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Nur heute gibt es Köstlichkeiten aus dem Ofen des historischen Fuhler Backhauses

Brot und Kuchen aus Tradition

Fuhlen. 25 Kilo Mehl, zehn Liter Wasser, dazu Sauerteig und Hefe – gut vermischt, durchgeknetet, zu Broten verarbeitet und in den Ofen geschoben wird der Duft des Frischgebackenen heute Nachmittag wieder viele Menschen zum Fuhler Backhaus ziehen. Dort arbeiten Wilfried Dorndorf, Frederik Weiß und Bernhard Klare seit den Morgenstunden Hand in Hand, um die alte Backtradition, die Dieter Grabbe 1989 im Weserdorf wiederbelebt hat, aufrechtzuerhalten.

veröffentlicht am 04.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:22 Uhr

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Autor:

von annette Hensel
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Dafür haben sie bereits gestern im 1780 errichteten Backhaus den Gewölbe-Steinofen, der ein Jahr nicht in Betrieb war, mit Holz vorgeheizt. Weil er nur Stück für Stück auf Temperatur gebracht werden kann, entfachen sie im hinteren Bereich das Feuer und führen mit einem Ventilator Sauerstoff zu. Der Rand einer zur Probe gebackenen Pizza wird schnell dunkel – Zeichen für zu große Hitze im Ofen.

Dorndorf erinnert sich an die Anfänge, als der Ofen mit Brennmaterial vollgepackt und angesteckt wurde. „So ging das natürlich nicht, da war gleich alles verqualmt“, sagt er. Die Erfahrung hat das Backteam gelehrt, dass das Einheizen von hinten nach vorne am besten funktioniert, allerdings auch lange dauert. „Karfreitag heizen wir nur halb durch, die Glut bleibt drinnen, damit sich der Ofen über Nacht nicht abkühlt – und Samstag geht’s von vorne los“, sagt Weiß, von Beruf Orthopädieschuhmachermeister. „Es läuft bei uns so ab, wie es früher war: Beim Heizen muss die Backhaustür offenstehen und man friert, beim Backen muss sie geschlossen bleiben, um die Wärme zu halten“, ergänzt Dorndorf. Unterstützt von Bäckermeister Martin Knief bereiten die drei Hobbybäcker heute Vormittag den Teig vor.

„Wir verwenden dabei Sauerteig, das Brot wird dadurch fluffiger und der Geschmack ist besser, als wenn man nur mit Hefe arbeitet“, so Dorndorf, der als Maschineneinrichter arbeitet. Er fährt fort: „Wenn dieser Backofen der ersten Generation nach sieben Stunden Vorlauf heiß genug ist, entfernen wir die Glut, wischen ihn mit der Bäckerfahne aus, schieben die Brote und danach die Bleche mit Kuchen hinein, um den sich die sechs Frauen unseres Teams kümmern.“ Wie lange alles in der Restwärme gebacken werden muss, weiß der waschechte Fuhler dank langjähriger Erfahrung genau.

„Wenn heute um 15 Uhr die Ostereiersuche am Backhaus startet, bei der sogar ein Hase dabei sein soll, ist hoffentlich alles aus dem Ofen raus und kann zum Verkauf bereitgestellt werden“, sagt er und ergänzt: „Wir haben allerdings erst am Sonntag Feierabend, wenn wieder alles blitzsauber an Ort und Stelle steht.“ Danach wird das historische Backhaus vermutlich wieder für ein ganzes Jahr abgeschlossen.

Dorndorf wird manchmal gefragt, ob das Team nicht häufiger einen Backtag anbieten wolle. „Für uns soll das Backen ein Hobby bleiben“, antwortet er dann immer und fügt hinzu: „Aber dieses eine Mal im Jahr, am Karsamstag, möchten wir Hobbybäcker auf jeden Fall die alte Backtradition in unserem Dorf bewahren.“

Die Hobbybäcker (v. li.) Wilfried Dorndorf, Bernhard Klare und Frederik Weiß heizen den „Backofen der ersten Generation“ im Fuhler Backhaus ein. ah

Vor 20 Jahren wurde das Fuhler Backhaus aus dem Jahre 1780 im alten Fuhler Schulgarten wiederaufgebaut.

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