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Fuhlener genervt von der Verkehrssituation / Sie fordern verstärkte Geschwindigkeitskontrollen

Bei Tempo 30 wird gehupt und überholt

Fuhlen (fn). Wie könnte man „Fuhlen“ buchstabieren? „(F)ahre (U)mgehungsstraße (h)eute (l)ieber (e)rneut (n)icht!“ Viele Einwohner des Weserdorfes würden dem wohl zustimmen. Jahrzehntelang war die Landstraße 434 mit ihrem kurvigen und teilweise engen Verlauf für die Autofahrer des südlichen Stadtgebietes und die angrenzenden schaumburger und lippischen Orte die einzige Straße, um in die Kernstadt oder auf überregionale Straßen zu gelangen. Mit dem Bau der Entlastungsstraße zwischen den beiden Kreiseln im Osten Fuhlens erhofften sich die Einwohner eine Verkehrsberuhigung, die spätestens mit der Rückstufung zur Gemeindestraße und der Errichtung einer Tempo-30-Zone spürbar sein sollte. Heute rollen schon weniger Fahrzeuge durch den Ort, die aber oftmals mit unangepasster Geschwindigkeit.

veröffentlicht am 03.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 23:21 Uhr

Teilweise rasen die Autos mit 70 Stundenkilometern durch Fuhlen
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„Wenn man sich an Tempo 30 hält, wird gehupt, gedrängelt, wild gestikuliert oder überholt“, berichten Kai-Uwe Eggers und Walter Nagel von ihren täglichen Erlebnissen auf Fuhlens Straßen. Selbst beleidigende Zeichen wie einen „Vogel“ oder den „Stinkefinger“ haben beide schon gesehen. „Viele scheinen nicht zu wissen, dass hier rechts vor links gilt. Ich kann mich als Fuhler nicht auf meine Vorfahrt verlassen“, erzählt Nagel, Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung Fuhlen. Darauf verlässt sich auch Karsten Redeker, Anlieger der „Oberen Brückenstraße“, schon lange nicht mehr. „Ich hätte schon zigmal auf mein Vorfahrtrecht pochen können. Das zähle ich schon gar nicht mehr“, so der selbstständige Tischlermeister. An einen brenzligen Vorfall kann er sich noch gut erinnern und berichtet: „Ich habe einem Radfahrer, der aus der vorfahrtsberechtigten Schmiedeecke kam, seine Vorfahrt gewährt und gehalten. Plötzlich zog hupend links ein Auto an mir vorbei, wodurch der Radfahrer sich so erschrak, dass er sich an meinem Wagen abstützen musste, um nicht zu stürzen.“

Heinz Poock, CDU-Ortsrat, zeigt sich eher zufrieden mit den Gegebenheiten: „Die 30er-Zone ist schon in Ordnung. In jedem Bereich mit Geschwindigkeitsbegrenzungen fahren 10 bis 20 Prozent der Fahrer zu schnell. Das Fahrzeugaufkommen ist schon weniger geworden.“ Eine Auffassung, die Helmut Fischer in Hinblick auf eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs eher nicht spürt. „Die Lkw sind weniger geworden, bestimmt. Aber Pkw fahren noch reichlich durch, manchmal mit geschätzten 70 Stundenkilometern“, sagt der Anwohner der Heßlinger Straße. Er ist der Meinung, dass die Fahrer das Gefühl haben müssen, schnell durch Fuhlen zu fahren, um den Vorteil des kürzeren Weges auch in einen Zeitvorteil gegenüber der Nutzung der längeren Umgehungsstraße umwandeln zu können.

„Das überrascht mich, dass die Bürger das so empfinden“, zeigte sich Thomas Breitkopf bei der Stadt erstaunt über den Ärger der Anlieger. „Wir haben schon lange nichts von solchen Vorkommnissen gehört“, ergänzt der Sachbearbeiter in den Angelegenheiten Straßenverkehr und Gewässer und stellt in Aussicht, dass demnächst eine Geschwindigkeitsmessanlage, ein sogenannter „Smily“, im Bereich des Kreisels aufgestellt wird. Die Anlage zeichnet Geschwindigkeiten und Fahrzeugaufkommen auf, die später ausgewertet werden können. Bei Bedarf könnte das mobile Radarmessgerät des Landkreises eingesetzt werden. Der Polizei sind in der kurvigen Ortsdurchfahrt, was Tempomessungen anbelangt, die „Hände gebunden“. „In Fuhlen sind Messungen nur an zwei Stellen möglich. Wir haben das im Programm, haben zweimal gemessen und werden es wieder tun“, erklärte Polizeihauptkommissar Richard Schultz.

Auffällige Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden nicht registriert. „Die haben zu falschen Zeiten gemessen. Wir erwarten eine Messung auch mal zu stark frequentierten Zeiten wie im Berufsverkehr“, forderte Walter Nagel. Und Stadtrat Eggers von der SPD stellt klar: „Wir wollen keinen ausgrenzen. Natürlich dürfen die Sonnental-Bewohner weiter durch Fuhlen fahren, auch in Hinblick auf Handel und Gewerbe in unserem Ort. Aber die Straßenverkehrsordnung soll eingehalten und mit Geduld und Vernunft durch unser Dorf gefahren werden.“

Und das auf einer bald bis zum Wirtshaus Bücher erneuerten Oberen Brückenstraße. Wenn die Mittel hierzu bereitgestellt werden können, erhält die Fahrbahn eine gerumpelte Betonpflasterung und im Bereich der Bushaltestelle einen Fahrbahnverschwenk, um die Geschwindigkeit durch Umkurven zu reduzieren. Dann hört auch Karsten Redeker kein Rumpeln mehr, das beim zu schnellen Durchfahren der Schlaglöcher im asphaltierten Fahrbahnbelag vor seinem Haus entsteht und ihn heute noch nervt.

Walter Nagel (li.) und Kai-Uwe Eggers mussten sich von Rasern schon beleidigen lassen.



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