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Rund 30 Einwohner schließen sich zu BI „Rettet den Süntel“ zusammen

Bürger fordern Einsicht in Unterlagen

LANGENFELD. Gegen die Erweiterung des Steinbruchs und für die konsequente Durchsetzung des Natur- und Tierschutzes will sich die Bürgerinitiative „Rettet den Süntel“ einsetzen, die sich am Donnerstagabend gründete. Als nächste Schritte soll nun Einsicht in die Unterlagen des Betreibers gefordert werden.

veröffentlicht am 14.07.2017 um 15:29 Uhr
aktualisiert am 14.07.2017 um 19:05 Uhr

Gegen weitere Lärmbelastung und für den Erhalt von Natur- und Tierschutzgebieten will sich die Bürgerinitiative einsetzen. Foto: dana
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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„Es ist genug – unsere ganze schöne Landschaft wird kaputt gemacht!“, ist aus den Reihen der Besucher am Donnerstagabend in einem Langenfelder Gasthaus zu hören. Etwa 40 Langenfelder und Bewohner der umliegenden Ortschaften aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg sind dem Aufruf von Brigitte Klein und ihrem Organisationsteam gefolgt, etwas gegen die geplante Erweiterung des Steinbruchs zwischen Langenfeld und Segelhorst zu unternehmen. Am Ende des Abends wird einstimmig beschlossen: Die Bürgerinitiative „Rettet den Süntel“ wird gegründet. Rund 30 der Anwesenden traten noch am Abend bei.

Die Bürgerinitiative ist eine Fortführung der Online-Petition, die das Organisationsteam bereits Anfang Juni gegründet hatte. Über 2400 Personen haben die Petition bereits unterschrieben (wir berichteten). Einigen der Argumente dieser Petition wurden im vergangenen Monat durch einen sogenannten Faktencheck widerbesprochen. Unter anderem seien die Rodungsarbeiten, die bereits durchgeführt wurden, kein Kahlschlag gewesen, wie es die Petition anführt. Für diese vorbereitenden Arbeiten hatte der Betreiber Norddeutsche Naturstein GmbH (NNG) eine Genehmigung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Hannover erhalten.

„Das stimmt nicht, es ist ein Kahlschlag“, widerspricht Klein. Doch dass der Faktencheck viele ihrer Angaben für falsch erklärt, wundert sie nicht. „Es war derselbe Gutachter, der für den Betreiber den Antrag auf die Steinbrucherweiterung geschrieben haben.“ Da sei es nicht verwunderlich, dass der Faktencheck keine Gefährdung für die Umwelt sehe.

Brigitte Klein (li.), Sprecherin der Bürgerinitiative „Rettet den Süntel“ beantwortete Fragen der versammelten Anwohner. Foto: jli

Auch aus den Reihen der Anwohner wurde betont, wie wichtig es sei, die Natur zu schützen – nicht nur in Langenfeld, sondern im Bereich des gesamten Süntels. „Im Hinblick auf den Klimawandel müssen wir unser Wasser und unsere Wälder schützen“, sagte ein Anwohner.

Ziel der Bürgerinitiative ist es daher, ein großes Netzwerk in möglichst vielen Ortschaften zu gründen, um die Erweiterung, wenn auch nur ein Teilen, zu verhindern. Die bereits gerodeten und abgetragenen Flächen sollen wiederhergestellt und der Naturschutz im Süntel „konsequent durchgesetzt“ werden. Darüber hinaus wolle man versuchen, den Süntel zum Nationalerbe erklären zu lassen.

Im Hinblick auf den Klimawandel müssen wir unser Wasser und unsere Wälder schützen.

Bürgerinitiative, „Rettet den Süntel“

Mit der Arbeit soll nun auch zügig begonnen werden, „die Zeit läuft uns davon“, betont ein Anwohner. Als nächsten Schritt plant die Bürgerinitiative daher, die Einsicht in die Unterlagen zu beantragen und eventuell Rechtsmittel gegen die Erweiterung einzulegen. So soll das Gutachten zur Umweltverträglichkeitsprüfung, die der Betreiber durchgeführt hatte, sowie die Protokolle der bisher durchgeführten vorbereiteten Arbeiten angefordert werden. Darüber hinaus könnten rechtliche Schritte bei der EU beantragt werden, „um weitere Schäden an den Naturschutzgebieten zu verhindern“, begründet die Bürgerinitiative.

Seit über 100 Jahren besteht der Steinbruch zwischen Segelhorst und Langenfeld nun schon. Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird hier oolithischer Kalkstein abgebaut. Daraus wird Splitt für den Straßenbau hergestellt. Bislang ist der Steinbruch rund 35 Hektar groß, mit der Erweiterung soll er um knapp 12 Hektar nach Südosten erweitert werden. Dort werden weitere 13 Millionen Tonnen Kalkstein vermutet, die über 15 bis 18 Jahre abgebaut werden könnten. Dadurch soll das Fortbestehen des Steinbruchs gesichert werden. Diese Vergrößerung war schon länger erwartet worden. Im Jahr 2011 hatte die NNG mehrere Millionen Euro in eine Aufbereitungsanlage investiert. Damals hieß es, dies sei eine Investition in einen „Zukunftssteinbruch“.


Kontakt: Wer noch Mitglied der Bürgerinitiative „Rettet den Süntel“ werden möchte, kann sich bei Brigitte Klein unter der Telefonnummer 05752/1334 melden. Die Online-Petition können Sie unter https://weact.campact.de/petitions/stoppt-steinbruch-erweiterung-langenfeld nachlesen, die Facebook-Seite finden Sie unter www.facebook.com /Suentelrettenjetzt/ und den Faktencheck unter www.nng-segelhorst.de.

Mein Standpunkt
Johanna Lindermann
Von Johanna LindermannDWZ

Dass ein Faktencheck durch denjenigen, der die Erweiterung begründet hat, nichts Gegenteiliges zutage bringt, ist nicht überraschend. Eine neutrale Prüfung des Sachverhaltes wäre hier zielführender.



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