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Sozialdemokrat kontert CDU-Äußerungen

Beckmann: „Wir setzen auf Glasfaser“

Hessisch Oldendorf. Jost Beckmann, der eine Projektgruppe zum Ausbau des schnellen Internets in Hessisch Oldendorf leitet, hat auf Äußerungen von Thomas Figge reagiert. Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes und Internetbeauftragter des CDU-Kreisverbandes hatte gewarnt, sich beim Ausbau des schnellen Internets zu sehr auf Kupferleitungen zu verlassen (wir berichteten). Er reagierte damit auf Vorschläge der Projektgruppe, die die SPD-Fraktion ins Leben gerufen hatte.

veröffentlicht am 05.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 08:21 Uhr

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Die Projektgruppe der SPD, die den Breitbandausbau in Hessisch Oldendorf fördern und begleiten wird, hat sich zu ihren Zielen und zu dem erforderlichen Breitbandausbau schon in der Öffentlichkeit geäußert. „Hier wurde sehr deutlich gesagt, dass es Ziel sein muss, den Ausbau mit Glasfaser flächendeckend zu fordern“, sagte Jost Beckmann, der die Gruppe leitet. „Denn nur die Breitbandversorgung über Glasfaser ist zukunftsorientiert.“ Das Vectoring von vorhandenen Kupferleitungen „war und kann aus Sicht der Projektgruppe nur als eine Zwischenlösung gesehen werden“. Diese Technik sollte zum Beispiel dort verwendet werden, wo es wegen der weiten Strecken so schnell nicht zum Glasfaserausbau kommen kann und wo es zurzeit nicht mal eine funktionierende Funkverbindung gibt. „Es war nie die Rede davon, nur die Technik des Vectorings zur Verbesserung einzusetzen.“ Das Vectoring sei „nicht die von uns präferierte Methode“.

Nachdem das Ergebnis der Umfrage des Landkreises Hameln-Pyrmont vorlag, hat sich die Projektgruppe dort vorstellen können. „In diesem Gespräch wurde durch die Projektgruppe der SPD das hohe Interesse der Stadt Hessisch Oldendorf an dem flächendeckenden Glasfasernetz verdeutlicht und auch mitgeteilt, dass für die ersten Schritte des Ausbaus 100 000 Euro im Haushaltsplan 2015 bereitgestellt werden sollen“, sagte Beckmann. Dies wurde von allen Ratsmitgliedern beschlossen.

Der Landkreis lasse zurzeit über ein externes Fachbüro eine Breitbandstrukturplanung erstellen, die voraussichtlich bis Januar oder Februar 2015 aufgestellt sein werde. „Hieraus werden sich dann die weiteren erforderlichen Schritte, zum Beispiel die Anträge auf die Förderung sowie die Detailplanungen, ergeben.“ Die Projektgruppe werde die weitere Arbeit des Landkreises Hameln-Pyrmont unterstützen und begleiten.

„Schnelle und billige Angelegenheit“

Das Ziel der Projektgruppe: Die Verbesserung der Breitbandversorgung soll die Geschwindigkeit beim Hoch- und Herunterladen mindestens verdoppeln. Möglich soll diese Geschwindigkeitssteigerung durch das sogenannte Vectoring werden. Die Gruppe begründete dieses Ziel damit, dass es alternative Techniken schwerhätten. „In Barksen, Rohdental und kleineren Orten läuft funkmäßig gar nichts. Die derzeitige Versorgung per Funk ist nur ein Notnagel“, sagte Beckmann, der wie seine Projektgruppen-Mitglieder für einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaserkabel eintritt.

Und das nicht ohne Grund. Denn Europäische Union, Bund und Land fördern den Glasfaserausbau. Die Telekom plant, bis Ende 2016 die Zahl der VDSL-Anschlüsse auf 24 Millionen zu verdoppeln. Die Kommune könne bereits jetzt mit der Einrichtung von Leerrohren bei Wegebaumaßnahmen und der Erschließung von Neubaugebieten vorbereitende Maßnahmen treffen, forderte die Projektgruppe.

„Man muss die angebotenen Techniken auch mal genau hinterfragen“, sagte Figge seinerzeit. „Alte Kupferleitungen können Glasfaser nicht ersetzen.“ Das sogenannte Vectoring von alten Kupferleitungen werde von anerkannten Fachleuten als Bremse und Verhinderung des Breitbandausbaues und des Glasfasernetzes gesehen. „Langfristig gibt es keine Alternative zur Glasfaserleitung“, sagte Figge.

Vectoring beseitigt elektromagnetische Störungen, die es zwischen den Kupferleitungen gibt, die vom Verteilerkasten am Straßenrand zum Router in der Wohnung des Kunden laufen. Figge nannte diese Methode „eine schnelle und billige Angelegenheit für die Anbieter. Wer glaubt denn dann noch an einen zügigen Glasfaserausbau?“ Die Technik des Vectorings werde in wenigen Jahren überholt sein, warnte Figge. „Wenn wir nur darauf setzen, werden wir bald wieder die Langsamen, die Dummen sein.“ Vectoring könne und müsse, wie LTE via Funk, nur als Übergangslösung gesehen werden. Wie schnell muss schnelles Internet eigentlich sein? Ursprünglich galt alles als Breitband, was schneller als ein ISDN-Modem war. Das wirkt heute quälend langsam. Die Bundesnetzagentur setzt die Grenze mittlerweile bei zwei Megabit pro Sekunde. Doch die Messlatte verschiebt sich weiter nach oben. Für viele Internet-Dienste braucht man eine schnellere Übertragung als zwei Megabit pro Sekunde. Glasfaserkabel ermöglichen dabei eine besonders schnelle Übertragung von Daten. Sie zu verlegen, ist allerdings teuer. Schnelle Internetanschlüsse gibt es auch über das Kabelnetz für den Fernsehempfang. Dabei werden Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde angeboten. rom



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