weather-image
Gemeinde feiert großes Narrenfest

Bei Boni-Max gehen Messdiener in die Bütt

Hessisch Oldendorf. „Stell Dir vor: Du sitzt im Fußballstadion, die Plätze um Dich herum sind frei, denn alle anderen sind auf der Beerdigung Deiner Frau.“ Das geht ja gar nicht, ist unglaublich, finden Sie? Dann kennen Sie wohl die Messdiener der katholischen St.-Bonifatius-Gemeinde noch nicht. Bei denen ist alles machbar. Malte, Nils, Johanna, Luise, Cäcilia, Theresa, Sarah und Mareike sind mit allen Wassern gewaschen, wenn es darum geht, gemeinsam mit ihren Gruppenleitern Johannes Schuba und Tobias Sievers Stimmung zu machen. Schließlich sind sie als Messdiener nicht nur fester Bestand des katholischen Gemeindelebens, sondern auch des katholischen Karnevals. Mit Sketchen aber auch Tänzen wie einst der „behüteten“ Manamana-Darbietung erntet die Gruppe alljährlich großen Beifall. Die Szene im Fußballstadion steht für das Boni-Max-Programm in diesem Jahr zur Auswahl, könnte aber zugunsten einer Kriminaleinlage noch von den Messdienern abgeschossen werden. Wie sie sich entscheiden, erfahren Neugierige erst, wenn es wieder heißt: Boni-Max Helau!

veröffentlicht am 04.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

Johannes Schuba (v. re.) probt mit den Messdienern Nils Schneider und Malte Julitz den schwarzhumorigen Fußballsketch. Fotos: ah

Autor:

Annette Hensel
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Einmal pro Monat trifft sich die 18-köpfige Gruppe der Messdiener, auch Ministranten genannt, im Pfarrheim in der Hessisch Oldendorfer Schilfstraße. Zuletzt wurde für der Karneval geplant und geprobt, sonst wird gespielt, gekickt, gegrillt, an der Kinderfreizeit der Gemeinde oder an Veranstaltungen auf Dekanatsebene teilgenommen. Anlässlich der Sternsingeraktion, der größten Spendenaktion von Kindern für bedürftige Kinder in der ganzen Welt, ziehen sie in Kleingruppen von Haus zu Haus.

„Messdiener sein bedeutet aber auch, am Sonntagmorgen aufzustehen und dabeizubleiben“, betont Tobias Sievers, der seit acht Jahren dient. Er räumt gleich ein Vorurteil aus: „Ministrant zu sein, das hat nichts Verstaubtes an sich; schließlich sind wir die einzige feste Gemeindegruppe für Mädchen und Jungen zwischen Kommunion und Firmung.“ Wenngleich im Frühsommer mit dem Abitur seine Schulzeit endet, möchte Tobias Sievers ebenso wie Johannes Schuba sein Engagement fortsetzen. „Es macht einfach Spaß“, erklären beide.

Eher ernster Natur ist ihr Dienst in der Messe. Im liturgischen Gewand assistieren die Ministranten dem Priester, also Pfarrer Martin Brzenska. „Sie üben ein wichtiges Amt in der Feier der Liturgie unserer Kirche aus“, betont dieser. Eine Altersbegrenzung gibt es beim Ministrieren nicht. Bereits seit mehr als 60 Jahren sind der heute 70-jährige Josef Schneider aus Welsede und der ein Jahr ältere Klaus Breitkopf aus Gro-ßenwieden Messdiener. Seit 1948 dienen sie gemeinsam bei Messen im Weserdorf Großenwieden, anfangs in der evangelischen St.-Matthaei-Kirche, dann bei Beermanns im Saal und seit 1974 in der katholischen Kirche St. Hedwig. Heute sind die beiden nur noch bei Hochfesten im Einsatz, mit im Team ist mittlerweile Breitkopfs elfjähriger Enkel Malte Julitz.

Pfarrer Martin Brzenska hat zuverlässige Assistenten zur Seite: die Messdienerinnen und Messdiener.
  • Pfarrer Martin Brzenska hat zuverlässige Assistenten zur Seite: die Messdienerinnen und Messdiener.

„Von der ersten Stunde an gehören wir Messdiener mit zum Boni-Max-Karneval“, verrät Klaus Breitkopf und blickt zurück auf die Anfänge, an denen die katholische Jugendgruppe unter Leitung von Kaplan Jupp Switala maßgeblich beteiligt war. „Damals bestand das Programm aus Sketchen und Tanzvergnügen, das Ganze war eher wie ein Gemeindefest unter dem Motto Karneval gehalten“, erinnert er sich. Vom Hessisch Oldendorfer Schützenhaus über das Rohdental und den Saal Beißner in Großenwieden wanderte die Karnevalsveranstaltung bis in die Stadthalle, dem heutigen Baxmann-Zentrum. Dort wird Klaus Breitkopf in diesem Jahr deutlich machen, welch wichtige Rolle Ministranten im Karneval spielen. „Der Beitrag unserer Messdienerinnen und Messdiener wird eine echte Bereicherung für das Programm sein“, erklärt auch Pfarrer Martin Brzenska, der selbst nicht nur einmal die Bühne stürmen wird. „Das gehört in so einer Gemeinde mit dazu“, sagt er.

Zum 46. Mal heißt es am kommenden Sonnabend, 12. Februar, ab 19.11 Uhr im Baxmann-Zentrum: Boni-Max Helau! Das Publikum darf wieder gespannt sein auf ein laut Sitzungspräsident Klaus Breitkopf, „abwechslungsreiches Programm rund um die Kirche“. Die Technik liegt in bewährten Händen von Torsten Deidert und Björn Kütemeyer. Der Vorverkauf hat begonnen; Eintrittskarten gibt es im katholischen Pfarrbüro in der Schilfstraße, bei Familie Hannig in der Feldstraße (Telefonnummer 05152/ 51965) und bei Familie Breitkopf in Großenwieden (Tel. 05152/1628). Auch an der Abendkasse wird es noch Karten geben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt