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Planungsbüro wird Händler zur Datenerhebung besuchen

Bald neue Regeln für den Einzelhandel?

HESSISCH OLDENDORF. Welche Geschäfte gibt es noch in der Innenstadt und in den Randbereichen? Welche Waren werden dort angeboten und wie hat sich das Sortiment in den vergangenen Jahren verändert? Das möchte die Stadt herausfinden und hat deswegen das Planungsbüro Junker + Kruse aus Dortmund beauftragt, ab Montag (7. Mai) dem lokalen Einzelhandel Besuche abzustatten und Daten zu erheben.

veröffentlicht am 04.05.2018 um 16:03 Uhr

Die lokalen Händler bekommen ab Montag Besuch von einem Planungsbüro. Die Stadt möchte nämlich ermitteln, ob das zehn Jahre alte Einzelhandelskonzept möglicherweise verändert werden muss. Foto: dana
Jens Spickermann

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Jens Spickermann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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In der letzten Zeit seien immer wieder Anfragen von größeren Händlern eingegangen, die sich Erweiterungen ihrer Geschäfte vorstellen können, erklärt Bürgermeister Harald Krüger (SPD). Ziel sei es, „dass zukunftsfähige und attraktive Anbieter und Angebote unter Beachtung der städtebaulichen Zielvorstellungen im Stadtgebiet an den richtigen Standorten angesiedelt und weiterentwickelt oder Fehlentwicklungen verhindert werden können“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung.

So wünschenswert ein florierender Handel in Hessisch Oldendorf ist, müsse stets darauf geachtet werden, dass die kleineren Geschäfte in der Innenstadt nicht durch größere Ansiedlungen auf der „grünen Wiese“ leiden, so Krüger. Die Angebote im Stadtzentrum sollen nämlich erhalten bleiben, allerdings seien die Voraussetzungen dort natürlich schwieriger als in den Randgebieten. Zum Beispiel könnten dort keine großen Parkplätze angelegt werden, sagt Krüger. Im bestehenden Einzelhandelskonzept sei daher (wie in anderen Städten auch) festgelegt, welche Sortimente im zentralen Bereich angeboten werden dürfen und welche in den Randgebieten. „Sonst würden Strukturen im zentralen Bereich zerstört“, so Krüger. „Es geht um Strukturen, die zum Teil über Jahrhunderte gewachsen sind.“

Durch die Datenerhebung möchte die Verwaltung nun herausfinden, ob das bestehende Einzelhandelskonzept, das inzwischen schon zehn Jahre alt ist, eventuell überarbeitet werden muss.

„Im Einzelhandel ist nichts stetiger als der Wandel“, sagt Krüger. Ein Beispiel für tiefgreifende Veränderungen stellt dabei wohl der Online-Handel dar.

Ob das bestehende Einzelhandelskonzept letztendlich verändert wird und sich dadurch neue Chancen oder Einschränkungen für Geschäfte ergeben, ist allerdings noch unklar. „Wenn die Basisdaten erhoben sind, werden wir damit in den politischen Raum gehen“, sagt Krüger.

In den vergangenen Jahrzehnten hat es bereits Anpassungen gegeben: Beispielsweise Supermärkte seien in den Randbereichen früher nicht zugelassen gewesen, erklärt Krüger. Aufgrund des großen Flächen- und Parkplatzbedarfes war die Ansiedlung größerer Handelsketten so aber kaum möglich. Um nicht gänzlich auf solche Märkte verzichten zu müssen, seien sie schließlich auch in den Randgebieten zugelassen worden. Der Nachteil sei natürlich, dass die Supermärkte so wie „Abfangjäger“ wirkten. „Wenn die Leute da auf dem Weg zur Arbeit sowieso vorbeifahren, gehen sie nicht zum Einkaufen in die Innenstadt“, sagt Krüger.

Um ähnliche Dilemmata unter im Laufe der Zeit möglicherweise veränderten Bedingungen verträglich lösen zu können, sollen nun die aktuellen Daten erhoben werden. Die Stadt bittet die Gewerbetreibenden darum, den Mitarbeitern des Planungsbüros, die sich durch ein Schreiben der Stadt Hessisch Oldendorf ausweisen können, eine Erhebung in den Geschäften zu ermöglichen.

Bislang regelt das Einzelhandelskonzept beispielsweise, dass in den kleineren Ortsteilen wie Heßlingen oder Hemeringen lediglich Nahversorger bis zu einer bestimmten Ladengröße zugelassen sind. Doch daran wird sich wohl erst einmal nichts ändern. „Ein E-Center würde man nicht in so einen Ortsteil bekommen“, sagt Krüger.

Nicht nur das städtische Einzelhandelskonzept, sondern auch die Planungen des Landkreises und der Landesraumordnungsplan verhindern übrigens bestimmte Entwicklungen. Es dürfe dadurch beispielsweise nie eine IKEA-Filiale in Hessisch Oldendorf geben – selbst wenn der Möbelgigant daran Interesse hätte, meint Krüger. Solche großen Märkte seien Großstädten wie Hannover vorbehalten.



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