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Beim Ferienpass begegnen sich Kulturen, junge Menschen finden Kontakt zueinander

Bei der Integration am Ball

Hessisch Oldendorf. Wenn es um Integration geht, ist die Stadtjugendpflege am Ball. „Bei den Veranstaltungen sind Kinder und Jugendliche verschiedener Nationalitäten dabei“, stellt Stadtjugendpfleger Tarik Oenelcin erfreut fest. Er nennt als Beispiel die Fahrten, die im Rahmen des Ferienpasses angeboten werden. Im Bus sitzen die jungen Leute zwar in ihren Gruppen zusammen, man unterhält sich aber auch mit den anderen, es kommt zu ersten Kontakten. „Es treffen Kulturen aufeinander, man lernt sich kennen, und wenn sich die Kinder und Jugendliche einige Tage später in der Stadt treffen, spricht man miteinander“, sagt der Stadtjugendpfleger. Um Integration geht es auch Gürsel Sümer, dem Vorsitzenden von Rot-Weiß Hessisch Oldendorf. Er versucht die jungen Leute, die in Hessisch Oldendorf und den Ortsteilen leben, beim Streetsoccer zusammenzubringen.

veröffentlicht am 05.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

von Stefan Bohrer und Peter Jahn
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Letzte Vorbereitungen werden auf dem Parkplatz am Barksener Weg für das große Abschlussfest getroffen. Das Aufwärmtraining für das Streetsoccer-Turnier ist bereits in vollem Gange. Fleißig werden trotz tropischer Hitze Bälle ins Netz geschossen. Etwas abseits davon bieten mehrere Stände diverse Flohmarktartikel an. Auch der Grill ist angeheizt. In der Malschule steht das üppige Kuchenbuffet bereit. Aufgebaut sind ebenfalls die Stühle für die Besucher, denn Brian Boyer wird später eine Kasperletheatervorstellung für die Jüngsten geben.

Etwas melancholisch lässt Stadtjugendpfleger Tarik Oenelcin den Blick durch die Malschule schweifen. Acht Jahre ist es jetzt her, dass er ins sprichwörtliche kalte Wasser springen musste. Er übernahm das Amt des Stadtjugendpflegers von seiner Vorgängerin Stephanie Wagener. „Unsicher war ich damals, ob ich der Sache überhaupt gewachsen bin“, erinnert sich Oenelcin. Doch bereits nach kurzer Zeit klopften ihm zahlreiche Menschen auf die Schulter und lobten sein Engagement. Ohne Zweifel hat er im gesamten Zeitraum allen Veranstaltungen der Stadtjugendpflege seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. Besonders mit dem Ferienpass konnte Tarik Oenelcin nicht nur gewaltig punkten, sondern machte obendrein die Aktion weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. In keiner anderen Stadt des Landkreises werden so viele Veranstaltungen in den großen Ferien angeboten wie in Hessisch Oldendorf.

Kein Wunder, dass innerhalb kürzester Zeit nach Herausgabe des Ferienpassheftes alle Plätze vergeben sind. „Die Attraktivität des Ferienpasses ist ungebrochen. Ohne die aktive Mithilfe der zahlreichen Verbände und Vereine sowie der ehrenamtlichen Helfer wäre das allerdings nicht zu stemmen“, lobt er das Engagement. Tarik Oenelcin versteht sich als Motor der gesamten Aktion, doch so viel Antrieb vonseiten der Stadtjugendpflege brauche es gar nicht, fügt er an. In diesem Sommer haben die Kinder und Jugendlichen bei insgesamt 208 Veranstaltungen eher die Qual der Wahl. „Mit 130 Kindern und Jugendlichen in den Heidepark zu fahren, ist logistisch nicht ganz einfach“, sagt der 38-Jährige. Klar war für ihn von Anfang an, dass bei dieser Fahrt keines der angemeldeten Ferienpasskinder zu Hause bleiben sollte. Doch für so viele Mitfahrer waren freiwillige Helfer unbedingt notwendig. „Viele Veranstaltungen könnten sonst überhaupt nicht stattfinden“, erklärt er. „Tatkräftige Unterstützung bekomme ich dabei unter anderem immer wieder vom Verein für Kinder- und Jugendarbeit“, sagt der Jugendpfleger. Auch finanziell wäre manche Aktion nicht zu stemmen, wenn der Stadtjugendpflege nicht immer wieder mit Spenden unter die Arme gegriffen würde.

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Und dann ist es so weit: Tarik Oenelcin gibt den Startschuss für eine der letzten Veranstaltungen des Ferienpasses, das Fest vor und in der Malschule. Besonderes Augenmerk genießt in diesem Jahr das Streetsoccer-Turnier, das Gürsel Sümer, der Vorsitzende des SV Rot-Weiß Hessisch Oldendorf, organisiert hat. „Ich verstehe Streetsoccer als Projekt der insgesamt im Stadtgebiet sehr guten Integrationsarbeit“, sagt Gürsel Sümer. Hart umkämpft dabei natürlich das Runde, das ins Eckige muss. Ein Sieg steht allerdings nicht unbedingt im Vordergrund. „Der Spaß an der Sache ist es, der viel wichtiger ist“, versichern die Teilnehmer.

Heute stehen beim Ferienpass noch drei Veranstaltungen auf dem Programm. Am Donnerstagabend sind alle Helfer zur großen Abschlussparty in die Malschule eingeladen. Dann wird Tarik Oenelcin eine erste Bilanz vorlegen aber vor allem allen danken, die so viele Veranstaltungen beim Ferienpass möglich machen.

Und dann ist da auch noch am 17. August das Finale des Ferienpasses, die Disco mit Nachtbaden im Süntelbad. Hierfür ist keine Anmeldung notwendig, erwartet werden rund 1500 junge Leute, die Lust auf Musik, Feiern und Schwimmen haben. Für Musik sorgen DJ Ernesto und DJ NicB Gastgeber im Freibad zwischen Haddessen und Pötzen ist die DLRG-Ortsgruppe.

Für Tarik Oenelcin ist nach dem Ferienpass immer vor dem Ferienspaß. Auch in den kürzeren Herbstferien wird es auch wieder ein Angebot geben. Allerdings finden dann alle Veranstaltungen in der Malschule statt. Es ist zwar noch Monate hin, doch auch am Programm für die Osterferien wird bereits gefeilt. Das sieht bei Tarik Oenelcin so aus, dass er mit möglichen Veranstaltern erst einmal „unverbindlich“ spricht, sich sofort das mögliche Angebot notiert, um dann im neuen Jahr „auf das Angebot zurückzukommen“. Er hat mit diesem Vorgehen und seiner charmanten Art Erfolg – nur ganz selten springt jemand ab, es wird eben möglich gemacht.

Kinder verschiedener Nationalitäten spielen beim Streetsoccer-Turnier mit, zu dem Rot-Weiß Hessisch Oldendorf eingeladen hat.boh 2



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