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Landkreis legt Überschwemmungsgebiete neu fest / Damit rollen Probleme auf Hessisch Oldendorf zu

Bis zum Hals

Hessisch Oldendorf. Das Überschwemmungsgebiet der Weser wird sehr wahrscheinlich größer. Besonders im Bereich der Kernstadt könnten einige Flächen hinzukommen, die bald im Bereich eines möglichen Hochwassers liegen. Die Entwicklung der Stadt stellt das vor Herausforderungen.

veröffentlicht am 10.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:21 Uhr

Autor:

VON ROBERT MICHALLA
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Schuld hat die Europäische Union. Denn deren sogenannte Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie schreibt den Mitgliedsstaaten vor, dass sie die Gefahr in den betroffenen Gebieten neu bewerten müssen. Einen ersten Schritt dazu hat Niedersachsen bereits unternommen: Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat innerhalb der Gebiete mit starkem Hochwasserrisiko die Überschwemmungsgebiete ermittelt. Gemeint sind damit die Flächen, die von einem Hochwasser überflutet werden, das sich so nur einmal in 100 Jahren ereignet. 793 Gewässer und Gewässerabschnitte nahmen die Mitarbeiter des Landesbetriebes unter die Lupe, darunter die Weser.

Seit Dezember 2012 liegen die Daten vor, und seither gelten die Gebiete als vorläufig gesichert. In einem zweiten Schritt sind nun die unteren Wasserbehörden am Zug, in Hameln-Pyrmont also der Landkreis und die kreisfreie Stadt Hameln. Sie müssen die Gebiete endgültig festsetzen.

Nach Angaben des Landkreises soll dies voraussichtlich noch in diesem Jahr geschehen. Das Verfahren werde derzeit mit den Landkreisen Schaumburg, Holzminden und der Stadt Hameln abgestimmt, sagte die Sprecherin des Landkreises auf Anfrage. „Derzeit werden die Auslegungsunterlagen und der Verordnungsentwurf abgestimmt.“

Bei dem sogenannten Verordnungsverfahren werden dann auch die aktuellen Pläne bei den betroffenen Städten und Gemeinden sowie dem Landkreis ausgelegt, sodass jeder Betroffene die Möglichkeit hat, sich zu informieren oder seine Anregungen und Bedenken vorzubringen. Anschließend werden die Stellungnahmen erörtert und das Überschwemmungsgebiet wird beschlossen. Und das hat mitunter weitreichende Folgen.

Denn in den Überschwemmungsgebieten ist es den Städten und Gemeinden unter anderem untersagt, Baugebiete auszuweisen. Grünland kann auch nicht mehr in Ackerland umgewandelt werden und selbst Mauern, die quer zur Fließrichtung des Wassers bei Überschwemmungen stehen, dürfen nicht mehr hochgezogen werden. Im Klartext heißt das: Die neuen Grenzen der Überschwemmungsgebiete sind die Grundlage für alle Überlegungen, die in die Zukunft reichen. Im Fall von Hessisch Oldendorf könnte dies der Stadtentwicklung das Wasser abgraben.

Denn die neuen Hochwassergebiete beträfen massiv die – besonders gewerbliche – Entwicklung in Hessisch Oldendorf sowie in Teilen Großenwiedens. Besonders im Bereich der Südstadt rollen Probleme auf Hessisch Oldendorf zu. Unternehmen, die zum Beispiel neu bauen oder ihren Betrieb erweitern möchten, müssten künftig unweit höhere Hürden nehmen. Zumal Gewerbetreibende in den meisten Fällen größer bauen als Private, die sich mal eben einen Carport zimmern wollen.

Bis die neuen Gebiete endgültig gelten, könnte allerdings noch ein bisschen Zeit vergehen. Bislang nämlich hinkt das gesamte Verfahren hinter dem Zeitplan hinterher. Anscheinend waren die Mitarbeiter des Landesbetriebes mit den fast 800 Gewässern dann doch ein wenig überfordert.



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