum verkauft, haben dank der 2013 eingeführten interkommunalen Zusammenarbeit mit Rinteln erstmals bis zur Eröffnung des Baxmannbades im Rintelner Weserangerbad freien Eintritt.“ Ein Vorteil, der aber das Problem in Hessisch Oldendorf nicht löst. „Wir geben nicht auf, bei Politik und Verwaltung um jede Stunde Öffnung zu kämpfen, die 100-Tage-Lösung ist für uns nicht befriedigend“, betont Kassiererin Elisabeth Feldmann. Der stellvertretende Vorsitzende Volker Rödenbeck ergänzt: „Die Stadt hat vertraglich die Verpflichtung, das Bad attraktiv zu betreiben, das muss sich mit dem Einsatz des Fördervereins die Waage halten. Ich warne davor, über eine Förderung der Verlängerung nachzudenken, denn ich erwarte, dass die Verwaltung bei verlässlicher Wetterlage und rechtzeitiger Vorlage noch einen Haushaltsrest findet.“

Nur wird da nicht viel zu holen sein, prophezeit schon jetzt Gerd Kube, bei der Stadt Fachdienstleiter für soziale Angelegenheiten. Dass die Stadt die Mehrkosten für die längere Öffnungszeit vollends übernehmen wird, schließt er aus. „Wenn das Wetter bombig ist, wollen wir auch länger öffnen“, das ändere aber nichts an den Tatsachen. „Das ist ein politischer Beschluss für 100 Tage“, sagt Kube. Würden mehr als diese 100 Tage benötigt, müsse auch hier ein politischer Beschluss her. Ein Bäderbetrieb sei immer ein Zuschussbetrieb, profitieren würde – außer den Schülern– niemand an der ausgeweiteten Öffnungszeit.

Die Kosten für knapp eine Woche mehr Badespaß – kann das dem Haushalt der Stadt Hessisch Oldendorf denn das Genick brechen? „Am Ende reden wir über eine Summe, die nicht weiter hoch ist“, geklärt sein müsse aber, wer dafür aufkommen soll. Im vergangenen Jahr hätten sich die Stadt, der Förderverein und der Ortsrat die Kosten geteilt, das sei auch eine Lösung für 2014, findet Kube.

Das Südbad in Hameln regelt die Öffnungszeit in der Sommersaison übrigens flexibel, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Wir handhaben das nicht so starr. Wir orientieren uns an Ferienzeiten und am Wetter.“ Eine 100-Tage-Regelung gäbe es in Hameln nicht, sagt er. Bisher sei das Südbad ohnehin meist bis Mitte September geöffnet gewesen, warum nicht auch dieses Jahr. In Rinteln zeigt sich das Weserangerbad ebenfalls unverkrampft. Günter Brand von den Stadtwerken erklärt: „Wenn das Wetter gut ist, ist davon auszugehen, dass wir auch bis zum Ende der Sommerferien geöffnet haben.“

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