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Stadt geht gegen Falschinformationen vor und wirbt fürs schnelle Internet

Banges Hoffen auf die Quote

HESSISCH OLDENDORF. Ein blau-weißes Banner mit fröhlichen Stock-Foto-Models empfängt seit einigen Tagen die Autofahrer am Kreisverkehr Münchhausenring. „Machen Sie mit, jetzt Vertrag abschließen!“, prangt unter dem Hinweis, dass auch in Hessisch Oldendorf vom Landkreis das Breitband-Internet ausgebaut wird. Drei weitere Banner wandern derzeit von Dorf zu Dorf, jeweils dorthin, wo demnächst die nächste Informationsveranstaltung zum Glasfaser-Ausbau stattfindet.

veröffentlicht am 23.12.2018 um 15:49 Uhr

Damit in möglichst allen Orten die erforderliche Quote erfüllt wird, wirbt die Stadt nun aktiv für Breitband-Vertragsabschlüsse. Foto: pr
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Ausgedacht hat sich die Aktion nicht der Provider htp und auch nicht der eigentlich federführende Landkreis. Die Stadt Hessisch Oldendorf hat die Aktion initiiert und den bebilderten Aufruf gestaltet.

Der Grund: Die Stadt hat Bedenken, dass es in einigen Orten bei der erforderlichen Anzahl der Vertragsabschlüsse knapp werden könnte. Wenn nämlich nicht mindestens 40 Prozent der Haushalte einen verbindlichen Vertrag abschließen, wird in den betreffenden Orten definitiv nicht ausgebaut. Bei vielen Bürgern bestehe noch Informationsbedarf und es seien auch Falschinformationen im Umlauf, sagt Heiko Wiebusch vom Fachbereich Wirtschaft und Bauen im Rathaus. Deswegen hat die Verwaltung sich entschieden, in die Offensive zu gehen und zusätzlich zu den Werbebannern auch Handzettel mit Informationen in Umlauf zu bringen, auf denen alles Wichtige auf den ersten Blick zu erfassen ist.

Die Stadt rührt also die Werbetrommel, obwohl sie eigentlich nur eine unterstützende Funktion bei dem Projekt einnimmt – die eigentlichen Akteure sind der Landkreis und die Firma htp.

Heiko Wiebusch, Dr. Dieter Claus, Bettina Remmert, Sven Sattler und Friedrich Koch (v. li.) begutachten den Ausbau-Plan des Landkreises. Foto: jsp

Für die Zukunft der Stadt sei das Breitband-Internet enorm wichtig, betont Wiebusch. Da schließen sich auch die Ortsbürgermeister Sven Sattler (SPD), Dr. Dieter Claus (SPD) und Friedrich Koch (CDU) an. Sattler wird sogar etwas pathetisch: „Wir stehen vor einem historischen Meilenstein für die Stadt.“ Der sei ungefähr so wichtig wie einst der Kanalbau.

Das ist auch der Grund, warum die Stadt besonders für die Vertragsabschlüsse wirbt – mehr als andere Kommunen, wie der Landkreis der Verwaltung mitgeteilt haben soll.

In Barksen, Wickbolsen und Zersen ist es derweil ganz gut gelaufen: In Barksen haben sich 60 Prozent der Haushalte für einen Vertragsabschluss entschieden. In Wickbolsen und Zersen besteht dazu immer noch die Möglichkeit. Die entscheidende Quote haben die Dörfer mit 58 beziehungsweise 54 Prozent aber schon geknackt. „In Rohden und Segelhorst ist aber noch einiges zu tun“, sagt Bettina Remmert vom Landkreis. In Rohden besteht noch bis zum 31. Januar die Möglichkeit, sich bei htp anzumelden, in Segelhorst bis zum 24. Januar, in Bensen sogar noch bis zum 18. Februar.

Auch wenn die bisher abgefragten Dörfer die 40-Prozent-Hürde genommen haben, hat Wiebusch noch Bedenken: „Je kleiner der Ort ist, desto einfacher ist es“, erklärt er. In den Dörfern würden Informationen über die Vereine, die als Multiplikatoren dienen, schnell weitergetragen. Doch in den größeren Orten wie Fischbeck und der Kernstadt stehen die Vertragsabschlüsse noch aus. Deshalb möchten die Verwaltung und die Kommunalpolitiker noch so intensiv wie möglich werben.

Manche Leute würden glauben, dass sie automatisch dabei seien, wenn das eigene Dorf die 40-Prozent-Hürde nimmt, und deshalb lieber abwarten, sagt Wiebusch. Das sei aber ein Trugschluss, betont er: Wer bis zum Fristende keinen Vertrag abschließe, bekomme keinen kostenlosen Hausanschluss mehr. Nachzügler bezahlen dann bis zum Baubeginn über 500 Euro dafür, sobald die Leitungen verlegt werden, ist gar kein Anschluss mehr möglich.

In Wickbolsen und Zersen ist es also bald schon zu spät. Nach dem dortigen Ablauf der Fristen werden die Informationstermine auf der Nordweserseite stattfinden – in der Reihenfolge, in der später auch ausgebaut wird: Nach Langenfeld, Krückeberg, Welsede, Großenwieden und Kleinenwieden folgen schließlich Haddessen und Pötzen, bevor Fischbeck und Hessisch Oldendorf an die Reihe kommen.

Wer noch Informationen benötige, könne sich nicht nur telefonisch an htp wenden, sondern auch bei den örtlichen Partnern beraten lassen und einen Vertrag abschließen, sagt Wiebusch. Möglich sei das bei den Elektronik-Firmen Milde, Schulz und Struck.



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