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Mieses Wetter, kaum Badegäste – warum bleibt Schwimmbad nicht geschlossen?

Außer Spesen nichts gewesen

Hessisch Oldendorf. Noch in der vergangenen Woche war es brütend heiß, Menschen tummelten sich in den Schwimmbecken und auf den Liegewiesen. Doch nun ist es kühl, die Sonne bleibt hinter Wolken versteckt, an diesen Tagen zieht es niemanden in die Freibäder, eigentlich Tage, an denen die Tore zu bleiben und Geld gespart werden könnte.

veröffentlicht am 27.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

Peter Jahn
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Die Unterhaltung eines Schwimmbades ist kostenintensiv und für die Kommune finanziell kaum zu wuppen. Vor allem dann nicht, wenn eine Stadt wie Hessisch Oldendorf gehalten ist, Defizite im Haushalt abzubauen. Es wird seit einigen Jahren über die Öffnungszeiten diskutiert. Nicht nur darüber, wie viel Stunden am Tag geschwommen werden können, auch wie viele Tage im Jahr die Schwimmer ihre Bahnen ziehen können, steht von Jahr zu Jahr auf dem Prüfstand.

Über den Öffnungstermin des Baxmannbades in diesem Jahr und die Länge der Saison haben sich Stadtverwaltung, Politiker und der Förderverein verständigt. Das Baxmannbad öffnete am 18. Mai, die Badesaison soll bis zum 1. September gehen. Voraussetzung dafür ist aber, dass das Wetter mitspielt. Andernfalls endet die Saison am 25. August.

Dass das Bad länger öffnen kann, ist dem Ortsrat der Kernstadt zu verdanken. Die Politiker beschlossen, dem Förderverein Baxmannbad 2000 Euro zur Verfügung zu stellen. Damit soll die längere Öffnungszeit finanziert werden. Die 2000 Euro decken zwei Drittel der erforderlichen Mehrkosten. Das letzte Drittel soll der Förderverein übernehmen. Der Termin für das Gespräch zwischen Vertretern des Vereins und der Stadtverwaltung steht, es wird in den nächsten Tagen stattfinden.

Privat geführte Bäder wie in Rohden oder Haddessen können flexibel reagieren, wenn das Wetter schlecht ist. Anders die Stadtverwaltung. Dazu erklärt Bürgermeister Harald Krüger: „Die Satzung schreibt die Öffnungszeiten vor. Wir müssen uns satzungskonform verhalten, sonst sind Klagen möglich.“ Auch für ihn „würde es auf der Hand liegen, an Regentagen oder bei kühlem Wetter das Bad nicht zu öffnen“. Zwar würden die Grundbetriebskosten weiterlaufen, doch an Personalkosten und Reinigungskosten könnte gespart werden.

Problem erkannt, aber noch längst nicht gebannt: Denn eine Satzung zu ändern, geht nicht von heute auf morgen. „Wir sind dabei, die Parameter festzulegen“, sagt Harald Krüger. Für die nächste Sitzung des zuständigen Fachausschusses am 14. August erarbeitet das zuständige Amt im Rathaus Vorschläge für eine Schlechtwetterregelung. Nach dem Ausschuss für Schule, Familie und Sport haben die Politiker des Stadtrates in ihrer nächsten Sitzung im September das Wort. Stimmen sie einer Neuregelung zu, kann die Stadtverwaltung im nächsten Jahr flexibler reagieren. „Natürlich müssen wir auch noch Gespräche mit dem Förderverein führen“, betont Harald Krüger.

Mit der neuen Satzung könnte es wieder ganz anderen Ärger geben. Harald Krüger erinnert daran, dass es in der Vergangenheit eine flexiblere Regelung gab. Da hatte es morgens geregnet, das Bad blieb zu und mittags schien die Sonne, die Schwimmer standen vor der Tür. Da war der Frust groß. „Wir müssen uns überlegen, wie dies verhindert werden kann“, ist sich der Bürgermeister im Klaren. Ob die Mitteilung im Internet oder anders erfolgen wird, auch darüber müssen Stadtverwaltung, Politiker und Förderverein sprechen.

Ein anderes heikles Thema war im Vorjahr die Verlässlichkeit. 2012 war eine Schwimmmeisterin ausgefallen. Damit stand die Stadtverwaltung vor einem personellen Problem, das Auswirkungen auf die Öffnungszeiten hatte. Um eine verlässliche Regelung der Öffnungszeiten des Freibades zu gewährleisten, ist die Stadt Hessisch Oldendorf deshalb eine Kooperation mit der Stadt Rinteln eingegangen. Im Zuge der Vereinbarung zur interkommunalen Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarstädten sowie der Gemeinde Auetal ist man übereingekommen, sich bei Bedarf personell zu unterstützen. Hessisch Oldendorf kann somit im Sommer Hilfe aus Rinteln bekommen und kann seinerseits in den Wintermonaten im Hallenbad Steinbergen mit Schwimmmeisterstunden aushelfen. Erfreut konnte dazu im Frühjahr der für Schwimmbäder zuständige Fachdienstleiter im Hessisch Oldendorfer Rathaus, Gerd Kube, feststellen: „Jetzt läuft die Personalplanung gemeinsam mit Rinteln, sodass wir zukünftig keine Einbußen bei den Öffnungszeiten mehr haben.“

Und so sehen die Öffnungszeiten aus: Von 6.30 Uhr bis 9 Uhr sind die Frühschwimmer des Fördervereins im Baxmannbad, für Nichtmitglieder öffnet das Freibad am Barksener Weg werktags von 12 Uhr bis 19 Uhr, am Wochenende und in den Ferien von 9 Uhr bis 19 Uhr.

Die Hitzewelle Mitte Juni hat dem Baxmannbad gute Besucherzahlen beschert. Kamen bis Ende Mai 888 Schwimmer, so waren es bisher im Juni bereits 7688. „Damit liegen wir über dem Schnitt der letzten Jahre“, erklärt Harald Krüger. Der hofft, dass nun in den Sommerferien und mit besserem Wetter, das für kommende Woche vorausgesagt wird, die Badegäste in großer Zahl kommen. Ob es am Ende „nur“ 28 000 Besucher sein werden, wie in der vergangenen Saison, oder der Rekord von 40 000 Schwimmern im Supersommer 2011 gebrochen werden kann, das hängt allein vom Wetter ab.



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