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Ortsrat will Hochwassergefahr erneut prüfen / Regenrückhaltebecken weiter in der Diskussion

Bauen auf Kösters Kamp doch möglich?

Hessisch Oldendorf (doro). „Da bleiben wir stur“, erklärte Ortsbürgermeister Claus Clavey, als es in der Sitzung des Ortsrates Hessisch Oldendorf erneut um ein mögliches Regenrückhaltebecken oberhalb des Rohdener Weges auf einer Wiese über dem Mühlenbach ging (wir berichteten). Für die Sicherheit der Bürger wäre ein solches aus seiner Sicht das Vernünftigste, „da der Klimawandel die Lage künftig ja nicht besser macht“.

veröffentlicht am 27.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

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Die bisherige Ablehnung des Beckens und auch des möglichen Baugebietes Kösters Kamp durch Verwaltung und Politik stützt sich vor allem auf ein Gutachten aus dem Jahr 2008, dem ein „HQ 100“, also ein sogenanntes hundertjähriges Hochwasser, als Bemessungsgrundlage dient. Danach müsste die Stadt bei Hochwasserschäden in diesem Gebiet – wenn es denn bebaut wäre – nach aktueller Rechtsprechung Schadenersatz leisten. Ein Regenrückhaltebecken als Sicherungsmaßnahme sei bei einem HQ 100, bei dem aus der Hessisch Oldendorfer Innenstadt nach einer früheren Aussage von Bürgermeister Harald Krüger „Klein Venedig“ würde, nicht ausreichend.

Wie aber sieht es eigentlich bei weniger dramatischen Hochwasserereignissen aus? Und muss für das Baugebiet denn zwingend ein HQ 100 zugrunde gelegt werden? Schließlich bedarf es für die Bürger des älteren, direkt angrenzenden Wohngebietes noch nicht einmal des Regenrückhaltebeckens – zumindest aus rechtlicher Sicht. Bei Hochwasserereignissen von geringerem Ausmaß seien die von der Stadt getroffenen Maßnahmen ausreichend, beziehungsweise sind die Bürger aufgefordert, selbst vorzusorgen, heißt es. Die Schere zwischen alter und neuer Rechtsprechung nicht so weit auseinanderklaffen zu lassen, ist das Bestreben von Ortsbürgermeister Claus Clavey: Mehr Sicherheit für die bestehende Bebauung, weniger hohe Auflagen für ein neues Baugebiet sind deshalb seine Wünsche. Nach Rücksprache mit Fachleuten und Gesprächen mit dem Landkreis ist er der Meinung, dass lediglich ein fünf- bis zehnjähriges Hochwasser zugrunde gelegt werden müsste. Deshalb fasste der Ortsrat Hessisch Oldendorf mehrheitlich folgenden Beschluss: „Planung und Prüfung einer eventuell notwendigen wasserrechtlichen Vorsorgemaßnahme (zum Beispiel Hochwasserrückhaltebecken) zur Errichtung eines Baugebietes von circa 16 Häusern im Bereich Kösters Kamp/Rohdener Weg. Wenn die Fläche tatsächlich bebaut und versiegelt würde, müsste auf dem 16 000 Quadratmeter großen Areal außerdem ein zweites Regenrückhaltebecken – wenn auch nicht in diesem Ausmaße – gebaut werden.

Weil allein schon die Planung eines Regenrückhaltebeckens 16 000 bis 18 000 Euro kosten würde, soll zunächst geprüft werden, ob die neue Grundlage Bestand hat. „Wir sind nicht weit auseinander“, betonte Bürgermeister Harald Krüger. „Ich würde mich freuen, wenn wir das hinkriegen.“ Bisher habe man schließlich nur über „Gutachteritis“ gestritten. Wenn das Vorhaben bauplanerisch möglich sei, ohne dass die Stadt in die Schadenersatzpflicht komme, „sind wir auf einer Seite“. Mit Kosten bis zu 200 000 Euro rechnet Clavey für das große Regenrückhaltebecken. Für eine Realisierung in den Jahren 2014/15 müssten deshalb Zuschussmöglichkeiten geprüft werden. Als Baugebiet sei das Areal ideal für ältere Menschen, betont Clavey, „weil wir in der Ebene keine Wohnungen für Senioren haben“.

Das Regenrückhaltebecken war auf der Wiese oberhalb des Rohdener Weges geplant.

Foto: ch



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