weather-image
13°
Markus-Bäckerei verarbeitet rund 15 Kilogramm pro Woche

Bei diesem Bäcker kommen Schoko-Fans auf ihre Kosten

HEMERINGEN. Ein Leben ohne Schokolade ist möglich, aber sinnlos! – der Autor dieses Zitates ist zwar unbekannt, die Menge an Schokolade, mit der die Menschen im Landkreis Hameln-Pyrmont ihrem Leben einen süßen Sinn geben, hingegen nicht. 59 Sattelschlepper voll mit Schokolade, so groß ist der Hunger auf Süßes im heimischen Landkreis pro Jahr.

veröffentlicht am 23.02.2018 um 16:03 Uhr
aktualisiert am 23.02.2018 um 19:13 Uhr

270_0008_8109775_lkho103_Schokolade_2402
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von der Tafel über die Praline und dem Riegel bis hin zu Schokocroissants, Schokodonuts, Brownies, Rumkugeln und Schokoladentorten: 1410 Tonnen Schokolade aßen die Menschen hier zuletzt rein statistisch – gut 9,5 Kilo pro Kopf.

Allein rund 15 Kilogramm Schokolade – das meiste in Form von hochwertiger Zartbitterkuvertüre – verarbeitet die Markus-Bäckerei Deiterding in Hemeringen pro Woche. „Und zu Weihnachten immer noch etwas mehr“, berichtet Bäckermeisterin Martina Dickewied, die Inhaberin der Traditionsbäckerei. Die Schokolade landet als Glasur auf Krapfen, die zusätzlich mit kleinen Marshmallows verziert werden und von der „Klein Berliner“ Bäckermeisterin auf den Namen „Scho-Lina“ getauft wurden, ebenso, wie auf den vor allem von Kindern heiß geliebten Schoko-Donuts mit und ohne bunte Zuckerstreusel.

Und natürlich schließt die dunkle Kuvertüre auch den Süßwarenklassiker schlechthin, die Schokobanane, zart schmelzend ein. Was wäre die berühmte Donauwelle ohne eine Ganache, die Schokoladenflut als Abschluss auf der Buttercreme-Kirsch-Marmorrührkuchen-Schnitte. Schokolade wird darüber hinaus in Croissants eingebacken, in Sahne oder Buttercreme gerührt oder unter den Teig gemengt.

Bäckermeisterin Martina Dickewied und ihr Bäckerei-Team verarbeiten jede Woche rund 15 Kilo Schokolade. foto: sbr
  • Bäckermeisterin Martina Dickewied und ihr Bäckerei-Team verarbeiten jede Woche rund 15 Kilo Schokolade. foto: sbr

Im gut sortierten Angebot der Markus-Bäckerei werden Schokoladen-Fans eigentlich immer fündig – es sei denn, andere Nachkatzen waren bereits schneller. Tradition wird in dem Familienunternehmen in Hemeringen, das Martina Dickewied und ihr Mann Arnd im Jahr 2004 von ihrem Vater Wilhelm Deiterding übernahmen, schon seit Generationen groß geschrieben. Die Bäckertradition kann bis ins Jahr 1702 zurückverfolgt werden.

Auf drei Hochzeitstortenbestellungen kommt höchstens einmal der Wunsch nach einer Schokosahne- oder Schokoladenbuttercremfüllung.

Martina Dickewied, Inhaberin der Markus-Bäckere

Damals war Schokolade keinesfalls eine Backzutat, sondern wurde als kostbares Getränk ausschließlich in adeligen Kreisen genossen. Darüber hinaus fand sich Schokolade auf der Liste der europäischen aphrodisischen Speisen wieder. In dem 1702 veröffentlichten „Traktat der Nahrungsmittel“ bekräftigt Louis Lemery, ein französischer Mediziner und Chemiker, „die Schokolade habe Eigenschaften, die geeignet seien, das Feuer der Venus zu entfachen.“ Stimulierenden Eigenschaften hin oder her, bei ihren Hochzeitstorten-Kreationen, mit denen sich die Bäckermeisterin einen Namen als Tortenspezialistin weit über die Grenzen Hessisch Oldendorfs hinweg gemacht hat, spielt Schokolade eher eine untergeordnete Rolle, wie sie aus Erfahrung berichten kann. Ihre Auftraggeber mögen es in der Regel lieber frisch und fruchtig im Inneren und natürlich von außen in hellen Farbtönen und nicht unbedingt in schokoladenbraun.

„Auf drei Hochzeitstortenbestellungen kommt höchstens einmal der Wunsch nach einer Schokosahne- oder Schokoladenbuttercremfüllung“, erzählt Martina Dickewied, während sie die Schokodonuts und Cupcakes in körperwarme Kuvertüre taucht.

Mal ehrlich, es würde doch etwas fehlen, wenn beim Biss in einen frischen Schokodonut der Überzug nicht zart splittern würde, oder? Und im Übrigen: Die süßen Deiterdingschen Backspezialitäten sind über die Woche figurerhaltend und am Wochenende kalorienarm, scherzt Martina Dickewied schmunzelnd.

Und welche Sorte von Schokolade bevorzugt die Fachfrau in Sachen Schokoladenträume persönlich? „Hosentaschenwarme Alpenmilchschokolade, auf gar keinem Fall aus dem Kühlschrank. Und ganz traditionell muss sie sein, ohne irgendeine Füllung oder andere Spielereien wie Rosenblätter oder Chili“, gibt sie offen zu.

820 Arbeitsplätze hängen im Kreis Hameln-Pyrmont laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. In der Hemeringer Bäckerei sind neben der Chefin sechs Mitarbeiter sowie eine Auszubildende im Verkauf beschäftigt. „Es dürfen gern wieder mehr werden“, wirbt die Chefin für eine Ausbildung oder Beschäftigung im Handwerk. Und an die Verbraucher appelliert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), beim Einkauf nicht nur auf den günstigsten Preis zu achten. „Gute Lebensmittel sollten den Menschen beim Einkauf etwas wert sein. Gleichzeitig können Sie damit die heimische Wirtschaft stärken – und beim Essen neben dem Genuss auch noch ein gutes Gewissen haben.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt