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Ausgebüxtes Volk hat sich ein Nest an einer Platane gebaut

Besonderes Bienennest im Stiftsgarten

Fischbeck. Das Bienennest im Garten des Stifts in Fischbeck ist eine kleine Sensation. An einer 150 Jahre alten Platane hat ein Bienenvolk seine Waben nach außen gebaut. Seitdem ist auch klar, dass es sich bei den Tieren um ausgebüxte Honigbienen handelt. Bald soll eigener Honig produziert werden.

veröffentlicht am 24.09.2018 um 13:28 Uhr

Kunstvolles Nest im Stiftsgarten: Ein Bienenvolk hat die Waben an den Stamm einer 150 Jahre alten Platane gebaut. Foto: bj

Autor:

Barbara Jahn
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„Es ist schon eine kleine Sensation, dass wir auf dem Stiftsgelände Bienen haben, die ihre Waben nach außen gebaut haben“, freuen sich Äbtissin Katrin Woitack und Kapitularin Sabine Falke, während sie diese Rarität am Stamm einer rund 150 Jahre alten Platane bestaunen. Seit einigen Jahren habe man wiederholt Bienen im Bereich des Baumes beobachtet, diese aber stets für Wildbienen gehalten. „In diesem Jahr haben wir die Bienen beim Waben-Bau erwischt und damit ist klar, dass es sich um ausgebüxte Honigbienen handelt“, erzählt die Äbtissin des Damenstifts lächelnd.

Die außen liegenden Waben an der Platane vor dem rund 200 Jahre alten Clüver-Fachwerkhaus werden auch von Sabine Washof als Besonderheit eingestuft. Sie ist für den BUND Leiterin des Projekts „Schatztruhe kulturhistorische Obstgärten – Alte (Kloster-) Gärten als Refugium für die Natur“ und mit einem Fernsehteam für Dreharbeiten in den Stiftsgärten unterwegs. „Wir sind zu unserer Freude in dieses Projekt aufgenommen, das unter anderem von der Klosterkammer Hannover finanziert wird“, sagt die Äbtissin. Das passe hervorragend in die behutsame Umgestaltung der Gartenanlagen des über tausendjährigen Stifts.

„Nichts ist in Stein gemeißelt, unsere Gärten unterliegen dem Wandel, folgen dem Zeitgeist“, erklärt Katrin Woitack. So wird bei Ersatz- und Neuanpflanzungen großer Wert auf ökologische Gesichtspunkte gelegt. „Wir achten verstärkt darauf, heimische Baumarten zu pflanzen, insektenfreundliche Stauden und Gehölze auszuwählen. Uns geht es darum, Diversität zu schaffen“, führt sie aus. „Wir legen bei der Auswahl der Stauden, Sträucher und Bäume auch Wert darauf, dass vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst stets etwas blüht. Das Insektensterben hat dramatische Ausmaße angenommen, wir möchten in unseren Gärten etwas dagegen tun. Und das ist auch ein Grund dafür, dass im nördlichen Stiftsgarten ganz gezielt ein Bienenvolk seinen Platz gefunden hat. Bevor die Bienen, ein Geschenk des Fischbeckers Dirk Adomat, der auch Vorsitzender des Kreisimkervereins Hameln-Pyrmont ist, im Stiftsgarten Einzug halten konnten, haben wir das Einverständnis des Kapitels eingeholt“, führt Sabine Falke aus. Sie ist seit Mai 2015 im Kapitel, widmet sich mit Begeisterung der Gartenarbeit und nun auch der Imkerei. „Ich habe zwar einen Imkergrundkurs absolviert, bin aber froh, dass der Imkerverein Hessisch Oldendorf uns mit Rat und Tat unterstützt“, sagt sie. Daher sind auch der eine oder andere Tipp für die Schutzkleidung, das Werkzeug und anderen Imkereibedarf gekommen.

Alles hat seinen Platz neben einem historischen Bienenkorb in einem umfunktionierten Gartenhaus gefunden und soll im nächsten Jahr gezielt zum Einsatz kommen. „Wir hoffen, dass wir dann unseren eigenen Honig produzieren“, setzt die Äbtissin, die derzeit „noch als Assistentin fungiert, weil kein Platz im Imkerkurs mehr frei war“, auf die fleißigen kleinen, Blütenpollen zusammentragenden Insekten.



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