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Aus für die katholische Kirche - die Kasse des Bistums ist leer

Großenwieden/Fischbeck (ah). Der Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, hat in einem Schreiben an die Pfarrgemeinde die Schließung der katholischen Kirche St. Hedwig in Großenwieden angekündigt.

veröffentlicht am 27.10.2009 um 15:51 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 02:41 Uhr

Kirche
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Großenwieden/Fischbeck (ah). Der Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, hat in einem Schreiben an die Pfarrgemeinde die Schließung der katholischen Kirche St. Hedwig in Großenwieden angekündigt. Das sei „kein seelsorgliches Zeugnis für die Lebendigkeit einer Gemeinde“, so der Bischof. Vielmehr müsse die zu hohe Zahl der Kirchen im Bistum reduziert werden, weil die vorhandenen Finanzmittel nicht ausreichten, um die Substanz sämtlicher Gebäude zu erhalten. Seit einem Jahr ist bekannt, dass St. Hedwig in die Kategorie C 2 fiel. 15 derartig eingestufte Kirchen wurden 2008 und 2009 bereits geschlossen, 32 weiteren steht das noch bevor.
 Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele katholische Vertriebene und Flüchtlingsfamilien nach Großenwieden. Ihre Gottesdienste feierten sie in der evangelischen Kirche oder im Gasthaus. Für die Katholiken des Weserdorfes war es ein besonderer Tag, als die Fertigteilkirche St. Hedwig im Jahr 1974 geweiht wurde. Gerade erst wurde 35-jähriges Jubiläum gefeiert. Nun lässt der Brief Trelles dunkle Wolken über der Kirche aufziehen.
 „Bei einer Untersuchung der Abteilung Immobilien des Bischöflichen Generalvikariates wurde der Bauzustand der Kirche St. Hedwig in Großenwieden als schlecht bewertet und ein Instandhaltungsrückstau in Höhe von 140000 Euro festgestellt“, schreibt Trelle. In diesem Fall werde das Bistum keine Finanzmittel zuschießen. Der 6,3 Kilometer lange Weg der Großenwiedener zur Kirche St. Bonifatius in Hessisch Oldendorf sei für die Katholiken zu bewältigen. Über demografische Entwicklungen berichtet er: „Die Bevölkerung im Raum Rinteln und Hessisch Oldendorf wird sich bis zum Jahr 2025 um 8,4 Prozent verringern.“
 Der neuen Pfarrgemeinde, die sich im Jahr 2012 aus den drei bisherigen Pfarrgemeinden St. Sturmius in Rinteln, St. Bonifatius in Hessisch Oldendorf und St. Maria in Hemeringen bildet, wird nach dem aktuellen Stellenplan nur ein Priester zur Verfügung stehen. Pfarrer Martin Brzenska, der noch vor anderthalb Jahren vier Kirchen versorgte, bewahrt Ruhe.
 „Es gibt nur bis Ende 2009 eine sogenannte Schlüsselzuweisung für Großenwieden“, sagt er, „aber ich bin fest davon überzeugt, dass St. Hedwig nicht gleich zu Beginn den neuen Jahres geschlossen wird.“ Erst müsse ein Nachnutzungszweck gefunden werden, bevor die Kirche profaniert (entweiht) werde. In seiner Amtszeit wäre das dann bereits die zweite Kirche, die geschlossen wird. Nur zu gut erinnert sich Brzenska noch an die Profanierung der Fischbecker Kirche im Oktober 2008, die erste im Dekanat seit mehr als 20 Jahren, und an die Trauer der Gemeindemitglieder.
 



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