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Von den 16 000 Haushalten im Bereich Hessisch Oldendorf sind 6900 unterversorgt„So wichtig wie Wasser und Strom“

Breitbandausbau: 6900 Haushalte sind unterversorgt

HESSISCH OLDENDORF. „Wann wird ausgebaut? Wo wird ausgebaut? Was kann ich für den Ausbau tun? Was wird mich das kosten?“ Diese Fragen sollten im Rahmen einer Podiumsdiskussion behandelt werden, zu der der CDU-Stadtverband eingeladen hatte.

veröffentlicht am 14.06.2017 um 17:08 Uhr

Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild

Autor:

Conrad Dauer
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Neben Vertretern des Landkreises, der Stadt und der regionalen Wirtschaft fanden sich etwa 30 Interessierte im Wirtshaus Bücher in Fuhlen ein.

Verbandsvorsitzender Thomas Figge begrüßte es, dass auch Vertreter anderer Fraktionen zugegen waren, da die hier behandelten Aufgaben auch nur gemeinsam angegangen werden können. „Alles, was digital be- und verarbeitet werden kann, wird in absehbarer Zeit digitalisiert“, zitierte sinngemäß CDU-Landtagskandidat Martin Brüggemann Kanzlerin Merkel. Ein schnelles Internet sei in absehbarer Zukunft „so wichtig wie Wasser und Strom“. Ein langsames Internet führe letztlich, neben den wirtschaftlichen Nachteilen, auch zu einer Abwanderung gerade junger Leute in Gebiete mit einer besseren Versorgung. Aber auch für ältere Mitbürger bedeute ein leistungsfähiges Netz eine Verbesserung ihrer Lebensumstände. Als Stichwort nannte Brüggemann die „digitale ärztliche Versorgung“, die in vielen ländlichen Regionen heute schon bestehende Engpässe beheben könnte.

Von den rund 16 000 Haushalten im Bereich Hessisch Oldendorf sind etwa 6900 netzmäßig stark unterversorgt, und wie der Landkreis diesen Missstand beheben will, erläuterte Andreas Manz, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und regionale Entwicklung des Kreises.

Dabei soll nach Möglichkeit nicht gekleckert, sondern ge-klotzt werden. Schon heute sei absehbar, dass man selbst mit einer Übertragungsgeschwindigkeit der Daten von 500 MBit/s in absehbarer Zeit an Grenzen stoßen würde. Ziel sei daher der Anschluss möglichst jedes Haushalts an ein Breitband mit einer Kapazität von 1 GBit/s. Dem Kreis ist daran gelegen, Planung, Bau und Betrieb möglichst in eine Verantwortung zu legen, und man dürfe das Thema nicht „auf dem Altar einzelner Interessengruppen opfern“. Verhandlungen mit in Frage kommenden Providern würden bereits geführt.

Für den Breitbandausbau ist ein Budget von 40 bis 50 Mil-lionen Euro vorgesehen, wo-bei den Hauptteil der Kosten die Tiefbauarbeiten ausma-chen werden. Diese liegen in einem Streckenbereich von 500 Kilometern. „Aber diese Investitionen sind die wohl wichtigsten unter allen ande-ren“, beurteilt es Martin Manz.

Damit sich das Ganze rechnet und die gängigen Nutzerkosten für den Einzelhaushalt die heute üblichen Beträge nicht überschreiten, müsste das Angebot von etwa 40 Prozent der betroffenen Haushalte und Unternehmen angenommen werden. „Um dieses Ziel zu erreichen“, so Manz, „ist Überzeugungsarbeit vor Ort unabdingbar“.

Als zeitliches Ziel für den Abschluss der Unternehmung hat der Landkreis Ende 2018 angepeilt. Auf die Frage von Jochen Huch, dem Vorsitzen-den des Werberings, wie aku-te Engpässe bis dahin über-brückt werden könnten, räumte Manz ein, dass es leider keine Adhoc-Lösungen gebe. Andere Fragen, wie die des individuellen Hausanschlusses an die Hauptleitung, müssten entsprechend vor Ort geklärt werden.

Insgesamt fanden die Erläuterungen bei den Anwesenden ein positives Echo. An der Terminierung des Projektab-schlusses wurden allerdings, insbesondere von den Vertre-tern der ansässigen Wirt-schaft, ziemliche Zweifel er-hoben. Und der Haupt-votragende räumte auch selbst einen gewissen Zweckoptimismus ein. „Aber“, so Andreas Manz sinngemäß, „man muss die Ziele und Visionen hoch ansetzen, um sie letztlich zu erreichen.“



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