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Kulturprogramm beginnt am 2. Mai

Barockklänge und Beetgeflüster im Stift Fischbeck

FISCHBECK. Mit einem Paukenschlag beginnt im Mai die Reihe von Veranstaltungen im Stift Fischbeck – und sie setzt sich bis Dezember mit abwechslungsreichen hochkarätigen Angeboten fort.

veröffentlicht am 23.01.2018 um 12:19 Uhr
aktualisiert am 23.01.2018 um 17:50 Uhr

Jens Meyer

Autor:

Barbara Jahn
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„Wir werden erneut drei Formate anbieten, diese aber inhaltlich variieren“, erklärt Katrin Woitack, Äbtissin des Damenstifts. „Es finden erstens Konzerte –¨vom Stift oder anderen Veranstalter organisiert –, unsere Orgelkonzerte und zwei eigene Veranstaltungen in unseren Gärten statt.“

Das Ensemble Capella de la Torre, eines der weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit, wird am Sonntag, 6. Mai, die 30. Musikwochen Weserbergland in der Stiftskirche eröffnen. Im Renaissancekonzert „Da pacem“ (Gib Frieden) werden Werke zum Thema Krieg und Frieden aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert erklingen. Für die gleichnamige CD erhielten der RIAS-Kammerchor und das Instrumentalensemble Capella de la Torre 2017 den renommierten Musikpreis „Echo Klassik“.

„Das Pfingstkonzert am 20. Mai ist eine spannende Herausforderung, der wir uns stellen“, sagt Katrin Woitack. Die Äbtissin ist gemeinsam mit dem Kapitel einem Vorschlag ihrer Vorgängerin Uda von der Nahmer gefolgt und hat Lale Kocgün zu einer „Liederreise zu kurdisch-alevitischen Wurzeln“ eingeladen. „Die Weltmusik der 1983 in Mainz geboren Musikerin, die aus einer kurdisch-alevitischen Familie aus Qoçgiri im östlichen Anatolien stammt, ist für uns fremd und ungewohnt, passt aber unseres Erachtens gut zu Pfingsten. Es geht bei diesem Fest schließlich auch um die Verständigung der Völker in unterschiedlichen Sprachen“, erklärt die Äbtissin.

Bereits zum dritten Mal wird es einen „Tag der offenen Gärten“ im Stift geben. Am Sonnabend, 16. Juni, sind Interessierte eingeladen, nachmittags durch die weitläufigen Gärten zu bummeln, zu staunen und es sich bei einem Getränk und einem Imbiss gutgehen zu lassen. „Dietlind Rank, die seit Jahren unseren nach historischem Vorbild angelegten Kräutergarten pflegt und ich bieten Führungen an, die erfahrungsgemäß auf großes Interesse stoßen“, kündigt Woitack an.

„Beetgeflüster und Scheunen-Picknick“, so lautet der Titel der Veranstaltung am Samstag, 4. August, auf dem Stiftsgelände. Autor Jens F. Meyer, Garten- und Literaturliebhabern und für seine Beetgeflüster-Lesungen bekannt, wird bei einer Melange aus Poesie, Melancholie und Humor mit den Besuchern durch die Stiftsgärten wandeln. „Parallel dazu wird erstmals außerhalb der Gärten unsere älteste Scheune aus dem Jahr 1730 in eine Veranstaltung mit einbezogen“, sagt Woitack – und die Vorfreude auf diesen Sommertag ist ihr schon jetzt anzumerken. „Sie bietet die Kulisse für den Platz, an dem sich unsere Gäste an langen Tischen oder auf dem Rasen mit ihren Picknickkörben niederlassen können.“

Das dritte Format im Reigen der Veranstaltungen im Stift Fischbeck, die Orgelkonzerte, beginnt mit dem Barocktrio um Thomaskantor Gotthold Schwarz (Gesang). Der Leiter des Leipziger Thomanerchores ist am Montag, 2. Juli, mit Professor Siegfried Pank (Viola da gamba) und dem Hamelner Professor Hans Christoph Becker-Foss (Orgel) mit dem Programm „Mit der Seel und Mundesstimm“ in der Stiftskirche zu erleben. Das Orgelkonzert am Montag, 13. August, gestaltet der Hannoveraner Organist Ulfert Smidt als „Nord-Süd-Dialog“.

Roman Summereder aus Wien ist am Montag, 3. September, mit „Europäischen Resonanzen“ an der Hillebrand-Berner-Orgel zu hören. Ihm folgt am Montag, 1. Oktober, Dagmar Lübking aus Hamburg mit ihrem Programm „Norddeutscher Stylus fantasticus“.

Wie in den vergangenen Jahren wird Professor Hans Christoph Becker-Foss zum Fischbecker Weihnachtszauber auch den Abschluss der Orgelkonzerte gestalten. Mit der Choralschola wird am Sonntag, 9. Dezember, nord- und mitteldeutsche barocke Advents- und Weihnachtsmusik erklingen. „Gerade bei den Orgelkonzerten möchten wir mehr Menschen ermutigen, sich reinzuhören in dieses wunderbare Instrument, das ja quasi ein Orchester ist“, wirbt die Äbtissin für den Besuch der montäglichen Konzertreihe.

„Wir merken, dass unser Konzept, einerseits mit unseren Konzerten Ruhequalität, andererseits aber auch gerade für die Menschen aus der näheren Umgebung eine gewisse Erlebnisqualität zu bieten, sich zunehmend bewährt“, sagt Woitack. Und sie fügt mit einem Blick in die Zukunft an: „Mir ist es ein Herzensanliegen, in den kommenden Jahren auch Brücken zur jüngeren Generation zu bauen. Wir müssen bei unseren Planungen berücksichtigen, dass sich das Kulturverständnis gewandelt hat, wenn wir junge Leute für unsere Veranstaltungen und das Stift begeistern wollen.“

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