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Junge Talente präsentieren im Baxmann-Zentrum das Musical „Josef“

Biblische Story – modern inszeniert

HESSISCH OLDENDORF. Ist es vorstellbar, ein anderthalbstündiges Musical innerhalb von vier Tagen in der Praxis einzustudieren und professionell aufzuführen? Mit anderen Mitwirkenden, die sich teilweise zum Auftakt der Proben das erste Mal sehen? Wenn die Präsentation vor Publikum bereits einige Tage später ist?

veröffentlicht am 18.04.2017 um 08:24 Uhr

Die Musical-Darsteller und Sänger ernten vom Publikum viel Beifall. Foto: ea

Autor:

Eva Allert
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Immerhin hatten die Akteure bereits Wochen vorher die CD zum eigenständigen Üben zu Hause erhalten. Trotzdem: Für viele der engagiert mitmachenden Jugendlichen des Musicals „Josef“ ist das schon seit Jahren Realität. So auch für Marie Hinzmann aus Hessisch Oldendorf, die zum elften Mal mit dabei gewesen ist. Mit ihr standen 69 junge Talente aus dem Süden von Niedersachsen auf der Bühne bei einer Mini-Tournee an insgesamt vier verschiedenen Orten: mit Chor unter der Dirigentin Helena Blache, Live-Band und Theater.

Nach Holzminden und Osterode war Hessisch Oldendorf mit dem voll besetzten Baxmann-Zentrum Gastgeber der Teenstour 2017 für Akteure im Alter von zwölf bis 19 Jahren. Das Baxmann-Zentrum ist damit eine von weit über 100 Bühnen im Lande, auf denen das Musical gezeigt wird. Insgesamt 3500 junge Leute werden dieses Jahr in Deutschland an den augenscheinlich sehr beliebten und seit 2001 durchgeführten Musicalcamps teilnehmen (darunter 2500 Sänger). Organisiert werden diese Musical-Events mit Kulissen und Kostümen vom in Karlsruhe ansässigen (gemeinnützigen) Verein Adonia in Zusammenarbeit mit etwa in Hessisch Oldendorf der Freien evangelischen Gemeinde (FeG). „Wir haben uns hier um die Unterkünfte der Teens gekümmert“, so Andrea Sterenberg von der FeG. Ihre Kinder Aaron (16) und Hanna (13) spielten ebenso mit wie die aus dem Ort stammenden Lars Ole Horn (14) und Inga Nickeleit (17) – und Jugendliche aus Bückeburg und Hameln, weiß Wolfgang Köbele von der FeG. Es entstünden so „viele Begegnungen“.

Die Story begann am Karfreitag im Baxman-Zentrum mit Hunderten Zuschauern, die „Happy Birthday“ sangen. Denn: Der vom 15-jährigen Johannes Lorenz überzeugend gespielte Hauptdarsteller Josef feiert im Stück den Geburtstag der Figur. So harmonisch bleibt die Story jedoch nicht. Von seinen eifersüchtigen Brüdern beinahe umgebracht, wird Josef als Sklave nach Ägypten verkauft. Später kommt er unschuldig ins Gefängnis. Wie aus dem Nichts wird er zum zweithöchsten Mann des Landes. Doch der Schmerz bleibt unverändert. Ist da eine Versöhnung überhaupt noch möglich? Ja, und die gibt es dann am Ende noch zu erleben. Das viel Applaus einheimsende Stück „Josef“ umfasst 90 Minuten mit abwechslungsreichen Songs – und erzählt eine alte biblische Story, die allerdings sehr modern umgesetzt wird in Form von etwa im Dunkeln leuchtenden Kostümen oder in der heutigen Jugendsprache. Die Lieder heißen „Josef“, „Träume“, „Wo bist du, mein Gott?“ und „Das Wunder der Versöhnung“. „Das ist die Jugend von heute“, sagte dann Susanne Farkhar von Adonia anerkennend bei der Verabschiedung vom Publikum. Und wer sich an die professionelle Aufführung erinnern möchte, konnte noch eine CD oder ein Buch erwerben.

Ausverkauft: Das Baxmann-Zentrum ist voll besetzt. Foto: ea
  • Ausverkauft: Das Baxmann-Zentrum ist voll besetzt. Foto: ea
Modern inszeniert mit im Dunkeln leuchtenden Kostümen. Foto: ea
  • Modern inszeniert mit im Dunkeln leuchtenden Kostümen. Foto: ea
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