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„Berührungsängste gibt es hier nicht“

Von Johanna Landeck.

Hessisch Oldendorf.  Fünfzehn dunkelhaarige Kinder zwischen sieben und 16 Jahren sitzen auf Holzstühlen im großen, hellen Unterrichtsraum des evangelischen Gemeindehauses in Hessisch Oldendorfund beugen die Gesichter über Hefter und Bücher. Zweimal wöchentlich kommen die Kinder zur Hausaufgabenhilfe unter der Leitung von Annette Hensel, um ihre Schulnoten zu verbessern. Seit elf Jahren nimmt sich die Ehefrau des örtlichen Pastors ehrenamtlich die Zeit, um Kinder von der ersten Klasse bis zur Abschlussklasse der Haupt- oder Realschule bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Viele Erstklässler haben bereits von Beginn an große Schwierigkeiten beim Rechnen, Lesen und Schreiben.

veröffentlicht am 27.04.2010 um 12:52 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:21 Uhr

Hausaufgabenhilfe
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Von Johanna Landeck.

Hessisch Oldendorf.  Fünfzehn dunkelhaarige Kinder zwischen sieben und 16 Jahren sitzen auf Holzstühlen im großen, hellen Unterrichtsraum des evangelischen Gemeindehauses in Hessisch Oldendorfund beugen die Gesichter über Hefter und Bücher. Zweimal wöchentlich kommen die Kinder zur Hausaufgabenhilfe unter der Leitung von Annette Hensel, um ihre Schulnoten zu verbessern. Seit elf Jahren nimmt sich die Ehefrau des örtlichen Pastors ehrenamtlich die Zeit, um Kinder von der ersten Klasse bis zur Abschlussklasse der Haupt- oder Realschule bei den Hausaufgaben zu unterstützen. Viele Erstklässler haben bereits von Beginn an große Schwierigkeiten beim Rechnen, Lesen und Schreiben. Und so wird fleißig geübt: Mathematik, Physik, Englisch und vor allem Deutsch. Denn alle Kinder, die derzeit die kostenlose Hausaufgabenhilfe im Gemeindehaus besuchen, haben einen Migrationshintergrund. „Ab und zu ist auch ein deutsches Kind in der Gruppe“, meint Annette Hensel. „Aber das ist doch eher selten.“  Die Kinder, die in das Gemeindehaus kommen, stammen aus Familien, in denen auch zu Hause kaum Deutsch gesprochen wird. Ihre Eltern sind aus dem Libanon, der Türkei, dem Kosovo oder aus dem arabischen Raum eingewandert. Die christliche Glaubensrichtung, mit der die muslimischen Eltern der Nachhilfeschüler im Gemeindehaus konfrontiert werden, spielt für sie jedoch keine Rolle. „Berührungsängste gibt es hier nicht“, erzählt Annette Hensel. Sarah Safwan kam mit drei Jahren aus dem Libanon nach Deutschland. Zu Hause spricht die 22-Jährige mit ihren Eltern und den sechs Geschwistern Arabisch. „Gerade am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten in den Schulfächern Französisch und Deutsch.“ Um ihre Noten zu verbessern, besuchte sie fünf Jahre lang die Hausaufgabenhilfe in Hessisch Oldendorf. Vor drei Jahren bestand sie erfolgreich das Abitur - und studiert heute Pharmazie. „Wenn ich nicht zu Frau Hensel gegangen wäre, hätte ich heute wahrscheinlich kein Abitur“, ist sich die Libanesin sicher. 



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